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Marburg Bauland ist weiter heiß begehrt
Marburg Bauland ist weiter heiß begehrt
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18:58 17.02.2021
Bauland steht weiter im Kurs, hat die Auswertung des Gutachterausschusses für Immobilienwerte ergeben.
Bauland steht weiter im Kurs, hat die Auswertung des Gutachterausschusses für Immobilienwerte ergeben. Quelle: Foto: Julian Stratenschulte
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Marburg

Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte des Amts für Bodenmanagement hat seine erste Trendmeldung nach gut 90 Prozent der ausgewerteten Kaufverträge des vergangenen Jahres vorgelegt. Das Fazit: Wohnraum und Bauplätze sind weiter stark nachgefragt – aber einen signifikanten Corona-Einfluss auf den örtlichen Immobilienmarkt gebe es nicht.

Der Gutachterausschuss hat die Landkreise Marburg und Gießen sowie den Lahn-Dill-Kreis ebenso im Blick, wie die Stadt Wetzlar. Ausgenommen sind indes die Städte Marburg und Gießen. Als deutlicher Trend zeichnet sich ab: Im gesamten Gebiet ist die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser um mehr als vier Prozent gestiegen. Während im Landkreis Gießen fast zehn Prozent, in Marburg-Biedenkopf fast acht Prozent und im Lahn-Dill-Kreis etwas über ein Prozent mehr Verkäufe vonstatten gingen, sanken die Verkaufszahlen in Wetzlar um 14 Prozent. Das liege aber wohl nicht an mangelnder Nachfrage – sondern am begrenzten Angebot, so Tobias Rhiel, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses.

Besonders hoch im Kurs stehen weiter Ein- und Zweifamilienhäuser – und die wurden merklich teurer. Doch während die Preise im Kreis Gießen um 10 Prozent, im Lahn-Dill-Kreis um 13 Prozent und in Wetzlar um 12 Prozent anstiegen, betrug die Teuerungsrate in Marburg-Biedenkopf lediglich 3 Prozent. „Das liegt auch daran, dass die Stadt Marburg nicht erfasst wird – sonst sähen die Preise anders aus“, ist sich Rhiel sicher. Ansonsten sei das Kaufgeschehen auch davon geprägt, „dass die Käufer auf ländliche Regionen ausweichen, denn in den Städten ist das Angebot nicht sehr groß“, so der Vorsitzende.

Im Landkreis Gießen wurden knapp 15 Prozent weniger und im Lahn-Dill-Kreis fast 6 Prozent weniger Bauplätze verkauft. In Marburg-Biedenkopf wechselten indes vergangenes Jahr 15 Prozent mehr Bauplätze den Eigentümer. „Im Landkreis wurde auch relativ viel Bauland ausgewiesen – etwa in Wetter oder in Ebsdorfergrund“, verdeutlicht Rhiel. Der Bedarf sei aber noch nicht gestillt, weiß er: „Wo etwas ausgewiesen wird, werden die Flächen meist auch zügig verkauft.“

Insgesamt lag der mittlere Baulandpreis im Untersuchungsgebiet bei 93 Euro pro Quadratmeter und damit gut neun Prozent unter dem Vorjahreswert (2019: 102 Euro pro Quadratmeter).

Diese Entwicklung sei kein Hinweis auf sinkende Preise: „Bauplätze werden weiter nachgefragt, doch der Bedarf an Flächen kann häufig nur in stadtfernen Gebieten und daher oft preiswerteren Lagen bedient werden“, so Rhiel. In Neubaugebieten steigen die Baulandpreise weiter an.

Von Andreas Schmidt

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