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Marburg Das nächste Spiel ist nicht das wichtigste
Marburg Das nächste Spiel ist nicht das wichtigste
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21:00 16.03.2018
Die Marburgerin Stephanie Wagner (von links) im Hinspiel gegen Carina Högg und Aleksandra Racic. In eigener Halle gewann der BC mit 75:73, diesen Samstag steigt das Rückspiel in Nördlingen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Geht die Reise in zwei Wochen nach Bad Aibling? Oder geht sie nach Herne? Aus Sicht von Trainer Patrick Unger ist es „eigentlich egal, es wird so oder so sehr schwer. Wir haben auswärts gegen beide Gegner in den vergangenen Jahren meist nicht gut ausgesehen.“ Durch die 62:65-
Niederlage am vergangenen Samstag in eigener Halle gegen den Herner TC haben die Blue Dolphins die Chance auf die Plätze drei und vier verspielt. Bedeutet auch: Kommt es in der ersten K.-o.-Runde zu einem entscheidenden dritten Spiel, findet das auswärts statt.

Ungers Hauptaugenmerk liegt derzeit darauf, „die Mädels für die Playoffs vorzubereiten und sie dafür fit zu kriegen“. Dass sein Team die Teilnahme am Pokal-Finalturnier am nächsten Wochenende verpasst hat, sei „einerseits schade“, sagt der BC-Coach, „andererseits haben wir dadurch eine Pause, die uns hoffentlich gut tut“. Für die kommende Woche kündigt er zwei bis drei freie Tage an, auch „damit alle mal wieder den Kopf freibekommen, mal nicht nur an Basketball denken“. Das scheint nach anstrengenden Wochen mit vielen Spielen in der 
Liga und im Europapokal nötig.

Niederlage mit bis zu zwei Punkten erlaubt

Zunächst steht morgen Abend (19 Uhr) aber der Hauptrunden-Abschluss bei den TH Wohnbau Angels Donau-Ries auf dem Programm, das Team aus Nördlingen ist direkter Konkurrent des BC um Platz fünf. Die Ausgangslage: Marburg hat zwei Punkte mehr auf dem Konto, gewann das Hinspiel mit 75:73 und weist eine deutlich bessere Korbbilanz insgesamt auf. Bedeutet mit Blick auf den direkten Vergleich: Bei einem Sieg oder einer Niederlage mit maximal zwei Punkten Abstand bliebe Marburg Fünfter, verlieren die Gäste hingegen deutlicher, würden die gastgebenden „Engel“ vorbeiziehen.

Unger macht keinen Hehl daraus, dass die Partie für ihn nicht die höchste Priorität hat – gewinnen will er sie natürlich trotzdem. Das Nördlinger Team spiele sehr mannschaftsdienlich, sei zudem überdurchschnittlich schnell. Im jüngsten Heimspiel setzte es sich gegen Tabellenführer Rutronik Stars Keltern deutlich mit 88:74 durch, überhaupt gingen in der laufenden Spielzeit nur zwei von zehn Liga-Heimspielen verloren.

Kim Winterhoff pausiert erneut

„Entscheidend wird sein, dass wir die Schlüsselspielerinnen unter Kontrolle kriegen“, sagt Unger, nennt Topscorerin Kimberly Pierre-Louis (im Schnitt 18,5 Punkte pro Partie), Jennifer Schlott (14,6) und Samantha Hill (13,1). „Wir müssen den richtigen Schlüssel finden“, sagt er – einmal gelang das in dieser Saison in Nördlingen bereits: Im Pokal-Achtelfinale setzte sich der BC im Dezember deutlich mit 93:72 durch.

Personell muss Marburgs Trainer nicht nur auf die langzeitverletzte Mali Sola sondern auch auf Kim Winterhoff verzichten. Die 22-Jährige hat sich eine Blinddarmentzündung zugezogen und musste operiert werden, wie Unger mitteilt. Ansonsten seien alle Spielerinnen an Bord.

von Stefan Weisbrod