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Marburg Bundestagsabgeordneter Bartol wird Bindeglied
Marburg Bundestagsabgeordneter Bartol wird Bindeglied
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16:00 16.12.2021
Sören Bartol gewann bei der Wahl im September zum sechsten Mal für die SPD das Direktmandat des Landkreises und ist als Bundestagsabgeordneter zum Parlamentarischen Staatssekretär des neuen Ministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen auserkoren.
Sören Bartol gewann bei der Wahl im September zum sechsten Mal für die SPD das Direktmandat des Landkreises und ist als Bundestagsabgeordneter zum Parlamentarischen Staatssekretär des neuen Ministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen auserkoren. Quelle: Tobias Hirsch
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Seine Ernennungsurkunde zum Parlamentarischen Staatssekretär nahm Sören Bartol schon entgegen, nun steckt der Sozialdemokrat in den organisatorischen Vorbereitungen des neuen Ministeriums und brennt darauf „an der Schnittstelle zwischen Regierung und Parlament mitzuwirken“. Der heimische Bundestagsabgeordnete blickt voller Optimismus seiner neuen Aufgabe entgegen, da er darin an seiner in den vergangenen Legislaturperioden unter anderem erworbenen Expertise für Bau, Wohnen und Stadtentwicklung in seiner Funktion als baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion anknüpfen kann.

Dies war neben den weiteren bekannten Eigenschaften des 47-Jährigen vermutlich auch einer der entscheidenden Gründe, weshalb er das Angebot erhielt, das Bindeglied zwischen Klara Geywitz, der neuen Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, und dem Parlament zu sein. Nun hat Bartol die Möglichkeit, „den Aufbau des nagelneuen Ministeriums zu begleiten“ und entscheidende Impulse beizusteuern, „um das Bauen und Wohnen bezahlbar, barrierefrei und klimagerecht zu gestalten und den Menschen bei der Bildung von Eigentum zu helfen“.

Dafür musste Bartol allerdings seine Position als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag aufgeben, da beide Ämter nicht miteinander vereinbar sind. Beibehalten wird er seinen Einsatz für den heimischen Landkreis. Das Gewinnen des Direktmandats bei der Wahl im September sieht Sören Bartol wie die Male zuvor als Höhepunkt seiner politischen Arbeit an. Dies gelang dem gebürtigen Hamburger in einem der beiden Wahlkreise des Landkreises Marburg-Biedenkopf seit 2002 zum sechsten Mal gegen seine Hauptkonkurrenten von der CDU: Werner Waßmuth, Frank Gotthardt und mehrmals Dr. Stefan Heck.

Ganz oder gar nicht

Noch vor der Bundestagswahl bekannte der Unterbezirksvorsitzende der SPD des Landkreises, noch nie am Punkt des Aufhörens angelangt zu sein: „Entweder brennt man für die Politik oder man lässt es. Ganz oder gar nicht. Man kann so etwas nicht mit halber Kraft machen.“

War die Mobilitätswende vor der Wahl ein Kernthema des Verkehrsexperten, so kamen auch andere Ziele nicht zu kurz. Die „drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit: Das Befriedigen eines Grundbedürfnisses der Menschen nach gutem, bezahlbarem und klimafreundlichem Wohnraum“ kann er nun mit Vollgas in seinem neuen Amt angehen. Die Ziele des Ministeriums sind, pro Jahr 400 000 neue, darunter 100 000 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen zu lassen und dass das Bauen und Wohnen für viel mehr Menschen bezahlbar sowie klimaneutral und barrierearm ist.

Riesige Aufgaben

Die Klimaneutralität, die bis 2045 erreicht sein soll, hängt wiederum nicht nur mit alten als auch neuen Gebäuden zusammen, sondern auch mit der Mobilität. „Das sind die Punkte, wo wir im Moment einfach besser und schneller werden müssen“, sagte Bartol vor der Wahl, wohl wissend, dass die Mobilität auch viel mit Wirtschaft, mit Arbeitsplätzen und mit guter Arbeit zu tun hat. Das seien riesige Aufgaben, weshalb der Staat in den nächsten Jahren massiv investieren müsse, wofür die SPD stehe. Nicht nur in den Wohnungsbau, sondern zum Beispiel auch in einen massiven Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und der Schiene, damit „die Leute eine echte Alternative zum Auto haben“. Dieses werde in der Fläche zwar das Verkehrsmittel Nummer eins bleiben, aber eben elektrisch fahren können.

Von Gianfranco Fain