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Marburg Viele Sportler, wenige Hallen
Marburg Viele Sportler, wenige Hallen
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16:00 14.11.2019
Als möglicher Standort für eine Vier-Felder-Halle wird das Gelände der Elisabethschule genannt. Quelle: Björn Wisker
Marburg

Zentral für die Liberalen ist der Bau einer Vier-Felder-Halle. Das ist eine Kern-Empfehlung, die schon im vor zehn Jahren erstellten Sportentwicklungsplan stand – weil es akuten Bedarf gab.

Als Standort dafür wurde seitdem immer wieder das Elisabeth-Schulgelände genannt, für eine entsprechende Campushalle ist bereits vor fünf Jahren ein Architektenwettbewerb durchgeführt, ein Sieger gekürt worden. Passiert ist trotz anhaltender Forderungen der Elisabeth-Schulleitung nichts.

Wie nun aus Magistrats-Daten hervorgeht, sind die Schulsporthallen aber werktags von 8 bis 15.30 Uhr stets nahezu komplett ausgelastet. Ähnlich sieht es in den Vereinsbereichs-Zeiten zwischen 17 und 22 Uhr aus. Laut den von der Stadtverwaltung ­ermittelten Auslastungsquoten gibt es nur zwischen 15.30 und 17 Uhr Freiräume.

Und der Magistrat rechnet ­wegen der jedes Jahr umfangreichen Ganztagsschul-Angebote sogar mit einer „kontinuierlichen Steigerung“ der Hallenbelegungen. Speziell ab dem Jahr 2021, wenn Martin-Luther- und Elisabethschule komplett auf G9 zurückkehren, müssen demnach zehn zusätzliche Oberstufengruppen Sport-infrastrukturell versorgt werden.

Regierung sieht Marburg 
auf dem Weg zur "Sportstadt"

Laut Sportentwicklungsplan gibt es zwar 27 sogenannte gedeckte Sportstätten – in der Zahl sind aber auch Bürgerhäuser und kleine Turnhallen enthalten. Schulstandort Ockers­hausen – zumal mit dem perspektivisch bis zu 900 Bewohner zählenden Hasenkopf-Viertel – und der seit Jahren wachsende Stadtteil Michelbach-Nord würden sich laut FDP-Politikern speziell für diese Gebiete Sporthallen-Bauten eignen.

Sanierungsstand und Perspektivplanungen, Sportgeräte und Ausrüstung, Technik und Beleuchtung: Die FDP will nun den 2009er-Entwicklungsplan grundsätzlich anpassen lassen und vom Magistrat einen Überblick über das erhalten, was in den vergangenen zehn Jahren in dem Bereich passiert ist und welche Handlungsfelder offen sind – vor allem im Bereich der Sport-, aber auch Schwimmhallen und Freiflächen. Ziel: Mit der Fertigstellung eines neuen Sportentwicklungsplans bis Ende künftig bessere „sportbezogene Investitionsentscheidungen treffen zu können“.

Es brauche, so die FDP, grundsätzlich eine „zeitgemäße kommunale Sportentwicklungsplanung“, weil neben Schul- und Vereinssport auch Nachbarschafts-Sport-Initiativen immer größer und aktiver geworden sind. Und diese bräuchten für ihr Angebot wiederum öffentliche Räume; deren Verfügbarkeit laut der aktuellen Belegungs-Pläne aber eher ab- als zunimmt.

  • Breitensport statt Spitzensport? Die ZIMT-Regierung aus SPD, BfM und CDU will dazu ein Logo „Sportstadt Marburg“ entwickeln lassen. „Wegen der Infrastruktur und Möglichkeiten für Sporttreibende und Vereine“ solle Marburg neben Universitäts- auch offiziell zur Sportstadt werden. Sportausschuss: Donnerstag, 14. November, um 17 Uhr (Hohe Kante)     

von Björn Wisker