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Marburg Baustart für neues Feuerwehr-Zentrum in Cappel
Marburg Baustart für neues Feuerwehr-Zentrum in Cappel
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19:00 03.07.2021
Spatenstich für den Feuerwehr-Neubau in Cappel.
Spatenstich für den Feuerwehr-Neubau in Cappel. Quelle: Björn Wisker
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Cappel

Die Bauarbeiten für das neue Feuerwehr-Zentrum an der Umgehungsstraße haben begonnen. Bis Mai 2023 sollen dort sowohl das Ausbildungszentrum der Hessischen Landesjugendfeuerwehr als auch der Feuerwehrstützpunkt Cappel mit einem Ausbildungs- und Trainingszentrum entstehen. Zehn Millionen Euro wird das Projekt laut der Kalkulationen kosten, den aktuell 64 Aktiven in Cappel, aber etwa zu Übungszwecken auch den anderen rund 500 Marburger Brandbekämpfern eine moderne Heimat bieten.

„Unsere Gebäude haben Mängel und der Platz, sei es für die Lagerung von Materialien oder einem angemessenen Trainingsbetrieb, reicht am Erlenring nicht aus“, sagt Feuerwehr-Chefin Carmen Werner. Zwar bleibe die Hauptfeuerwache, die Koordination etwa von Einsätzen am Innenstadt-Standort – einige „wesentliche Funktionen“, wie Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) sagt, wanderten aber perspektivisch nach Cappel ab. Dort ist unter anderem Platz für zehn Einsatzfahrzeuge, Räume für Weiterbildungen und vor allem Fläche für praktische Einsatz-Simulationen. „Ich bin heiß darauf, dass es losgeht“, sagt Werner.

Stötzel: „Neuer Drehpunkt für die Aktiven“

Stötzel bezeichnet den nun beginnenden Neubau als „herausragendes Projekt“, das über die räumliche Nähe von Feuerwehrschule und Cappeler Wehr-Gebäude für „sinnvolle Synergieeffekte“ bei den Rettungskräften, für die Einsatzabteilungen sorgen werde. „Das Gelände wird der neue Drehpunkt für unsere Aktiven.“ Während Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) vom „teuersten und wertvollsten Vorhaben“ im Bereich der Brandbekämpfung in der Universitätsstadt spricht, zeigt sich der Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger (CDU) angesichts des langen Planungsprozesses erleichtert über den Spatenstich. „Die Dringlichkeit ist hoch, jetzt schaffen wir unumkehrbare Tatsachen.“ Er erinnerte an die Jahre 2010 und 2011, in denen es aus Gießen Bestrebungen gab, die Landes-Feuerwehrschule bei sich anzusiedeln (OP berichtete).

Einsatzbereit – bald nach regelmäßigem Training in Cappel: Carmen Werner und Yvonne Mischker Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Zehn Jahre und viele Planänderungen sowie Ausschreibungs-Zoff später, werde nun auch für ihn persönlich „das Gefühl getoppt, einen Neuwagen zu fahren“. So oder so: Es dürfe angesichts des weiterhin bestehenden Investitionsstaus nicht die letzte große Investition in die Feuerwehr sein. In den kommenden Wochen wird zunächst die Wiese zwischen den Bestandsgebäuden und dem gegenüberliegenden Getränkemarkt aufgebaggert, später folgen Auf- und Umbauarbeiten auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück. Ortsvorsteher Peter Hesse (SPD) betonte, dass der Wehr-Komplex künftig „mehr als nur die Sicherheit eines Stadtteils gewährleistet“.

Für Fatma Aydin (SPD), Ortsbeirats-Mitglied bietet der Neubau noch eine ganz andere, eine soziale Chance: Nachwuchs an die Feuerwehren heranführen, und zwar von Kindesbeinen an – über die perspektivische Integration einer Art Wasser-Spielplatz. „Man könnte so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Über den Bezug zum Element Wasser in direkter Nachbarschaft zur Wehr, kann früh ein Bezug zur Feuerwehr, also Interesse dafür entstehen – und so der Nachwuchs für morgen gesichert werden.“

Von Björn Wisker

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