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Marburg Als der Mord am Dammelsberg Marburg erschütterte
Marburg Als der Mord am Dammelsberg Marburg erschütterte
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17:00 18.03.2018
Der letzte hannoversche Scharfrichter Christian Schwarz, der die Hinrichtung auf dem Rabenstein bei Marburg vollzog. Quelle: Repro: Dietrich Alsdorf
Marburg

Die Ermittler entdeckten damals zahlreiche Messerstiche. Als Täter wurde ihr Geliebter, der Schuhmacher Ludwig Hilberg, ermittelt. Er wollte die Frau nicht heiraten.

Marburg hatte damals noch eher dörflichen Charakter. In der Stadt lebten rund 6000 Menschen in eher bescheidenen Verhältnissen. Hinzu kamen rund 230 Studenten.

Der Autor Matthias Blazek hat sich auf Spurensuche begeben und mit viel Archivmaterial den Fall, die Ermittlungen und schließlich auch die Hinrichtung des Täters am 14. Oktober 1864 am Rabenstein akribisch recherchiert und dokumentiert. „Mord und Sühne“ heißt sein Buch.

Besonders spannend ist es nicht nur wegen des Mordfalls. Die Hinrichtung durch das Schwert, die viele Schaulustige verfolgten, war die letzte öffentliche Hinrichtung in Hessen. Blazek beleuchtet nicht nur Opfer und Täter sondern auch den letzten hannoverschen Scharfrichter Christian Schwarz (rundes Foto, Repro: Dietrich Alsdorf), der die Hinrichtung auf dem Rabenstein bei Marburg vollzog.

Bis heute ist der Fall im Gedächtnis vieler Marburger geblieben – ein Baum am Dammelsberg heißt bis heute „Mord­eiche“. Unterstützt wurde Blazek bei seinen Recherchen von den Marburgern Reinhold Drusel, Helmut Klingelhöfer, Johannes Linn, Dr. Lutz Münzer und Lena Terlisten.

  • Das Buch: Matthias Blazek, „Mord und Sühne. Der Prozess gegen den Schuhmacher Ludwig Hilberg, der 1864 vor großem Publikum hingerichtet wurde“, ibidem-Verlag, 118 Seiten, 18,80 Euro.

von Uwe Badouin