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Marburg Biker holen sich Inspiration
Marburg Biker holen sich Inspiration
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15:57 10.06.2020
„Für Motorradfahrer gibt es kein schlechtes Wetter“, sagte einer der Besucher des Motorradkinos. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Wenn er ruft, dann kommen sie alle. Valentin Müller ist sowas wie ein Influencer für Motorrad-Begeisterte. Seine Videos bei Youtube wurden schon zwei Millionen Mal angeklickt, er hat Anhänger in der ganzen Welt und er hat im Landkreis einen Partner gefunden, der ihn bei seiner Weltreise mit Equipment unterstützt – SW Motech.

Normalerweise veranstaltet der Ausrüster im Juni immer sein Sommerfest. Im vergangenen Jahr waren 25.000 Besucher in Rauschenberg. In diesem Jahr gab es weniger Besucher, aber dafür eine Premiere.

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Motorradkino in Marburg mit „Valle on Tour“, der von seiner Reise mit seiner „Uschi 3“ durch Deutschland und Island mit beeindruckenden Bildern berichtete.

„Uschi 3“ ist sein Motorrad, eine BMW 1250 GS Adventure. Am Freitagabend standen viele „Uschis“ auf dem Messeplatz in Marburg. Denn trotz bescheidenen Wetteraussichten hatten es sich etwa 20 Biker nicht nehmen lassen doch mit ihrem Zweirad nach Marburg zu fahren.

Besucher kam extra aus Chemnitz

„Für Motorradfahrer gibt es kein schlechtes Wetter“, bemerkte ein Rauschenberger, der schon durch die Wüste von Libyen mit dem Motorrad gefahren ist. Die gleiche Einstellung hatte auch Thies Kleinwächter. Der Schleswig-Holsteiner ist gerade mit seinem Motorrad in Deutschland unterwegs und war aus Chemnitz angereist.

„Vor zehn Tagen habe ich von dieser Aktion gelesen und mir gedacht: Das gebe ich mir doch mal“, sagte der Unternehmer, der übrigens sofort nach seiner Ankunft mit den anderen Fahrern ins Gespräch kam.

„Unter den Motorradfahrern gibt es eine große Community“, erklärte Valentin Müller, mit der er auch regelmäßig unterwegs ist. So wurde er beispielsweise bei seiner Deutschland-Rundreise immer von Gleichgesinnten begleitet, täglich wechselnd.

Wo es ihm am besten gefallen hat, wollte die OP wissen. „In Rheinland-Pfalz“, sprudelte es aus ihm heraus. „Der Hunsrück, die Vulkaneifel – Wahnsinn was Deutschland an Strecken zu bieten hat“, geriet er gleich wieder ins Schwärmen.

Denn wenn er mit seiner Uschi die Serpentinen rauf- und runterfährt, dann spürt er eben diesen „unglaublichen Freiheitsgedanken und direkt die Natur, ungefiltert. Nicht so wie im Auto. Das ist wirklich ein puristisches Gefühl.“ Irreal war für den 35-Jährigen auch, dass er statt vor 100 Leuten am Samstag vor 200 Fahrzeugen seinen Reisebericht hielt. „So viele Zuhörer hatte ich noch nie“, sagte er schon etwas aufgeregt.

Obwohl, als das Mikrofon an war, dann war er sofort in seinem Element. Reden und andere Menschen für seine Leidenschaft, das Motorrad, begeistern.

Besucher aus Bayern kommt im Auto

Einer von ihnen war Tim Dudenhöfer aus Bottenhorn. Vor acht Jahren hat er sich seinen Traum von einer eigenen Maschine erfüllt, hat mittlerweile Schottland und Südtirol damit bereist. „Fahren und gucken. Das macht den Kopf frei“, beschrieb er, was er fühlt, wenn er mit seinem Motorrad unterwegs ist. „Inspiration“ wolle er sich an diesem Abend holen. Für seine nächste Reise mit Zelt und Isomatte.

Die längste Anreise hatte wohl Harald Fix vom bayrischen Kesselberg. „Ich wollte sowieso zum Sommerfest und einige Einkäufe erledigen, nun schaue ich mir gerne den Reisebericht an“, berichtete er aus dem Auto heraus. „Ja, normalerweise wäre ich mit dem Motorrad gekommen, aber das Wetter“, sagte er noch und zeigte nach oben.

Da war die große Regenwolke aber schon vorüber gezogen und die Motorrad-Begeisterten konnten trocken auf ihren Bikes oder in ihren Autos mit Valentin Müller in Erinnerungen an seine Island-Reise schwelgen.

Von Katja Peters

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