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Marburg Noch 700 offene Lehrstellen im Kreis
Marburg Noch 700 offene Lehrstellen im Kreis
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00:15 02.07.2019
Daniel Windholz (rechts) informierte sich am Infostand des Bauunternehmens Fritz Herzog Marburg über den Ausbildungsberuf Tiefbaufacharbeiter. Den Beruf stellte Marcel Brandt mit seiner Kollegin vor. Quelle: Ina Tannert
Marburg

Arbeitsinhalt, Arbeitszeiten, Verdienst und Aufstiegschancen waren nur ein paar der Themen, die beim Infotag an den Tischen der Unternehmen diskutiert wurden. Ein Dutzend Betriebe aus dem Landkreis präsentierten sich und ihre Ausbildungsberufe in den Räumen des Berufsinformationszentrums.

Vom Bäcker bis zum Banker. Das Angebot nutzten 95 junge Menschen, die sich mit diesem oder jenem Berufsbild näher auseinandersetzten und vor allem mit den Arbeitgebern auf Augenhöhe ins Gespräch kommen wollten. „Das ist eine gute Sache, man kann hier jene Fragen klären, die sonst nicht so einfach gestellt werden können und das ganz persönlich“, lobte Daniel Windholz, der sich näher über Berufe aus Technik und Handwerk informierte.

Neben Arbeitszeiten oder Ausbildungsinhalten hakten die potenziellen Bewerber auch bei anderen Voraussetzungen für ­eine reibungslose Lehre nach: Etwa bei der Mobilität, der Anreise zum Arbeitsplatz, zur Baustelle oder passenden Verkehrsverbindungen.

Interessant etwa für angehende Tiefbaufacharbeiter: „Die Leute sind interessiert, sie fragen nach, was man im Tiefbau so macht, welche Projekte wir betreuen oder wo die Berufsschule ist – bei uns ist das die Adolf-Reichwein-Schule“, sagte Marcel Brandt vom Bauunternehmen Fritz Herzog, der den Tag über zahlreichen Besuchern Auskunft gab.

Viele offene Stellen bei Elektronik und Einzelhandel

Parallel zu den Betrieben informierten die Berufsberater der Arbeitsagentur über den aktuellen Ausbildungsmarkt. Und auf dem gibt es derzeit viel Bewegung. „Es gibt noch rund 700 unbesetzte Berufsausbildungsstellen im Landkreis, viele Betriebe haben noch freie Plätze und alle Bewerber eine Chance“, sagte Pressesprecherin Heike Beber.

Zwar hätten gerade die großen Konzerne ihre Ausbildungssuche für dieses Jahr beendet, viele Unternehmen würden sich aber auch jetzt noch melden. Bewerbern stünden viele Wege offen. Den noch offenen Stellen stehen rund 600 Bewerber entgegen, die noch keine passende Lehrstelle gefunden haben. Diese suchen vor allem Stellen als Medizinische Fachangestellte oder Industriekaufleute im Verkauf und Einzelhandel.

Alleine in Marburg gebe es noch freie Stellen in rund 80 verschiedenen Berufen, im Osten und Westen rund 60. Vor allem bei den Elektronikern, dem Einzelhandel, im Verkauf, der Friseurbranche oder im Gaststättenbereich, „eine große Bandbreite, jeder kann noch für ­jeden Beruf eine Stelle bekommen“, sagte Berufsberater ­Andreas Wicker.

Die Beratung vor Ort sei „gut und wichtig“, befand Besucher Marius Fritsche. Der 17-Jährige ist noch auf der Suche nach ­einem geeigneten Berufsfeld und überlegt, ob er im Metallbereich Fuß fassen möchte. Er hätte sich dafür am Infotag noch mehr Auswahl und weitere Arbeitgeber gewünscht.     

von Ina Tannert