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Marburg Das bewegliche Fotomotiv
Marburg Das bewegliche Fotomotiv
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08:00 13.08.2019
„It‘s Riga Baby“: Dieses Foto wurde in Riga beim Drift Masters GP aufgenommen. Quelle: Tom Geiling
Marburg

Für die Kategorie „In Bewegung“ des Blende-Wettbewerbs der Oberhessischen Presse ist die Herausforderung, Bewegung in eindrucksvollen Bildern zu bannen. Es ist nicht schwer, die Faszination für bewegliche Fotomotive, sei es nun Menschen wie Sportler und Musiker oder Objekte wie fließendes Wasser oder fahrende Autos, zu verstehen.

Bevor Hobby-Fotografen aber den Auslöser betätigen, sollten sie sich darüber Gedanken machen, was sie eigentlich einfangen möchten: Die generelle Bewegung an sich – zum Beispiel das Großstadtgewimmel zur Rush-Hour, einzelne Elemente wie zum Beispiel Wassertropfen – oder einen bestimmten Teil der Bewegung zum Beispiel ein Auto.

Ratsam, sich mit der Sportart vertraut zu machen

Um beispielsweise die Dynamik eines Sportlers einzufangen, ist es ratsam, sich mit der Sportart vertraut zu machen. Denn dort gilt es, im richtigen Moment die typische Bewegung des Athleten einzufangen. Pauschale Einstelltipps sind aufgrund der unterschiedlichen Disziplinen eher schwierig.

Auch die Auswahl des richtigen Objektivs hängt sehr stark von der Sportart ab, die ein Fotograf dokumentieren möchte. Fotografiert man wie beim Fußball oder Baseball von einer größeren Distanz, benötigen Fotografen ein Objektiv mit hoher Brennweite.

Dort werden oft Brennweiten zwischen 100 und 400 Millimeter gewählt. Kann man näher an den Ort des Geschehens gelangen, wie zum Beispiel beim Darts oder beim Abschlag eines Golfers, reichen Objektive mit kleinerer Brennweite – in der Regel zwischen 18 und 55 Millimeter.

Richtige Brennweite und Belichtungszeit

Bei schnellen Bewegungen spielt die Belichtungszeit eine wichtige Rolle. Um diese scharf darzustellen, bedarf es beispielsweise bei schnellen Sportarten wie einem Autorennen einer kurzen Belichtungszeit von kleiner als 1/2 000 Sekunden. Auch beim Eishockey (1/500, beziehungsweise 1/8 000 Sekunde) und beim Fotografieren von Mountainbikern (kleiner als 1/640 Sekunde) sind kurze Belichtungszeiten unumgänglich.

Möchte man allerdings eine schnelle Bewegung unscharf abbilden, braucht es eine Lange Belichtungszeit von mehr als 0,5 Sekunden. Die Bewegungsunschärfe ist vor allem in der Streetfotografie ein sehr beliebtes Stilmittel. Denn durch lange Belichtungszeit aufgenommene Personen sind nicht mehr zu erkennen, wodurch Urheberrechtsbestimmungen umgangen werden. Auch vermittelt Bewegungsunschärfe Hektik und Vitalität des Lebens in Städten.

Mehr Flexibilität durch Einbeinstativ

Die kurze Belichtungszeit kann in dunklen Hallen oder bei trübem Wetter zum Problem werden. Durch den Einsatz lichtstarker Objektive oder durch höhere ISO-Empfindlichkeitsstufen kann dem entgegengesteuert werden. Jede Stufe in der Empfindlichkeit nach oben halbiert die mögliche Verschlusszeit. Eine entsprechende Verlängerung der Verschlusszeit lässt sich ansonsten nur noch über die Blende steuern.

Je weiter die Blende geschlossen wird (also je höher die Blendenzahl), umso länger wird die Zeit, die für eine korrekte Belichtung benötigt wird. Währenddessen schafft ein neutraler Graufilter (Neutraldichtefilter, ND-Filter) Abhilfe bei zu grellem Licht. Beim Fotografieren eines Wasserfalls sollte auf jeden Fall ein Filter (zum Beispiel ND64 oder der ND1 000) genutzt werden. Der ND1 000 eignet sich für strahlenden Sonnenschein, während der ND64 in leicht schattigen, aber dennoch zu hellen Bereichen effektiv ist.

Durch den Aufbau eines Stativs kann die Kamera einfach in Bewegungsrichtung des Objekts gedreht werden. Wesentlich flexibler ist man allerdings, wenn man freihändig oder beispielsweise auch mit einem Einbeinstativ arbeitet. Für alle gilt: Die Geschwindigkeit und deren Bildwirkung muss geschätzt werden, um die optimale Verschlusszeit wählen zu können. Dafür bedarf es einiger Übung. (Prophoto/Lips)