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Marburg BI fordert Sperrung von „Am Grün“
Marburg BI fordert Sperrung von „Am Grün“
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08:00 15.09.2021
Richtig was los: Verkehr in der Straße Am Grün in Marburg.
Richtig was los: Verkehr in der Straße Am Grün in Marburg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die BI Verkehrswende fordert als Ergebnis einer erneuten Verkehrszählung von der Stadt, die Straße „Am Grün“ für den motorisierten Individualverkehr zu sperren. „Diese Straße sollte ausschließlich Fußgängern, dem Fahrradverkehr und dem ÖPNV dienen.“

Die BI Verkehrswende bleibt bei ihren Forderungen, dass die Wilhelmstraße durch eine Umwidmung als Fahrradstraße als Zubringer ins gerade noch einmal wachsende Schulzentrum eingerichtet werden muss. Um diese Maßnahme sinnvoll zu ergänzen, sei „Am Grün“ für den Radverkehr gegen die Einbahnrichtung freizugeben, nötigenfalls für den motorisierten Individualverkehr zu sperren.

Forderung: Alleencharakter wieder herstellen

„Für die Frankfurter Straße ist eine groß angelegte Verkehrsberuhigung anzustreben, um den Alleencharakter der Vergangenheit wieder herzustellen“, fordert Johannes M. Becker. So würde das Südviertel den Menschen zurückgegeben, sagt der Pressesprecher der BI. Die Stadt könne für die Umwandlung Gelder beantragen, die neue Mehrheit im Parlament gebe das her. Um für Marburg Klimaneutralität zu erreichen, müsste diese neue Mehrheit entschlossen genutzt werden. „Das Klima verändert sich auch in Marburg“, sagt Becker, „und die Stadt nimmt unsere Zahlen auch ernst – aber sie macht nur sehr wenig.“ Alle bisherigen Schritte seien mehr oder weniger „Lippenbekenntnisse“.

Die Verkehrssituation am Schulzentrum müsse von einem Eltern-Taxi-Gefahrenpunkt zu einer Fußgänger- und Radlerumgebung mit verbessertem Busverkehr umgewandelt werden.

Dritte Zählung durch die Bürgerinitiative

Die wichtigsten Ergebnisse der nunmehr dritten Zählung durch die Bürgerinitiative sind zum einen, dass der Fußgänger- und Fahrradverkehr in der Innenstadt einen großen und wachsenden Anteil einnimmt. In der Wilhelmstraße dominiert er beispielsweise den KFZ-Verkehr Jahr für Jahr.

Zum anderen fällt auf, dass in den Autos, exemplarisch in der Ketzerbach beobachtet, fast ausschließlich eine einzige Person sitzt. Zum dritten zeigt sich bei der differenzierten Zählung die Anpassung der Radfahrenden: Je steiler die Strecken werden, desto größer ist der Anteil der E-Bikes. Außerdem gewinnen selbst im bergigen Marburg Lastenräder weiter an Bedeutung. Zum letzten betont Dr. Ulrich Schu: KFZ-freie Strecken wie der Lahnradweg oder der Hirsefeldsteg tragen einen größeren Anteil des Radverkehres als parallel verlaufende Straßen und diese „Sicheren Wege“ sollten unbedingt zu einem geschlossenen Netz ergänzt werden.

BI fordert Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes

Die Bürgerinitiative Verkehrswende hat nun bereits ihre dritte Verkehrszählung in Marburg durchgeführt, ergänzt durch eine Zählung durch die Michelbacher Verkehrs-AG.

An diesmal zehn Stellen haben über 20 Freiwillige zumeist über den ganzen Tag gezählt, um einen Überblick über den Marburger Verkehr und seine Entwicklungen zu gewinnen. Im Fokus standen neben den Fußgängern der Radverkehr, eingeschlossen E-Bikes und Lastenräder, Bus-, Lkw- und Lieferverkehr sowie der Pkw-Verkehr.

Insgesamt fordert die BI Verkehrswende, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des erklärten Klimanotstandes in Marburg, einen entschiedenen Ausbau des ÖPNV, eine Sicherung des Fußgängerverkehrs und einen weiteren Ausbau von gesicherten Radwegen.

Die BI ist zu erreichen per E-Mail an: bi.verkehrswende@gmail.com

Von Till Conrad

14.09.2021
14.09.2021