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Marburg Betrüger erbeuten Geld per WhatsApp
Marburg Betrüger erbeuten Geld per WhatsApp
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11:18 20.04.2022
Gibt sich bei WhatsApp jemand als Familienmitglied aus und behauptet, eine neue Nummer zu haben, ist höchste Vorsicht geboten.
Gibt sich bei WhatsApp jemand als Familienmitglied aus und behauptet, eine neue Nummer zu haben, ist höchste Vorsicht geboten. Quelle: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
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Marburg

Betrüger probieren es immer wieder und haben leider trotz vielfältiger Warnungen der Polizei auch mit der sogenannten WhatsApp-Masche immer mal wieder Erfolg. Über das Osterwochenende fielen mehrere Menschen in Mittelhessen auf diese

Betrugsmasche herein. Unter den Opfern sind auch Menschen, die im Landkreis Marburg-Biedenkopf leben. Eine Frau etwa überwies in dem Glauben ihrem Sohn zu helfen per Sofortüberweisung den erbetenen Betrag von mehr als 2000 Euro. Ihre Versuche vor dem Transfer den Sohn zu erreichen blieben nach Polizeiangaben erfolglos, sodass sie sich zur Soforthilfe entschloss. Erst beim persönlichen Treffen drei Tage später flog der Schwindel auf. Das Geld ließ sich nicht mehr zurückfordern.

Das ist die Masche

Die Frau erhielt im Chat des Messenger-Dienstes eine Nachricht, die angeblich von ihrem Sohn kommen sollte. Darin wurde von einem neuen Mobiltelefon und der damit einhergehende Änderung der Nummer berichtet. Nach einigem Hin- und Her im Chat, äußerte der vermeintliche "Sohn" die Bitte um Begleichung einer Rechnung, da er das mit dem neuen Handy noch nicht selbst machen könne.

"Spätestens dann, wenn es in dem Chat ums Geld geht, gilt die höchste Alarmstufe und es ist Vorsicht geboten", warnt Polizeisprecher Martin Ahlich: "Hier verfahren die Betrüger mit der WhatsApp-Masche genau wie die Enkeltrickbetrüger, Schockanrufer oder falschen Polizeibeamten. Jede Story, egal ob bei einem unerwarteten Anruf oder einer SMS- oder Chatkonversation, endet mit einer Geldforderung. Man kann sich nur davor schützen, Opfer von diesen Betrügern zu werden, wenn man bei Geldforderungen grundsätzlich auflegt und den persönlichen Kontakt zum angeblich Hilfebedürftigen sucht!" 

Die WhatsApp-Masche sei seit mehreren Monaten auf dem Vormarsch und die Betrüger gingen, wie bei den anderen Betrugsarten auch, variantenreich und geschickt vor. Die Polizei bitte daher um erhöhte Aufmerksamkeit. 

Tipps der Polizei

  • Speichern Sie nicht sofort die unbekannte Nummer ab. Überprüfen Sie erst, ob es sich bei der neuen Nummer tatsächlich um die Ihres Kind oder Ihres Verwandten handelt. Hierzu eignet sich nicht die Chatfunktion. Besser ist ein persönliches Treffen, geht das nicht hilft ein selbst gewählter Rückruf über die bekannte alte Rufnummer oder optimaler Weise ein Video-Anruf.
  • Überweisen Sie niemals Geld, ohne vorher mit dem betreffenden Angehörigen bestenfalls bei einem Treffen gesprochen zu haben.
  • Falls Sie mit Festnetz- oder Handynummer im Telefonbuch stehen, veranlassen Sie das Löschen der Nummern. So erschweren Sie Betrügern das Leben.
  • Reden Sie mit Freunden, Verwandten, Angehörigen über die Betrugsmaschen und sprechen Sie Vorgehens- und/oder Verhaltensweisen ab.
  • Informieren Sie die Polizei, wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind! Der Verzicht auf eine Anzeige hilft nur den Betrügern.