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Marburg Alles im Zeitplan
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13:58 16.04.2021
Zehn Meter geht es in die Tiefe. Bauarbeiter legen die Abwasserleitungen neu.
Zehn Meter geht es in die Tiefe. Bauarbeiter legen die Abwasserleitungen neu. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Wie eine tiefe Wunde klafft die Baustelle im Herzen von Marburg. Seit Ende Februar ist die Obere Gutenbergstraße inklusive der Kreuzung Schulstraße/Wilhelmstraße aufgerissen. Bauarbeiter sind damit beschäftigt, mehrere Meter tief in der Erde Rohre zu verlegen.

„Es war dringend notwendig“, sagt Dr. Bernhard Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg. Bereits mehrmals war es in der unteren Gutenbergstraße zu Rohrbrüchen gekommen. Kein Wunder, die zwei Gasleitungen, die in der Erde liegen, stammen aus dem Jahr 1974 und sind altersbedingt beschädigt. Auch die Abwasserleitungen sind zum Teil älter als 70 Jahre und sanierungsbedürftig. Die Wasserleitung stamme aus dem Jahr 1968 und berge laut Stadtwerken die Gefahr einer Leckage. Deshalb erneuert der Versorger nun auf einer Straßenlänge von rund 140 Metern alle alten Ver- und Entsorgungsleitungen, ein Kanalschachtbauwerk sowie fünf Hausanschlüsse.

Zudem werden Fernwärmeleitungen verlegt, die an das Heizkraftwerk am Ortenberg gehören. Durch den niedrigen Primärfaktor werde der Wärmeausbau ökologischer, so Michael Gersch, Bereichsleiter Netze und Erzeugung bei den Stadtwerken.

Insgesamt rechnen die Stadtwerke mit einer Gesamtinvestition von bis zu 500 000 Euro. Etwas niedriger sind die Kosten für die Stadt Marburg. Der Fachdienst Tiefbau ist dafür verantwortlich, die Straße zu erneuern,

sobald alle Leitungen und Anschlüsse verlegt sind. Es werden mit Kosten von rund 200 000 bis 250 000 Euro gerechnet.

Die besondere Herausforderung an dieser großen Baustelle bestehe darin, dass, obwohl die Arbeiten an einem wichtigen Knotenpunkt der Gas- und Wasserversorgung stattfinden, die weitere Versorgung größtenteils aufrechterhalten werden könne. Lediglich in der „Unteren Gutenbergstraße“ müsse kurzzeitig die Wasserversorgung unterbrochen werden.

Laut Stadtwerken liegen die Arbeiten voll im Zeitplan. Ursprünglich war der Baubeginn für Mai 2020 geplant. Wegen des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 wurde er allerdings verschoben auf 2021. Der Plan, den jetzigen Lockdown zu nutzen, geht laut Baudezernent Wieland Stötzel auf. „Wir beobachten keine Staus oder Beeinträchtigungen der Verkehrsabwicklung. Wenn jetzt voller Betrieb in den Geschäften wäre, sehe das wahrscheinlich etwas anders aus“, betont der Bürgermeister. Insgesamt ist eine Bauzeit von rund 24 Wochen anvisiert. Bereits ab Mitte Mai soll die Kreuzung Wilhelmstraße/Schulstraße für den motorisierten Verkehr wieder geöffnet werden. Die Fertigstellung der oberen Gutenbergstraße ist für August geplant. Gehwege sollen weiterhin nicht gesperrt werden. Auch die Parkhäuser in Wilhelm- und Schulstraße seien durch Umleitungen durchgängig erreichbar.

Von Nadine Weigel

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