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Marburg Kino-Erlebnis auf vier Reifen
Marburg Kino-Erlebnis auf vier Reifen
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16:58 04.05.2020
Die erste Vorstellung von „Känguru-Chroniken" nach den Büchern von Marc-Uwe Kling im Autokino Marburg auf dem Messeplatz war komplett ausverkauft. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Marburg

Ins Kino gehen – darauf müssen ausgehungerte Filmfans seit Wochen verzichten. Ins Kino fahren – das geht und zwar seit Donnerstag. Da fand die ausverkaufte Premiere des neuen Autokinos vom Cineplex Marburg, Depro Konzerte und Goldfisch Art auf dem Messeplatz statt. Und der erste Film, die Känguru-Chroniken nach den Kultbüchern von Marc-Uwe Kling, lockte hunderte Menschen vor die 15 mal sechs Meter große LED-Leinwand. In langen Schlangen warteten schon eine Stunde vor Filmstart geduldige, bei lauschigen neun Grad, warm eingepackte Zuschauer in ihren Wagen. Die Massen wurden diszipliniert organisiert, im strömenden Regen dirigierten zahlreiche Ordner jedes Auto über den Messeplatz, der sich mit rund 175 Wagen schnell füllte.

Zuschauer loben Premiere mit Hupkonzert

Schon die Vorfreude auf die Drive-In-Show im fast schon totgesagten Autokino-Klassiker war groß, und das Beste: Man kam in gewisser Weise wieder unter Leute: „Wir freuen uns total und sind zum ersten Mal in einem Autokino – es ist schön, endlich mal wieder raus zu kommen und mal was anderes zu machen“, erzählt Besucher Dominik aus dem Autofenster heraus. Wie er und seine Freundin genossen besonders viele Paare das Freiluft-Event. Pünktlich zum Filmbeginn stoppte dann auch der Regen, so dass keine wippenden Scheibenwischer den Filmgenuss mehr störten, nur regelmäßiges Scheibenputzen war wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nötig.

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Besonders gelungen: Der Ton lief über das Autoradio, in bester Qualität konnten so die Kapriolen des geschwätzigen Beuteltiers und des unterambitionierten Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling gehört werden. Und die führen im Großstadtdschungel einen David-gegen-Goliath-Kampf, denn ihre Kreuzberger Wohngemeinschaft wird bedroht von einem rechtspopulistischen Immobilienhai, der das Kiez-Idyll zubetonieren will. Als überzeugter Kommunist kann das Känguru das nicht durchgehen lassen und reißt den neuen Mitbewohner mitten rein in den Anti-Terror-Kampf, um dem betrügerischen Politiker eins auszuwischen. Durch ausgefeilte Gegenaktionen des asozialen Netzwerks – okay, nach diversen Patzern sind gleich mehrere nötig – mithilfe des Internets und nicht zuletzt durch eine Hasenpfote gelingt der Gegenschlag und das siegreiche Duo kann zu guter Letzt im kitschigen Sonnenuntergang von dannen ziehen.

Ein zustimmendes Hupkonzert der Zuschauer begleitete die erste Vorstellung, die reibungslos über die Bühne ging. „Das war ziemlich cool, wir haben sehr gelacht, der Ton war top und der Kinobesuch im Auto sehr komfortabel – da kann man auch mal in den Film reinquatschen, das geht im Kino ja sonst nicht“, berichten Maria und Julian nach der Show begeistert von einem gelungenen Abend.

Im Autokino finden täglich weitere Filmvorführungen statt. Am Samstag, 2. Mai, läuft „Chaos im Netz“ (15 Uhr), „Bohemian Rhapsody“ (18 Uhr) und nochmals die „Känguru-Chroniken“ (22 Uhr).

Von Ina Tannert

04.05.2020
03.05.2020
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