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Marburg Bohl übergibt Staffelstab an Witteck
Marburg Bohl übergibt Staffelstab an Witteck
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20:25 18.11.2021
Amtsübergabe der Präsidentschaft der Von Behring-Röntgen-Stiftung von Friedrich Bohl (links) an Dr. Lars Witteck.
Amtsübergabe der Präsidentschaft der Von Behring-Röntgen-Stiftung von Friedrich Bohl (links) an Dr. Lars Witteck. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Zehn Jahre lang stand der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl (CDU) an der Spitze der Medizinstiftung. Auch sein Nachfolger, der ehemalige Gießener Regierungspräsident Dr. Lars Witteck, ist ein hochkarätiger Vertreter der CDU aus Mittelhessen.

„Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und es ist für mich auch etwas ganz Neues gewesen“, sagte Bohl bei seiner Verabschiedung. Für ihn sei es besonders interessant gewesen, sich in die medizinische Fachsprache hineinzudenken, bekannte der scheidende Präsident der Medizinstiftung.

Deren Hauptzweck ist seit der Gründung durch die Landesregierung im Jahr 2006 die Förderung der Hochschulmedizin, von Forschung und Lehre an den beiden universitären Medizinstandorten in Gießen und Marburg gewesen. In dieser Zeit seien von der mit einem Stammkapital von 100 Millionen Euro ausgerüsteten Stiftung insgesamt 22 Millionen Euro ausgeschüttet worden, sagte Bohl. „Wir waren uns der Aufgabe bewusst, für die universitäre Medizin das Optimale herauszuholen“, bilanzierte der scheidende Stiftungs-Präsident.

Unter anderem an 91 Vorstandssitzungen, 22 Kuratoriums-Sitzungen und neun Tagungen des wissenschaftlichen Beirats nahm Bohl teil. Dabei habe er stets den Blick für das Wesentliche bewiesen und sich in den vergangenen zehn Jahren mit Herzblut für seine Aufgabe engagiert, sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne), die Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung. „Die Wissenschaftler beider Universitäten konnten in dieser Zeit von seiner großen Erfahrung und seinen vielen guten Kontakten profitieren“, betonte die Ministerin.

Unter Bohls Ägide sei in der Stiftungsarbeit ein besonderer Schwerpunkt auf die Förderung junger Wissenschaftler gelegt worden. Es sei eine sehr wichtige Aufgabe, die jungen und fähigen Personen mit einem großen Potenzial zu bestärken und auch zu ermutigen, in der Region Mittelhessen zu bleiben.

Besonders in der Corona-Zeit werde auch in der Öffentlichkeit deutlich, dass Mediziner und Medizinforscher an den beiden mittelhessischen Universitäten mit viel Engagement an den Lösungen für die großen Probleme der Gesellschaft arbeiten. „Sie haben nicht auf dem Schloss gethront, sondern die Stiftung zu den Menschen getragen“, sagte Dr. Gunther Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung des Uni-Klinikums Gießen und Marburg.

Wie der mittlerweile 76 Jahre alte Friedrich Bohl die Medizinstiftung geprägt habe, das verdeutlichte auch Professorin Andrea Olschewski, Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats. Besonders habe ihr immer Bohls imponierende Aufgeschlossenheit und sein diplomatisches Geschick imponiert. Zudem habe der vielseitig interessierte Stiftungspräsident sich durch Geduld, Liebenswürdigkeit und die Fähigkeit zu zukunftsträchtigem Denken sowie eine nahezu buddhistische Ruhe und Gelassenheit ausgezeichnet.

Verantwortung gerecht werden

Bohls Nachfolger Dr. Lars Witteck bekannte in seiner kurzen Ansprache gleich, dass er Bohls Gelassenheit in diesem Leben nicht mehr erreichen werde. Er versprach aber, der ihm übertragenen Verantwortung gerecht werden zu wollen. In einer Zeit der Anfeindungen gegenüber der Wissenschaft sei die Rückführung auf das Wohl der Menschen besonders wichtig. Das gelte besonders an den beiden großen mittelhessischen Medizinstandorten. „Die Kliniken und Universitäten verleihen der Region das Flair von Urbanität und internationaler Ausstrahlung“, betonte Witteck. Jenseits von „Papers und Peer-Reviews“ und Spitzenforschung seien die Kliniken aber vor allem dazu da, dass es den Menschen besser gehe.

„Dass wir Dr. Lars Witteck für dieses wichtige Amt gewinnen konnten, freut mich von Herzen“, sagte Wissenschaftsministerin Dorn. „Aus seiner Zeit als Regierungspräsident kennt er sowohl die Universitäten als auch die beiden Klinika und die Forschung, die dort betrieben wird, sehr gut.“ Aus seinem vielfältigen Engagement für die Region und auch als Vorstandsmitglied der Volksbank Mittelhessen sei Witteck hervorragend vernetzt und kenne wie kaum ein anderer die großartigen Potenziale, die sich aus der Verknüpfung der Hochschulstandorte ergäben.

Lesen Sie in der Samstagsausgabe ein ausführliches Porträt des neuen Stiftungsvorsitzenden und seiner Ziele für die Stiftung.

Von Manfred Hitzeroth

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