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Marburg Bauern sind mit Ernte zufrieden
Marburg Bauern sind mit Ernte zufrieden
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19:40 05.08.2022
Bauern mit Weizenernte zufrieden: Kreisbauernverbandsvorsitzende Karin Lölkes (von links) mit Christiane, Annika und Volker Lenz.
Bauern mit Weizenernte zufrieden: Kreisbauernverbandsvorsitzende Karin Lölkes (von links) mit Christiane, Annika und Volker Lenz. Quelle: Ina Tannert
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Kirchhain

Auf den Feldern ist es kaum zu übersehen – die aktuelle Erntezeit neigt sich dem Ende zu. Nur hier und da wird noch das letzte Getreide in die Scheunen gebracht. Mit dem Ergebnis zeigen sich heimische Bauern im Großen und Ganzen zufrieden.

Die Erntemenge beim wichtigen Winterweizen sei trotz Trockenjahr durchschnittlich, je nach Standort sogar recht gut: „Es gibt eine große Spannbreite, von schlecht bis sehr gut“, berichtet Karin Lölkes, Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Marburg-Kirchhain-Biedenkopf am Freitag beim alljährlichen Erntegespräch. Zu dem haben der Verband und die Gastgeber-Familie Lenz nach Kirchhain geladen.

Der Ertrag sei zwar in Ordnung, bei der Qualität der Ernte sieht es anders aus: Die fällt laut Urteil „nicht so gut“ aus. Im Vergleich zum Vorjahr weist der Kornertrag einen geringeren Eiweißgehalt auf, liegt damit mancherorts unter Backqualität. Gerade für dieses trockene Jahr könnten die Bauern aber „relativ zufrieden sein“, so Lölkes.

Getreideernte zwischen Schröck und Bauerbach am 25.7.22 Quelle: Thorsten Richter

Besser sieht die Lage bei Roggen und Gerste aus, wo „vorwiegend gute Erträge“ eingefahren werden. Auch beim Raps, derzeit besonders begehrt, sind Erntemenge wie Ölgehalt durchschnittlich. Das Öl ist gefragt, hessenweit habe sich die Fläche, auf der Raps angebaut wird, von zuvor 46 Hektar auf nun 49 Hektar vergrößert, berichtet Volker Lein, Vizepräsident des Hessischen Bauernverbands.

Großes Thema bei Landwirten und Verbrauchern bleiben die steigenden Preise, bei Produkten wie Erzeugung: Die Bauern spüren besonders die wachsenden Kosten bei Energie, Diesel oder Dünger – mit ein Grund, weshalb weniger gedüngt wird und das Korn klein bleibt.

Von der Energiekrise seien die Landwirte besonders betroffen, Lölkes sieht die Bauern aber auch als „Teil der Lösung“, gerade bei der lokalen Erzeugung von grünem Strom und Wärme. Schon heute seien auf vielen Ställen und Hallen Photovoltaikanlagen montiert, viele weitere Flächen stünden dafür zur Verfügung.

Auch bei der Erzeugung von Biogas durch Landwirte, vor allem mit Mist und Gülle, ginge noch mehr. Wichtig dabei: „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen.“ Diese Botschaft geht in Richtung Berlin. Die Landwirte fordern von der Bundesregierung, die von der EU beschlossene Nutzung von eigentlich brachliegenden Agrarflächen in Deutschland umzusetzen. Stattdessen werde diese Entscheidung hierzulande „ausgesessen“, eine Steigerung der Erträge damit verhindert, kritisiert der Verband.

Von Ina Tannert