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Marburg Appell für mehr Altenpolitik
Marburg Appell für mehr Altenpolitik
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15:00 22.01.2022
Appell für mehr Seniorenarbeit: Die Vorstandsmitglieder des Kreisseniorenrats Herbert Bodenbender (von links), Hermann Albrecht, Vorsitzender Harald Michael und Hildegard Kräling rufen zur Teilnahme an der anstehenden Wahl auf.
Appell für mehr Seniorenarbeit: Die Vorstandsmitglieder des Kreisseniorenrats Herbert Bodenbender (von links), Hermann Albrecht, Vorsitzender Harald Michael und Hildegard Kräling rufen zur Teilnahme an der anstehenden Wahl auf. Quelle: Ina Tannert
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Marburg

Wie können Städte und Gemeinden ein adäquates, altersgerechtes Umfeld schaffen und wie ihre Senioren stärker in politische Entscheidungen einbeziehen? Diese Fragen zählen zum Kerngebiet des Kreisseniorenrats (KSR), für den bald die Neuwahl in die dritte Wahlperiode ansteht. Das Gremium richtet nun einen Appell an die Kreiskommunen, sich intensiver auf die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe zu konzentrieren.

Der KSR ist eine parteiunabhängige, überkonfessionelle und selbstständige Interessenvertretung für die Bürgerinnen und Bürger jenseits der 60. Die derzeit 21 Mitglieder arbeiten in vielen Gremien des Landkreises mit, sie sehen sich aber dabei nicht als übergeordnetes Sprachrohr für tausende Mitbürger, sondern rufen vielmehr dazu auf, weitere lokale Seniorenbeiräte zu schaffen.

Nur wenige örtliche Seniorenbeiräte

Das Gremium möchte die Seniorenvertretungen fest in der hessischen Gemeindeordnung verankert sehen, setzt sich zudem für ein flächendeckendes Netzwerk an Beiräten ein, was auch im Kreis noch fehle, erläutert Harald Michael, Vorsitzender des aktuellen KSR, gemeinsam mit den Vorstandskollegen.

Denn es gibt in den heimischen Städten und Gemeinden nur wenige örtliche Seniorenbeiräte, die sich im jeweiligen Rathaus Gehör verschaffen und der Kommunalpolitik bei Entscheidungen mit dem Blick eben dieser Zielgruppe zur Seite stehen können. Lediglich acht der 22 Kommunen verfügen über einen eigenen Seniorenbeirat.

Die Politik müsse sich stärker mit detaillierten Altenhilfeprogrammen befassen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dabei gehe es nicht alleine um Kaffeekränzchen und Seniorennachmittage – ebenso wenig nur um sportliche Angebote für die viel gerühmten fitten Alten. Vielmehr brauche es Gesamtkonzepte, um die Lebensqualität für Ältere in den Kommunen zu steigern: von der passenden Infrastruktur, Barrierefreiheit, dem Pflege- und Teilhabe-Angebot und Erhalt von Bürgerhäusern, bis zu altersgerechtem Wohnen und der Digitalisierung von Altenheimen. „Es ist ein sehr weites Feld an Themen, mit denen wir uns befassen und wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Leute in den Kommunen auch beteiligen wollen, sie wissen aber nicht, an wen sie sich wenden sollen“, betont der Vorsitzende. Es sei das Zukunftsthema im demografischen Wandel, für das sich die Mitglieder und auch der bald neu gewählte KSR weiter einsetzen werden.

Bewerbungsfrist endet in einer Woche

Am 4. April steht die Wahl für den Kreisseniorenrat an – dieser wird für drei Jahre gewählt und soll bis zu 31 Mitglieder zählen, die das 63. Lebensjahr vollendet haben und ehrenamtlich tätig sein wollen. Die Anzahl der Sitze pro Kommune (zwischen 1 und 4) richtet sich nach der Einwohnerzahl der Stadt oder Gemeinde. Gewählt werden ortsansässige Kandidatinnen und Kandidaten und sie müssen bis zum 28. Januar ihre Bewerbung im Landratsamt einreichen.

Die Seniorinnen und Senioren in Marburg- Biedenkopf sind aufgerufen ihre Abgeordneten in das Gremium zu wählen. Wahlberechtigt sind alle, die das Kommunalwahlrecht besitzen, das 63. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Monaten mit Hauptwohnsitz im Landkreis gemeldet sind. Gewählt wird per Briefwahl. Alle Wahlberechtigten erhalten die Wahlunterlagen rechtzeitig durch den Landkreis.

Der KSR betont, dass derzeit noch immer nicht alle Kreiskommunen in ihren Reihen auftauchen – es fehlen Ebsdorfergrund, Wohratal, Neustadt, Breidenbach und Angelburg. „Unser erklärtes Ziel ist es, dass jede Kommune in diesem Gremium vertreten ist – wir leisten hier Pionierarbeit in der Altenpolitik“, sagt Hildegard Kräling, die für neue Mitstreiter wirbt. Die Hälfte des derzeitigen KSR wird sich wieder zur Wahl stellen, weitere Kandidaturen sind aber gerne gesehen.

Informationen zu den Wahlvorschlägen

Wahlvorschläge für den Kreisseniorenrat sind bis zum 28. Januar (15 Uhr) über das Formblatt „Wahlvorschlag“ beim Fachbereich Recht und Kommunalaufsicht (Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg) einzureichen. Die Vorschläge müssen von mindestens zehn Wahlberechtigten aus der entsprechenden Kommune unter Angabe von Name, Anschrift und Geburtsdatum unterzeichnet sein.

Fragen beantwortet die Geschäftsstelle unter 0 64 21 / 405 12 80 oder JaehnelM@marburg-biedenkopf.de. Weitere Informationen unter www.marburg-biedenkopf.de (unter Soziales und Gesundheit – Senioren – Kreisseniorenrat)

Von Ina Tannert

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