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Marburg Sport und Bewegung an der KSM
Marburg Sport und Bewegung an der KSM
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11:58 24.09.2021
Beim Bewegungstag zum 125-jährigen Jubiläum der Kaufmännischen Schulen Marburg stand auch Longboarden mit Sebastian Schröder (Zweiter von rechts) auf dem Programm.
Beim Bewegungstag zum 125-jährigen Jubiläum der Kaufmännischen Schulen Marburg stand auch Longboarden mit Sebastian Schröder (Zweiter von rechts) auf dem Programm. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen haben sich die Kaufmännischen Schulen (KSM) um Schulleiter Klaus Denfeld mit Sicherheit anders vorgestellt. Die Corona-Pandemie macht bereits seit einiger Zeit zahlreichen Schulen zu schaffen. Dennoch stellten die Verantwortlichen für den Bewegungstag, der alle zwei Jahre stattfindet, ein Konzept zusammen, das den Schwierigkeiten trotzte, sodass der Aktionstag gespickt mit sportlichen Angeboten in gebührendem Rahmen gefeiert werden konnte.

„Es ist aber immer noch nicht so, wie wir es gerne hätten. Deswegen haben wir auch vorab gesagt, dass der Tag immer noch Corona-bedingt ein bisschen beeinträchtigt ist“, stellt Denfeld fest. Im Vergleich zu vorherigen Bewegungstagen bestand für die Schülerinnen und Schüler nämlich in diesem Jahr nur die Möglichkeit, die Sport- und Bewegungsangebote innerhalb ihrer jeweiligen Klassen und im Freien zu nutzen.

„Wir haben sonst noch mehr Angebote und mit der Möglichkeit, dass sich Schüler aus verschiedenen Klassen in Workshops einwählen“, bedauert auch der Koordinator für Fachpraxis, Siegfried Groß. Hinzu kommt, dass die Durchführung von Schnelltests aller Anwesenden zu Beginn des Aktionstages, der mit einem Ehemaligentreffen von Schülern der KSM abgerundet wurde, notwendig war.

Die Einschränkungen trübten die Stimmung während des Bewegungstages jedoch gar nicht. Es wurde deutlich, dass das Miteinander die Teilnehmenden bei den mehr als 40 Angeboten, die über Schulgelände und Teile der Sportanlage des Georg-Gaßmann-Stadions verteilt waren, wieder ein Stück näher an die Normalität heranführte. Zumal die Schulleitung sich für den Bewegungstag auch besondere Workshops ausdachte: „Das sollen alles Sachen sein, die nicht so alltäglich sind und trotzdem Freude an der Bewegung bringen“, sagt der Schulleiter und verweist auf Angebote wie Street-Racket, Trommeln auf Gymnastikbällen oder Longboard fahren.

Es gibt auch Teamaufgaben

Doch es geht nicht nur um sportliche Aktivität, wie Sportkoordinator Moritz Rommelspacher berichtet: „Wir haben auch Teamaufgaben, bei denen die Klassenfindung im Vordergrund steht.“ So sei beispielsweise bei den Spielen „Blinder Mathematiker“ oder „Giftiger Kelch“ die gemeinsame Arbeit gefragt.

Dennoch sind Sport und Bewegung entscheidende Eckpfeiler der Schule. Bereits 2014 wurden die KSM als erste kaufmännische Berufsschule in Hessen mit dem Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr folgte die Rezertifizierung. „Dadurch, dass wir eine ,bewegte Schule’ sind, versuchen wir immer wieder, neue Sport- und Bewegungsangebote in die Schule hinein zu holen, um Bewegung für die Schülerinnen und Schüler auf einer anderen Art und Weise interessant zu machen“, sagt Denfeld.

KSM ist offizielle „Bikeschool“

Passend zu dem Jubiläum wurden die KSM in dem Zuge zur „Bikeschool“ ernannt – ein Projekt, das in Kooperation mit „Bikepool“, der AOK, der Stadt Marburg, dem Staatlichen Schulamt Marburg-Biedenkopf und der Kreisverkehrswacht entstanden ist. Die Schule erhält 20 Mountainbikes, die vom Fahrradladen „Rad am Grün“ zur Verfügung gestellt wurden. „Das wird ein neues Sportangebot bei uns an der Schule sein.

Die Sportkollegen können dann im Sportunterricht Mountainbiking anbieten, das kann entweder im Rahmen von einem Projekttag oder des regulären Sportunterrichts sein“, plant Denfeld. Sportkoordinator Rommelspacher blickt schon in die Zukunft: „Langfristig sind auch mal Aktionen über mehrere Tage geplant.“

Neue Herausforderungen

Der Bewegungstag der KSM ließ die Verantwortlichen um Schulleiter Denfeld jedoch nicht vergessen, dass die Schule weiterhin vor neuen Herausforderungen steht – eine große ist beispielsweise die Digitalisierung. Wie auch bei zahlreichen anderen Schulen bundesweit wissen auch die KSM, dass Nachholbedarf besteht.

„Alle reden vom Digitalpakt. Wir sind aber noch nicht optimal ausgestattet und haben das in der Corona-Krise sehr schmerzhaft gemerkt. Da ist zwar gerätemäßig einiges nachgeschoben worden, aber die gesamte Infrastruktur muss komplett erneuert werden“, sagt Denfeld.

Benutzung von iPads bewährt sich

Entsprechende Planungen der Stadt über die komplette Erneuerung der Innenhausverkabelung stehen in den kommenden zwei bis drei Jahren an. Ein Pilotprojekt mit der Benutzung von iPads innerhalb einer Klasse des Beruflichen Gymnasiums 2019 bewährte sich bereits.

„Jetzt haben wir das ausgeweitet auf das gesamte Berufliche Gymnasium und drei Klassen der höheren Berufsfachschule. Da sind wir bei 18 Klassen, die jetzt diese Möglichkeiten haben. Wir haben aber insgesamt etwa 60 Klassen und das heißt, dass da noch nicht so viel passiert ist.“

Von Yann Ruppersberg