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Marburg Boptown Cats rocken Castingshow
Marburg Boptown Cats rocken Castingshow
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10:39 18.09.2012
Quelle: Vox
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Marburg

Am längsten ließ sich Scooter-Frontmann H.P. Baxter bitten. Das Publikum klatschte und tanzte schon im Kölner-Fernsehstudio, als der letzte Juror sein X auf den Tisch hob. X heißt bei der Castingshow X-Factor so viel wie „überzeugt“. Drei X sind das Ticket für die nächste Runde, die Marburger „Boptown Cats“ holten alle vier.

„Der Funke muss überspringen“, fasst Henry Michel das Rezept zusammen. „Wenn Du das Publikum nicht erreichst, kannst Du noch so ein guter Musiker sein – es bringt nichts.“ Die Boptown Cats sind gute Musiker, aber vor allem beherrschen sie das Spiel mit dem Publikum.

Das haben sie auf unzähligen Konzerten, bei  Stadtfesten, aber auch Geburtstagen und Hochzeiten bewiesen: Sie können sich anpassen. Für die Älteren singen sie „Rote Lippen muss man küssen“, für die Jury bei X-Factor gibt es „Tainted Love“ von Soft Cell und  – ganz egal, welches Lied oder Publikum – sie rocken. „Wir geben immer Vollgas, egal, wie viele da sind“, sagt Michel.

Auf der Facebook-Fanseite bekannten sich nach dem Auftritt am Sonntagabend neue Fans zur Band. „Bin eigentlich reiner Elektroniker und kann solche Chaos-Casting-Shows gar nicht haben - bin durch Zufall dort hängen geblieben und ihr ward grandios!“, schreibt da einer der vielen Gratulanten Tom Furora Treffert.

Zu alt für die Musikkarriere?

„Wir freuen uns natürlich, dass wir und unsere Musik auch im Fernsehen funktionieren“, sagt Henry Michel. Das war ein Grund für die vier, bei der Castingshow mitzumachen. Ansonsten wollten sie vor allem Spaß haben. Und wenn man sie auf der Bühne sieht, kann man guten Gewissens behaupten: Den hatten sie.

Selbst vor den Kameras und tausenden Fernsehzuschauern wirkten die vier souverän und eingespielt. Vielleicht liegt es daran, dass die vier verwandt sind, vielleicht sind es die neun Jahre, die sie inzwischen zusammen auftreten.

Bewerben mussten sie sich um die Teilnahme bei X-Factor nicht. Sie wurden von der Produktionsfirma direkt angesprochen und eingeladen mitzumachen. Bei so viel Lob und Erfolg fragt man sich, warum die Bobtown Cats nicht professionell Musik machen und ihre Jobs aufgeben. Aber dafür glaubt Michel, sind sie inzwischen zu alt. Sie haben Familie, Häuser und Berufe, da könne man nicht mehr monatelang auf Tour gehen und brauche auch finanziell eine gewisse Planungssicherheit. „Wir können mit Mitte vierzig noch mithalten, aber die After-Show-Party fand für mich zu Hause im Wohnzimmer statt - bei meiner Familie mit einem kühlen Bier.“ Das ist vielleicht der Unterschied zu den jungen Wilden, die sonst noch im Rennen sind.

Nach dem erfolgreichen Auftritt in der Casting-Phase, werden die Bobtown Cats erst wieder am 30. September und siebten Oktober im Fernsehen zu sehen sein, wenn die zweite Phase, das so genannte Bootcamp ausgestrahlt wird. Wer schon vorher Lust auf gute Laune Rockabilly hat, hat noch eine weitere Option: In diesem Jahr haben die Bobtown Cats ihre erste CD mit eigenen Liedern aufgenommen und der Titel „Lass es raus“ lässt vermuten, dass es auch in ihren „handgemachten“ Liedern ordentlich  zur Sache geht.

von Thomas Strothjohann