Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Lukas Gähling prüft Weidenhäuser Brücke
Marburg Lukas Gähling prüft Weidenhäuser Brücke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 26.11.2019
Mit einem Hammer kontrollierte der Bauwerksprüfingenieur Lukas Gähling gestern die Steine der Weidenhäuser Brücke. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Rudolf Lotz vom Fachdienst Tiefbau schaute ganz genau hin. Für den Brückensachbearbeiter der Stadt Marburg ging gestern wohl das größte Projekt zu Ende: die Sanierung der Weidenhäuser Brücke. Mehr als zehn Jahre haben Planung und Durchführung gedauert. Gestern nun kontrollierte Bauwerksprüfingenieur Lukas Gähling, ob die Schäden, die er schon 2017 protokolliert hatte, alle beseitigt wurden.

Dafür musste extra ein Brückenuntersichtgerät besorgt werden – ein großer Kran, der eine langgezogene Gondel hielt, damit Lukas Gähling von der AG Ingenieure-Gesellschaft „handnah“ die Unterseite der Weidenhäuser Brücke überprüfen konnte. Die Oberseite mit den Pfeilern und dem neuen Steg hatte der Ingenieur aus Essen bereits am Montag kontrolliert.

Gestern nun zog er Helm, Schutzbrille und Stirnlampe auf, um Zentimeter für Zentimeter der Viadukte in Augenschein zu nehmen. Mit Zollstock und kleiner Kamera hielt er Auffälligkeiten fest, wie beispielsweise größere Dellen an den Sandsteinen. Ebenso wurden die Fugentiefen vermessen und mit einem Hammer „abgeklopft“, ob Steine hohl liegen.

„Ich kontrolliere, ob der Prüfbericht von 2017 abgearbeitet wurde“, erklärte Lukas Gähling, während er in der Gondel mit einem kleinen Hammer gegen fast jeden Stein schlug. Würden ihm dabei kleine Gesteinsbrösel entgegenkommen, würde er das auf jeden Fall ins Protokoll aufnehmen. Das war zum Glück gestern nicht der Fall.

Für den Fachmann war der Einsatz auch etwas Besonderes: „Wir kontrollieren sonst Autobahnbrücken mit viel Beton. Da sticht so etwas hier schon heraus“, gab er zu. In Zukunft wird es alle sechs Jahre eine Hauptprüfung der Brücke geben, alle drei Jahre eine abgespeckte Kontrolle. Wie geprüft wird, das regelt eine Norm.

„Ich gehe davon aus, dass alles gut ist“, sagte Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) gestern vor Ort. Davon ging auch Rudolf Lotz aus, der schon die eine oder andere schlaflose Nacht hatte in den vergangenen Jahren. „Aber ich wollte das Projekt Brückensanierung unbedingt noch vor meinem Ruhestand abschließen.“ Das ist ihm nun gelungen.     

von Katja Peters