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Marburg Bordstein-Kante bereitet Radlern Sorge
Marburg Bordstein-Kante bereitet Radlern Sorge
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12:57 12.10.2019
Die Bordstein-Kante unterbricht den Radweg, der in der Bahnhofstraße gerade markiert wird. Quelle: Björn Wisker
Marburg

„Die Leute, die da langfahren müssen, um zur ­Arbeit zu kommen, können einem leid tun, ich schließe mich da mit ein“, schreibt Michael Preis auf dem OP-Facebook-Kanal.

„Die Verkehrsführung Bahnhof/Innenstadt ist eh 
eine Zumutung und dann jetzt das auch noch“, schreibt Liane­ Lindenau.

„Verkehrschaos die Zweite“, schreibt Florian Noll in Anlehnung an die regelmäßigen Berufsverkehrs-Staus.

„Mal schauen, ob dem Nordviertel auch die Fahrrad fahrenden Kunden reichen“ schreibt Ute Hinkelmann in Bezug auf den Einzelhandel, dessen Vertretung – der Werbekreis Nordstadt – die Verkehrsveränderung, die 
gewährleistete Erreichbarkeit lobte.

„Nichts Halbes und nichts Ganzes“

Sorgen bereitet Radfahrern unterdessen ein sechs Zentimeter hoher Bordstein an der Kreuzung Bahnhof- und Robert-Koch-Straße. Dieser ist von der Stadtverwaltung so gesetzt worden, um Radfahrer faktisch zum Absteigen vor dem Gehweg zu zwingen. Denn: An dieser Stelle wird der Nordstadt-Neu-Radweg unterbrochen, führt nicht auf der Straße, sondern für wenige Meter bis zur Kreuzungs-Ampel auf dem Fußgängerbereich entlang.

Von „möglichen gefährlichen Situationen“ spricht daher ­Lukas Ramseier, Asta-Verkehrsreferent. Auch Psychologie-Studentin Gesine ­Ortwein hält im OP-Gespräch die Stelle­ für „ziemlich radverkehrsunfreundlich“, ebenso wie Politik-Student Stefan Trauscher: „Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Im Pilgrimstein sieht man doch, wie gut eine klare Radspur genutzt wird.“ 

Straßenverkehrsbehörde­: Ampel ist das Problem

Das werde ein Radweg, „der sich selbst ausbremst“, sagt Tristan Göller, Wirtschafts-Student. Von „vorprogrammierten Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern“ spricht Thomas Müller, der im nahen Behördenzentrum arbeitet.

Die Bordstein-Lösung ist auch laut Markus Hagenbring von 
der Straßenverkehrsbehörde­ „nicht ideal und ein Knackpunkt“. Jedoch: Die Ampelschaltung sei „nicht so zu gestalten, dass die Leistungsfähigkeit der Kreuzung nicht gesprengt würde“.

von Björn Wisker