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Marburg Benzinpreise schießen in die Höhe
Marburg Benzinpreise schießen in die Höhe
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08:39 15.10.2018
In Marburg kostet der Liter Diesel derzeit bis zu 1,49 Euro. Die Krise am Rohölmarkt sei für die hohen Preise verantwortlich. Quelle: Björn Wisker
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Marburg

„Der Grund dafür liegt an den Unsicherheiten am Rohölmarkt, die etwa durch die Sanktionen seitens der USA gegen den Iran verhängt wurden“, erklärt Cornelius Blanke, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen. Wenn eine Tankstelle ihre Preise erhöhe, entstehe schnell eine Kettenreaktion: Die anderen Tankstellen in der Umgebung würden dann nachziehen. „Denn die Tankstellen beobachten die Preisentwicklung der Konkurrenten ganz genau, um möglichst schnell auf Veränderungen zu reagieren“, so Blanke.

Doch so wenig man als einzelner Autofahrer auch gegen solche Entwicklungen ausrichten könne, so könne man dennoch beim Tanken sparen. Man solle darauf achten, zu welchen Uhrzeiten man tankt. So liege die beste Zeit dafür zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr. Zu diesen Zeiten könne der Kraftstoffpreis dann um bis zu acht Cent weniger kosten als am Morgen.

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Tankstellen-Verband: Pächter profitieren nicht

Hoch seien die Preise dagegen vor allem morgens zwischen 6 und 9 Uhr, mittags zwischen 11.30 und 15 Uhr sowie abends zwischen 17 und 19 Uhr. Blanke sagt: „Eine teils dramatische nächtliche Verteuerung der Kraftstoffpreise, wie es früher häufig der Fall war, ist heute jedoch nicht mehr die Regel.“

Um herauszufinden, ob die Tankstellen von den gestiegenen Kraftstoffpreisen profitieren, oder ob ihnen dadurch Kunden ausbleiben, hat sich die OP mit dem Pressesprecher des Vereins Tankstellen-Interessenverband, Herbert Rabl, unterhalten. „Man muss zunächst einmal bedenken, dass die Tankstellen den Großteil ihrer Einnahmen nicht mit dem Kraftstoffangebot verdienen. Über die Hälfte der Einnahmen wird nämlich durch den Tankstellenshop erzielt“, sagt Rabl.

Weitere Einkünfte erhielten die Tankstellen durch das Angebot sonstiger Dienstleistungen wie Autowäsche. „Wenn die Kraftstoffpreise hoch sind, geben die Kunden in der Regel weniger im Tankstellenshop aus“, erklärt er. Rabl betont, dass den Tankstellenbetreibern allerdings keine Schuld für die hohen Kraftstoffpreise gegeben werden könne. Denn diese seien zum größten Teil von ihren Mutterkonzernen abhängig, die den Preis vorgeben würden. Er geht davon aus „dass die Kraftstoffpreise in nächster Zeit wahrscheinlich noch weiter steigen werden“.

von Tim Goldau