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Marburg Bis zu 100 Spritzen am Tag
Marburg Bis zu 100 Spritzen am Tag
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07:58 09.02.2021
Der Weg zum Marburger Impfzentrum am Messeplatz.
Der Weg zum Marburger Impfzentrum am Messeplatz.
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Marburg

Am Dienstag öffnet das Marburger Impfzentrum am Messeplatz seine Pforten und geht in Betrieb, wenn auch noch nicht unter Volllast. Einsatzbereit ist es schon seit knapp zwei Monaten, die Öffnung der lokalen Einrichtung in Hessen ließ mangels Impfstoff auf sich warten. Im Dezember wurde das große Zelt auf dem Marburger Messeplatz in kurzer Zeit aufgestellt, Impfstraßen eingerichtet und der erste Stichtag 11. Dezember eingehalten.

Da gab es noch keine Impfstoff-Zulassung, der erwartete Start verschob sich dann auf Ende Dezember und schließlich erneut. Nachdem am 19. Januar die sechs regionalen Impfzentren, etwa Gießen, in Betrieb gingen, folgen nun die landesweit 28 lokalen Anlaufstellen für Impfwillige.

Damit greift der Einsatzbefehl der Hessischen Landesregierung und ab heute kommen die ersten in die Marburger Einrichtung, die für Impfberechtigte aus dem gesamten Landkreis zuständig ist. Bis zu 100 Personen sollen laut Kreis-Pressestelle am Tag geimpft werden können. Das Impfzentrum hat an sieben Tagen in der Woche zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Sollte bei ausreichend Impfstoff der Vollbetrieb eingeleitet werden, dürften laut Gesundheitsamt mehr als 1 000 Menschen am Tag geimpft werden können. Zunächst öffnet jedoch nur eine der 16 eingerichteten Impfstraßen.

Wichtig für Impflinge, die per Pkw kommen: Fest vorgeschriebene Zu- oder Abfahrtswege oder Einbahnstraßenregelungen – wie etwa am Gießener Impfzentrum – sind auf dem großen Platz an der Afföllerstraße nicht geplant. Wie der Landkreis mitteilt, können alle Zufahrten zum Messeplatz genutzt werden, ausreichend Parkplätze stehen rund um das Impfzentrum zur Verfügung und sind ausgeschildert. Mit dem Bus ist der Messeplatz direkt auch mit den Linien 4 oder 76 erreichbar.

Der Impf-Probelauf

verlief erfolgreich

Im Vorfeld wurde ein Testlauf mit mehr als 70 Mitarbeitern des Rettungsdienstes durchgeführt, um logistische und organisatorische Abläufe zu überprüfen. Der Probelauf sei erfolgreich gelaufen, berichtet der Kreis. Die Angehörigen des Rettungsdienstes zählen ebenfalls zur höchsten Impf-Priorisierungsstufe. Die Probanden vom medizinischen Fachpersonal der Impfzentrum-Betreiber (Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe und DRK Kreisverband Marburg-Gießen) durchliefen beim Test alle Stationen der Impfstraße. Von der Anmeldung, über die ärztliche Anamnese, bis zur eigentlichen Spritze und der Zeit im Warteraum – für kurze Zeit stehen die frisch Geimpften noch unter ärztlicher Beobachtung, um akute Nebenwirkungen ausschließen zu können. Termine für beide Impfungen erhalten weiterhin nur impfberechtigte Personen der höchsten Prioritätsgruppen des Landes, vor allem über 80-Jährige oder Personal von Altenheimen, ambulanten Pflegediensten oder Kliniken mit hohem Ansteckungsrisiko.

Wie das Land zuletzt mitteilte, kommen aktuell landesweit rund 300 000 Menschen der höchsten Priorität im laufenden Anmeldeverfahren für Termine in den Impfzentren in Frage. Dafür braucht es ausreichend Impfdosen auf Vorrat: Trotz zuletzt reduzierter Lieferungen von Biontech habe das Mainzer Unternehmen „stetige Lieferungen und konkrete Mengen über mehrere Wochen“ in Aussicht gestellt. Wöchentlich sollten demnach durchschnittlich rund 60 000 Impfdosen dieses Herstellers nach Hessen geliefert werden, die ausschließlich den 28 Impfzentren zur Verfügung stehen. Jede Lieferung wird weiterhin für die notwendige Zweitimpfung halbiert und auf Vorrat vorgehalten.

Mittlerweile hat Hessen laut Innenministerium zudem die ersten 26400 Impfdosen von Hersteller Astrazeneca erhalten, die gestern an die Impfzentren ausgeliefert wurden, die die Weiterverteilung organisieren. Mit dem Mittel geimpft werden dabei nur Personen unter 65 Jahre, etwa Pflegepersonal in Kliniken. Ältere Impflinge erhalten das Biontech-Vakzin.

Für Fragen zu den Abläufen des Marburger Impfzentrums hat der Landkreis eine Hotline geschaltet, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass über diese keine Impftermine vereinbart werden können: Per Telefon unter 0 64 21/40 51 88 8 sind die Mitarbeiter montags bis freitags in der Zeit von 9 Uhr bis 16 Uhr für Fragen zum Impfzentrum erreichbar.

Von Ina Tannert

08.02.2021
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