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Marburg Bamberger zeigt Beuth Schmierereien
Marburg Bamberger zeigt Beuth Schmierereien
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00:18 11.06.2015
OB-Wahlkandidat Dirk Bamberger (CDU) zeigt Innenminister Peter Beuth Graffiti-Schmierereien in der Oberstadt. Quelle: Manfred Schubert
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Marburg

Dirk Bamberger, Oberbürgermeisterkandidat der CDU, hatte Innenminister Peter Beuth anlässlich des OB-Wahlkampfs zu einem Stadtspaziergang eingeladen. Am Samstag um 11 Uhr trafen sich die beiden an Bambergers Wahltreff in der Reitgasse. Direkt gegenüber im ehemaligen Gasthof Dörr, heute dem „Paprica“, war im Jahr 1860 der VfL, ältester Sportverein der Stadt, gegründet worden.

An diesem Standort sprach Bamberger als erstes Thema seine Vision von der „Sportstadt Marburg 2020“ an, die er in Kooperation mit Universität, Schulen und Vereinen umsetzen will. Angesichts der Bedeutung des Sports für Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe müsse man die trotz der hervorragender Infrastruktur noch vorhandenen Defizite angehen. Beispielsweise verfüge Michelbach über keine vernünftige Sporthalle, und das Fehlen einer wettkampftauglichen 50 Meter-Schwimmbahn sei einer Universitätsstadt unangemessen.

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„Das sind Dinge, die wir uns leisten könnten“, sagte er. Beuth begrüßte den „wirklich guten Gedanken, die Stadt beim Sport besser aufzustellen“. In ganz Hessen gebe es nicht mehr viele 50-Meter-Bahnen, daher sei dies aus Landessicht eine gute Initiative. Er betonte, dass die Kommunen mit einer halben Milliarde Euro jährlich den Löwenanteil bei der Sportförderung leisteten, während das Land 40 Millionen Euro ­beitrage.

„Rechnungshof ruhig herumkritteln lassen“

Nach einem Zwischenstopp an den Wahlkampfständen mehrerer Parteien auf dem Marktplatz zeigte Bamberger oberhalb davon in der Steingasse zum Teil Jahre alte Graffiti-Schmierereien. Er verwies auf die „Broken-Windows-Theorie“, die besagt, wenn ein zerbrochenes Fenster nicht sofort repariert werde, folgen weitere Zerstörungen. Als Wahlsieger würde er gerne ein Programm zur Beseitigung der Graffiti auflegen und die Ordnungspolizei nachts Streife ­laufen lassen. Die Schranke am Obermarkt werde regelmäßig zerstört, allein dies habe im vergangenen Jahr 60 000 Euro gekostet.

Dazu und zum nächtlichen Lärm an Wochenenden merkte er an, dass man sich darum kümmern müsse, dass die Oberstadt nicht nur Partymeile sei, sondern dass man dort auch noch wohnen könne. Sogenannte „Angsträume“, darüber sprach er in der düsteren, nach Urin stinkenden Rudolphsplatz-Unterführung, sollten durch bessere Beleuchtung und andere Maßnahmen beseitigt werden.

Seinen Abschluss fand der 70-minütige Stadtspaziergang im „Hannes“ beim Frühschoppen der Erlengrabengesellschaft. Dabei wurde Beuth über „Hoffmanns Lieschen“ aufgeklärt. Dort sprach der Minister die Kritik im aktuellen Bericht des Landesrechnungshofs bezüglich Auslastung und Kosten des Jugendfeuerwehrausbildungszentrums in Cappel an. „Ich meine, wir sollten den Rechnungshof ruhig ein bisschen herumkritteln lassen und die Ausbildungsstätte hier am Ort behalten“, machte der Innenminister aber deutlich.

von Manfred Schubert