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Marburg B 3: SPD will nachts Tempo 80
Marburg B 3: SPD will nachts Tempo 80
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00:16 21.08.2018
Tempo 100 und 80 gilt auf der Stadtautobahn Tag und Nacht. Ein Zustand, den die Marburger SPD ändern will. Archivfoto
Tempo 100 und 80 gilt auf der Stadtautobahn Tag und Nacht. Ein Zustand, den die Marburger SPD ändern will. Quelle: Archiv
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Marburg

Die Forderung eines zulässigen Höchsttempos von 80 beziehungsweise 60 auf der B 3 – wie es eine Bürgerinitiative, Agendagruppen und auch viele Stadtverordnete fordern – scheitert seit Jahrzehnten an den zuständigen Landesbehörden. Die SPD-Fraktion startet einen neuen Anlauf für eine Geschwindigkeitsreduzierung – begrenzt auf spätabends und nachts.

Ziel: Reduzierung des Lärms für Hunderte Stadtautobahn-Anwohner speziell in der Nordstadt, entlang der Uferstraße und am Ortenberg. „In den Abend- und Nachtstunden wurde eine Geschwindigkeitsabsenkung bisher nicht überprüft, wäre aber zumindest ein erster Schritt“, sagt Ulrich Severin, SPD-Stadtverordneter. Solch eine Neuerung würde „die Lebensqualität der betroffenen Anwohner erheblich verbessern“. Denn: Den nahe der Stadtautobahn lebenden Marburgern müsse es vor allem im Sommer ermöglicht werden, die Wohnungsfenster zu öffnen ohne nur „die Wahl zwischen Hitze oder Lärm“ zu haben.

Die ablehnende Haltung etwa des Regierungspräsidiums Gießen gründete schon vor mehr als zehn Jahren darauf, dass es bei einem vergangenen Verkehrsversuch mit der Temporeduzierung auf 80 / 60 nur zu einer „nicht hörbaren Lärmreduktion“ um bis zu zwei Dezibel gekommen sei. Vor wenigen Jahren wurde zudem von Hessen Mobil eine Art Flüsterasphalt verlegt, um Geräusche zu minimieren. Ein Schritt, den viele Kommunalpolitiker und Lobbygruppen in der Universitätsstadt aber als unzureichend kritisieren.

Vor allem die Grünen drängten in den vergangenen Jahren, sowohl als Teil der Stadtregierung als auch in der Opposition, immer wieder auf die Regelung 80 / 60, konnten das Anliegen aber auch in der Amtszeit eines Grünen-Parteikollegen als Verkehrsminister in der Landesregierung (Tarek Al-Wazir) nicht durchsetzen.

von Björn Wisker