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Marburg Blutspende auch in Corona-Zeiten wichtig
Marburg Blutspende auch in Corona-Zeiten wichtig
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09:58 14.06.2021
Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fixiert während einer Blutspende die Nadel. Heute ist Weltblutspendetag.
Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fixiert während einer Blutspende die Nadel. Heute ist Weltblutspendetag. Quelle: Foto: Hauke-Christian Dittrich
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Kirchhain

„Give blood and keep the world beating“ – „Spende Blut und halte die Welt am Laufen“: Unter diesem Motto steht der diesjährige Weltblutspendetag. Täglich werden in Deutschland gut 14.000 Blutspenden benötigt. Blutkonserven und Blutprodukte sind bei Unfällen, Operationen oder bei schweren Krankheiten für die Betroffenen überlebenswichtig. Deshalb rufen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Blutspendeeinrichtungen gemeinsam zur Blut- und Plasmaspende auf.

Dass die Blutspende auch in der aktuellen Pandemielage von großer Bedeutung ist, verdeutlicht Gisela Wagner. Sie ist erste Vorsitzende und Bereitschaftsleiterin bei der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Kirchhain. „Man kann so viele Leute durch eine Blutspende retten“, sagt Wagner. Das gespendete Blut werde für unterschiedliche Zwecke verwendet. „19 Prozent des gespendeten Blutes wird für die Behandlung von Krebserkrankungen genutzt.“

Menschliche Interaktion kommt in Pandemie zu kurz

Die Kirchhainer DRK Bereitschaft biete auch in der Pandemiezeit weiterhin die Möglichkeit, Blut zu spenden. „Es gibt vier Termine im Jahr“, sagt Wagner. Der Ablauf bei der Blutspende wurde den aktuellen Umständen angepasst. „Es werden nur noch feste Termine vergeben, sodass es keine Warteschlangen und weniger Wartezeit gibt“, was auch positiv gesehen werden könne.

Zudem werden Masken vom DRK verteilt, damit sichergestellt wird, dass die Maske neu sei und schütze. Was wegfalle, sei die menschliche Interaktion vor allem auch nach der Spende, da zur Zeit kein Imbiss angeboten werde, wie das sonst üblich ist. „Das ist schade“, sagt Wagner.

Persönlicher Gesundheitscheck

Die Blutspende hat nicht nur für die Blutspendeempfänger eine positive Wirkung. Durch die ärztliche Untersuchung vor der Spende erhalte die Spenderin oder Spender zusätzlich einen kleinen persönlichen Gesundheitscheck. „Außerdem wird das Blut auf Krankheiten untersucht“, erläutert Wagner.

Weitere Informationen

Die nächste DRK-Blutspende der DRK Bereitschaft Kirchhain findet am 8. Juli im Bürgerhaus in Kirchhain statt. Eine Terminreservierung ist notwendig. Das UKGM informiert hier.

In Kirchhain seien die Spendetermine bei den DRK-Aktionen immer ausgebucht. „Im Durchschnitt haben wir 80 Spenderinnen und Spender“, sagt Wagner. Es seien vor allem Wiederholungsspenderinnen und -spender, die teilnehmen. Deshalb warte man auch auf Erstspenderinnen und -spender. Man kümmere sich gut um sie und sie seien immer herzlich willkommen.

Spender werden überall gesucht

Man kann Blut nicht nur beim DRK spenden – auch beim Universitätsklinikum Gießen und Marburg werden dringend Spender gesucht. An den beiden Klinikstandorten wird beispielsweise alle zehn Minuten eine Blutkonserve für einen kranken Patienten benötigt.

Insgesamt sind das laut UKGM 50.000 Blutkonserven pro Jahr. Zurzeit werden am Universitätsklinikum Gießen und Marburg etwa 37.000 Blutkonserven pro Jahr gespendet; die fehlenden Blutkonserven müssen von anderen Spendediensten bezogen werden.

Wer darf Blut und Plasma spenden?

Spenderinnen und Spender müssen bei der Erstspende laut BZgA mindestens 18 Jahre alt sein und dürften höchstens 60 Jahre alt sein. Das Höchstalter für regelmäßige Spender liegt hier bei 68 Jahren. Man muss zudem gesund sein und darf kein erhöhtes Risiko für bestimmte Infektionskrankheiten haben. Zudem sollte man genug getrunken und gegessen haben. Eine Corona-Impfung ist kein Ausschlusskriterium für eine Blutspende.

Die Höchstgrenze an Spenden innerhalb von zwölf Monaten liegt für Frauen bei vier und für Männer bei sechs Vollblutspenden. Der Abstand zwischen den Spenden beträgt mindestens acht Wochen.

Plasmaspenden sind bis zu 60 Mal innerhalb von zwölf Monaten möglich. Der Abstand zwischen den Spenden liegt bei mindestens zwei Kalendertagen.

Von Lucas Heinisch