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Marburg Stadtwerke-Gewinn steigt kräftig an
Marburg Stadtwerke-Gewinn steigt kräftig an
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09:58 30.12.2020
Die Stadtwerke Marburg legten ihre Bilanz des zurückliegenden Geschäftsjahres vor. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Marburg

Die Stadtwerke Marburg haben eine erfolgreiche Bilanz des Geschäftsjahres 2019 vorgelegt: Demnach stieg der Jahresüberschuss der Stadtwerke-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 561 000 Euro auf knapp 1,23 Millionen Euro – ein Zuwachs um gut 84 Prozent. „Dass wir so erfolgreich waren, ist im Hinblick auf das derzeitige Corona-Jahr auch wichtig“, verdeutlicht Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg. Denn: Alleine im Nahverkehr gehe man von einem Ergebnisverlust von mehr als einer Million Euro aus, die Fahrgastzahl sei um rund 40 Prozent eingebrochen. Und das, wo der Nahverkehr ja ohnehin ein defizitäres Geschäft für die Stadtwerke ist. Obwohl sich die Kennzahlen im Vorjahr, wie Holger Armbrüster verdeutlicht, positiv entwickelt hätten: Demnach lag die Beförderungsleistung bei gut 3,4 Millionen Kilometern, 2018 waren es noch knapp 3,37 Millionen Kilometer gewesen. Die Zahl der Fahrgäste stieg im gleichen Zeitraum von 18,5 Millionen auf rund 18,7 Millionen an. „Unser sehr engmaschiger Nahverkehr wird gut genutzt“, so der Geschäftsführer. „Dabei setzen wir 80 Fahrzeuge ein – und mehr als die Hälfte werden mit Erdgas betrieben“, sagt Armbrüster. „Außerdem haben wir zwei Elektro-Busse bestellt, die Anfang 2021 kommen sollen.“ Das Defizit der Sparte Verkehrsbetrieb habe mit 5,7 Millionen Euro in etwa auf dem des Vorjahres gelegen.

Zahl der Stromkunden stieg um gut 1200 an

Positiv entwickelt hat sich im vergangenen Geschäftsjahr auch die Zahl der Stromkunden: Sie stieg um gut 1 200 auf 59 844. Dennoch hat das Unternehmen mit 190,1 Millionen Kilowattstunden gut 65 Millionen Kilowattstunden weniger als im Vorjahr abgesetzt – vor allem wegen des Verlusts eines Großkunden, wie es heißt.

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Die Zahl der Vertriebs- und Netzkunden in der Gassparte ist indes im Jahresvergleich um 33 auf 16 579 leicht gesunken. Doch stieg der Erdgasabsatz im gleichen Zeitraum immens: 801,2 Millionen Kilowattstunden Erdgas verkauften die Stadtwerke – im Geschäftsjahr zuvor waren es 514,3 Millionen Kilowattstunden. Auch dafür sei der Gewinn von Großkunden maßgeblich entscheidend. Und: Die Wärmeabgabe lag 2019 mit 74 Millionen Kilowattstunden nur knapp unter dem Vorjahreswert (74,1 Millionen kWh).

Die verbundenen Unternehmen hätten dafür im vergangenen Jahr erneut einen „positiven Ergebnisbeitrag“ geliefert, wie der Geschäftsführer verdeutlicht. So hat die Marburger Entsorgungs-GmbH einen Überschuss von 153 000 Euro erzielt – für das Plus von 52 000 Euro zum Vorjahr seien vor allem die gestiegenen Umsatzerlöse aus der Gewerbeabfallentsorgung (plus 263 000 Euro) sowie aus Entsorgungsleistungen für Kommunen (plus 156 000 Euro) ursächlich. Auch die Marburger Kommunalentsorgungs-GmbH konnte ihre Umsatzerlöse von knapp 1,8 Millionen auf gut 1,9 Millionen Euro steigern. Unterm Strich standen 145 000 Euro – 13 000 Euro mehr, als noch im Vorjahr. Im Plus lag auch die Stadtwerke Marburg Immobilien GmbH mit 41 000 Euro – das Ergebnis fiel aber um 63 000 Euro niedriger aus, als im Vorjahr. Ursächlich dafür seien vor allem deutlich höhere Personalaufwendungen ebenso, wie gestiegene Material- und sonstige Aufwendungen.

Großes Thema im vergangenen Jahr: Die Umstellung von L- auf H-Gas, „eine Mammutaufgabe“, wie Armbrüster verdeutlicht. 22 000 Gasgeräte seien im Vorfeld im Versorgungsbereich gefunden und überprüft worden, obwohl man ursprünglich nur von 18 400 Geräten ausgegangen sei. Und dann sei die Umstellung in zwei Teilschritten erfolgreich vorgenommen worden. Insgesamt haben die Stadtwerke im vergangenen Geschäftsjahr 13,1 Millionen Euro investiert – 3,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. „Die Steigerung von Effizienz und das Gewährleisten der Versorgungssicherheit liegen dabei im Fokus“, sagt Holger Armbrüster. So sei beispielsweise das Fernheizkraftwerk am Ortenberg umfassend modernisiert worden, im Stadtwald sei eine Anlage nach einem Brandschaden neu gebaut worden. Auch in die Modernisierung der Strom- und Gasnetze wurde investiert, außerdem wurde das Glasfasernetz weiter ausgebaut.

„Es war also ein erfolgreiches Jahr 2019“, resümiert Holger Armbrüster. Schwankungen im Großkundengeschäft gebe es immer, „das hat zwar Auswirkungen auf den Umsatz – allerdings sind dort die Margen ohnehin sehr gering, sodass die Auswirkungen auf das Jahresergebnis immer recht moderat ausfallen.“ Daher sei es wichtig und erfreulich, „dass unser Privatkundengeschäft nicht nur stabil ist, sondern auch weiterhin leicht wächst“. Das zeige, dass man nicht nur attraktive Preise habe, „sondern dass die Kunden auch unsere Beratungsleistungen und unsere Förderangebote schätzen“. Armbrüster verdeutlicht: „Wir sind hier vor Ort, wir sind kein anonymer Anbieter, der ein Call-Center sonstwo betreibt. Vielmehr kommen unsere Mitarbeiter aus der Region – wir sind hier verwurzelt.“

„Faire und transparente Preise“

Und die Kunden wüssten zu schätzen, dass die Stadtwerke Marburg „faire und transparente Preise“ hätten: „Bei uns bekommt jeder Neukunde den gleichen Preis wie der Bestandskunde. Es werden alle gleich behandelt, und der Kunde weiß auch, wie sich der Preis im kommenden Jahr entwickelt.“ Das sei eher selten, „da muss man sich ja nur den Preis-Wirrwarr auf den Vergleichsportalen anschauen.“

Von Andreas Schmidt

30.12.2020
29.12.2020