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Marburg Branche hofft auf guten Neustart
Marburg Branche hofft auf guten Neustart
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16:58 29.06.2021
„Nomadland“ hat im Frühjahr den Oscar als bester Film gewonnen. OP und Cineplex präsentieren ihn an diesem Mittwoch, 30. Juni, als Vorpremiere. Das Foto zeigt Regisseurin Chloé Zhao (links) und ihre Hauptdarstellerin Frances McDormand am Set.
„Nomadland“ hat im Frühjahr den Oscar als bester Film gewonnen. OP und Cineplex präsentieren ihn an diesem Mittwoch, 30. Juni, als Vorpremiere. Das Foto zeigt Regisseurin Chloé Zhao (links) und ihre Hauptdarstellerin Frances McDormand am Set. Quelle: Foto: Searchlight Pictures
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Marburg

Am Donnerstag, 1. Juli, ist es so weit: Bundesweit starten die Kinos – und das mit einem vollen Programm.

Monatelang hatten die großen Kinoverbände und die Filmverleiher auf einen gemeinsamen Start der deutschen Kinos hingearbeitet. Nur so sei gewährleistet, dass genügend neue Filme in die Kinos kämen. Das hat geklappt. Unter anderem startet am Donnerstag in Marburg der große Oscargewinner des Jahres 2021: „Nomadland“ von Regisseurin Chloé Zhao mit der grandiosen Hauptdarstellerin Frances McDormand.

Die OP und das Cineplex präsentieren das Road-Movie bereits am Mittwoch als OP-Vorpremiere: Um 20 Uhr ist die deutsche Fassung zu sehen und ab 20.15 Uhr die englische Originalversion. Frances McDormand („Fargo“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) spielt in „Nomadland“ die Witwe Fern. Sie ist eine moderne Nomadin. Vielen Menschen in den USA geht es wie ihr. Ihre wenigen Habseligkeiten stecken in einem ausgebauten Truck, mit dem sie durch die USA zieht, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält.

Film gewann drei Oscars

Der Film „Nomadland“ zeigt die Kehrseite des amerikanischen Traums, Kritiker zeigten sich begeistert: Die in China geborene Regisseurin Chloé Zhao bilde die oft bedrückende Realität ihrer Protagonisten mit einer berührenden Poesie ab. „Nomadland“ gewann drei Oscars: für den besten Film, die beste Regie und für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin.

Die Corona-Pandemie hat die Kinobranche weltweit schwer getroffen. Das vergangene Jahr und das Frühjahr 2021 waren eine Katastrophe. Profitiert von den Corona-Lockdowns haben insbesondere die Streamingdienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime. Jetzt hofft die gebeutelte Kinobranche auf einen Neustart. Ab 1. Juli starten gleich mehrere hochkarätige Filme.

Spektakuläre Action, die gerade im Kino besonders gut zur Geltung kommt, versprechen zum Beispiel „Godzilla vs. Kong“ mit einem epischen Kampf der zwei Titanen. Ein deutsches Urgestein mischt ebenfalls beim Neustart der Kinos mit: Komiker Otto spielt in „Catweazle“ einen schusseligen Zauberer aus dem Mittelalter, der durch ein Missgeschick in unserer Gegenwart landet und sich plötzlich mit allerhand Seltsamkeiten auseinandersetzen muss. Der Film basiert auf einer populären TV-Serie aus den 1970er-Jahren. An seiner Seite sind Julius Weckauf (bekannt aus „Der Junge muss an die frische Luft“) und Katja Riemann zu sehen. Weitere neue Filme sind „Nobody“ mit Bob Odenkirk, den Fans aus den Serien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ kennen, sowie „Der Spion“: Benedict Cumberbatch, der durch die BBC-Serie „Sherlock Holmes“ zum Weltstar wurde, spielt darin einen einfachen Geschäftsmann, der sich auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges von britischen und amerikanischen Geheimdiensten als Kurier einspannen lässt.

Die Marburger Kinobetriebe haben sich an den vergangenen zwei Wochenenden im Cineplex und im Capitol-Center bereits „warmgelaufen“, nach dem langen Lockdown die Abläufe für den Kinoneustart wieder eingeübt: Kassen, Einlass, Corona-Tests, Erfassung der Kontaktdaten und der Service mussten eingespielt werden. Im Cineplex laufen zehn Filme neu an, im Capitol-Center vier Filme. Kinder dürfen sich auf „Peter Hase 2 – Ein Hase macht sich vom Acker“, „100 % Wolf“ und „Cats & Dogs 3 – Pfoten vereint“ freuen, Horrorfans können sich bei „Freaky“, „A Quiet Place 2“ oder „Conjuring 3“ gruseln.

Wie gut der Kino-Neustart in diesem Jahr gelingt, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Die „AG Kino – Gilde“ hatte bereits kritisiert, dass die Kinos „mit einem föderalen Flickenteppich von Auflagen“ konfrontiert seien. Der Verband vertritt Programmkinos in Deutschland. Die Vorgaben, zu denen Kinos in Deutschland wieder öffnen können, sind laut Verband von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Auch die Cinestar-Gruppe hatte Bedenken geäußert. Sie plant ebenfalls eine Eröffnung ihrer bundesweit 49 Lichtspielhäuser zum 1. Juli. Neben dem einheitlichen Termin müsse die Wiedereröffnung zudem an weitere Rahmenbedingungen geknüpft werden, um den Kinos überhaupt ein wirtschaftlich tragfähiges Arbeiten zu ermöglichen, sagte Geschäftsführer Oliver Fock. Im vergangenen Jahr waren die Kinos bereits im Frühjahr mehrere Wochen geschlossen gewesen.

Doch auch wenn sie im Sommer für einige Monate wieder Filme zeigen konnten, so war 2020 ein katastrophales Jahr für die Branche: Allein in Deutschland brachen die Kino-Besucherzahlen drastisch ein. Im vergangenen Jahr wurden rund 38,1 Millionen Tickets verkauft – etwa 80,5 Millionen weniger als noch ein Jahr zuvor. Das entspricht laut Zahlen der Filmförderungsanstalt (FFA) einem Rückgang von rund 68 Prozent.

Mit dem Gutschein in der OP vom 29. Juni erhalten Sie wie immer bei OP-Vorpremieren ermäßigten Eintritt. Den Gutschein muss man ausschneiden und zur Vorstellung mitbringen.

Die Regeln

Was muss man in Corona-Zeiten beim Kinobesuch beachten? Für einen Kinobesuch ist derzeit ein negativer Corona-Test erforderlich. Dieser kann vor jeder Vorstellung kostenlos im Cineplex durchgeführt werden. Außerdem gelten der Nachweis eines kompletten Impfschutzes oder ein Genesenen-Nachweis. Die Kinos sind zudem verpflichtet, Kontaktdaten zur eventuellen Nachverfolgung zu erfassen. Online geschieht dies automatisch, einfach ist es auch über die Luca-App vor Ort, und es gibt Erfassungsbögen im Cineplex. Wer sich im Kino bewegt, muss eine Maske tragen. Am Platz darf man in Hessen derzeit die Maske abnehmen. 

Von Uwe Badouin