Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Schild soll Dienstmann Christian würdigen
Marburg Schild soll Dienstmann Christian würdigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 25.05.2019
Die Christian-Statue an der Wasserscheide. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die „Marburger Linke“ hatte in einem Antrag ­gefordert, dass der Magistrat in direkter Nähe der Bronze-Statue des Dienstmannes Christian an der Wasserscheide ein erläuterndes Schild anbringen solle. Zur Begründung hieß es, dass die Statue an einem beliebten Platz zum Rasten aufgestellt sei. Sie stelle einen Mann dar, der zu seinen Lebzeiten in Marburg bekannt gewesen sei. Inge Sturm (Linke) verwies auf den verdienstvollen Bericht in der OP über Christians Biographie vor wenigen Wochen.

„Er war vor allem am Bahnhof anzutreffen, wo er Menschen half, die Koffer zu tragen“, so der Linken-Antrag. Gefordert wurde, dass die Stadt Marburg eine Tafel in der offiziellen blauen Form neben der Statue anbringen solle, „um dieser Symbolfigur Marburgs eine würdige Erinnerung zu garantieren“.

Die neue Kulturamtsleiterin­ Ruth Fischer sagte im Kulturausschuss, dass der Dienstmann Christian auf jeden Fall eine Schlüsselfigur gewesen sei. Insofern sei eine nachträgliche Würdigung durchaus im Sinne der Stadt, auch wenn der Hommertshäuser Dienstmann Christian kein Marburger gewesen sei. Allerdings habe sie bei einer Ortsbegehung festgestellt, dass es in unmittelbarer Nähe rund um die Wasserscheide bereits mehrere Historische Hinweistafeln der Stadt ­gebe. Deswegen sprach sie sich gegen eine weitere Beschilderung aus.

Möglich sei aber auf jeden Fall ein kleiner Hinweis mit einem QR-Code, mit dem man per Smartphone vielleicht auf weitere Hinweise zur Biographie des Dienstmannes verweisen könne. Myriam Hövel (SPD) unterstützte den Linken-Antrag und forderte, man könne doch neben der Statue wenigstens ein kleines Schild anbringen und zudem auf zusätzliche Online-Infos verweisen. Das sahen auch Matthias Range (CDU) und Madeleine Stahl (Grüne) so. Die Grünen-Politikerin merkte­ zudem an, sie freue sich immer, wenn sie in Marburg eine Hinweistafel auf den ehemaligen Wohnort einer Marburger Berühmtheit sehe. Fischer machte deutlich, dass man ja vielleicht ein kleines Hinweisschild in abgespeckter Form anbringen könne, auf dem wenigsten der volle Namen des Dienstmannes sowie seine Lebensdaten vermerkt sein könnten. Der auf diesen Kompromiss hin abgeänderte Antrag erhielt die Zustimmung aller Ausschussmitglieder.

von Manfred Hitzeroth