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Marburg Marburg setzt auf Pharmastandort
Marburg Marburg setzt auf Pharmastandort
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16:00 23.12.2021
Der Pharmastandort Görzhausen ist für die Stadt Marburg von existenzieller Bedeutung. Er soll erweitert werden.
Der Pharmastandort Görzhausen ist für die Stadt Marburg von existenzieller Bedeutung. Er soll erweitert werden. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Drei Menschen waren für die Geschichte und die Entwicklung der Stadt Marburg von zentraler Bedeutung. Durch die Heilige Elisabeth wurde Marburg nach ihrem Tod zu einer Pilgerstadt des Mittelalters. Landgraf Philipp der Großmütige gründete 1527 die Philipps-Universität, die die Stadt bis heute prägt. Und der Medizin-Nobelpreisträger Emil von Behring sorgte 1904 mit der Gründung der Behringwerke dafür, dass Marburg heute ein international bedeutender Pharmastandort ist – wie weltweit tätige Unternehmen wie CSL Behring, GlaxoSmithKline (GSK) oder die jüngste Ansiedlung des Impfstoffherstellers Biontech zeigen. Deren Gewerbesteuerzahlungen machen Marburg zu einer wohlhabenden Stadt. Zudem bieten sie gut bezahlte Arbeitsplätze. So gibt es in der Stadt das geflügelte Wort: Wenn die Pharmabranche hustet, bekommt Marburg eine Lungenentzündung.

Jetzt hat die Stadtverordnetenversammlung die Weichen für einen möglichen weiteren Ausbau des Pharmastandorts gelegt. Beschlossen wurden in der jüngsten Sitzung am vergangenen Freitag die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Görzhäuser Hof III. Das Gelände unmittelbar neben dem Werk von GlaxoSmithKline hat die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) bereits 2013 angekauft. Es ist 38 Hektar – also 380 000 Quadratmeter – groß. Davon sollen jedoch „nur rund 18 Hektar in der kommunalen Bauleitplanung“ umgesetzt werden, wie es in dem Beschluss heißt.

„Der Görzhäuser Hof III ist essenziell wichtig für die Weiterentwicklung des Pharmastandorts in Marburg. Seine Entwicklung ist ein zentraler Baustein des von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Masterplans Pharmastandort. Dazu ist es geboten, rechtzeitig die Voraussetzungen für die Erweiterungsfläche zu schaffen“, teilte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies auf Anfrage der OP mit.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan sei der Startschuss für das förmliche Bebauungsplanverfahren. „Nun planen wir, möglichst schnell – typischerweise mindestens zwei Jahre – unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Behörden und des Ortsbeirates Michelbach, diesen Bebauungsplan zu verabschieden“, so der OB..

Basis des Beschlusses ist das „Gewerbeentwicklungskonzept Marburg“, das 2017 verabschiedet wurde und der „weiteren Entwicklung der Universitätsstadt Marburg als Pharmastandort“ zentrale Bedeutung beimisst. Vorrangig sehen die Planungen „die Nachverdichtung“ an den bestehenden Gewerbestandorten Görzhäuser Hof I und II vor. Allerdings seien dort die „noch vorhandenen Entwicklungsflächen“ begrenzt.

Pharmastandort ist wichtiger Arbeitgeber

Görzhäuser Hof III dient also der „Sicherstellung des mittel- bis langfristigen Bedarfs an Gewerbeflächen für Pharmaunternehmen“. Der Bebauungsplan soll von der SEG erarbeitet werden. Bislang sind keine Grundstücke verkauft.

Für Spies ist klar: „Der Pharmastandort hat seit vielen Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen, über die wir uns sehr freuen. Gerade die aktuelle Krise macht deutlich, dass wir als traditioneller Standort globaler Impfstoffproduktion hier auch eine besondere Verpflichtung weit über die Grenzen der Stadt hinaus haben.“ Er betont: Der Pharmastandort sei ein wichtiger Arbeitgeber „für die Stadt Marburg, für die Menschen im Landkreis und der ganzen Region und ein überregional bedeutender Wirtschaftsstandort“. Für die Wirtschaft, für die Kommunen und insbesondere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Familien sei es wichtig, dass der Standort sich gut und stabil entwickeln kann. „Das tut er in Marburg seit Jahren. Unsere Aufgabe als Stadt Marburg ist es, weiterhin dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen für diese gute und stabile Entwicklung stimmen“, so Spies weiter.

Von Uwe Badouin

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