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Marburg Notunterkünfte für bis zu 1.000 Flüchtlinge
Marburg Notunterkünfte für bis zu 1.000 Flüchtlinge
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15:55 09.03.2022
Die Hinterlandhalle in Dautphe ist eine von drei Sporthallen im Landkreis, die als Notunterkünfte zur kurzfristigen Unterbringung geflüchteter Menschen aus der Ukraine genutzt werden sollen.
Die Hinterlandhalle in Dautphe ist eine von drei Sporthallen im Landkreis, die als Notunterkünfte zur kurzfristigen Unterbringung geflüchteter Menschen aus der Ukraine genutzt werden sollen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes sollen in den kommenden Tagen die Hinterlandhalle in Dautphetal, die Großsporthalle am Marburger Georg-Gaßmann-Stadion und die Sporthalle der Kaufmännischen Schulen in Marburg sowie eine Turnhalle in Cölbe vorbereiten.

Hintergrund des Einsatzbefehls sei der anhaltende Zustrom von Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine flüchten, heißt es aus dem Landratsamt weiter. Durch die Notunterkünfte, die jetzt unter anderem im Kreis Marburg-Biedenkopf eingerichtet werden, soll die Aufnahmekapazität der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (EAEH) kurzfristig erweitert werden. Die Notunterkünfte sollen für die Geflüchteten eine vorübergehende Zwischenstation für wenige Tage sein. Von dort soll dann eine feste Unterbringung erfolgen.

 Schul-, Vereins- oder Profisport betroffen 

Während der Landkreis mit Einsatzkräften des Katastrophenschutzes die Notunterkünfte vorbereitet und aufbaut, wird deren Belegung und Leitung von der EAEH übernommen. Vorgabe des Landes ist es zudem, Aufgaben wie Verpflegung, Betreuung und die sanitätsdienstliche Betreuung für die Hilfe suchenden Menschen möglichst schnell an externe Dienstleister zu übertragen.

 „Wir haben uns ganz bewusst für die Nutzung von Sporthallen entschieden. Eine Unterbringung in Zelten scheidet nach unserer Einschätzung aus, da wir davon ausgehen, dass überwiegend Frauen mit Kindern sowie ältere Menschen auf der Flucht sind. Zudem haben die geflüchteten Menschen mit hoher Wahrscheinlich Dinge erlebt, die eine Unterbringung in geschützter und abgeschirmter Umgebung notwendig machen“, wird der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow zitiert. Er hob die schnelle und unbürokratische Unterstützung der Stadt hervor.

Wie lange die als Notunterkünfte genutzten Sporthallen nicht für den Schul-, Vereins- oder Profisport zur Verfügung stehen werden, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest. Der Kreis bemüht sich jedoch darum, für den Vereinssport Alternativangebote zu schaffen. „Wir hoffen an dieser Stelle auf das Verständnis und die Solidarität der Sportvereine und der Schulen. Es handelt sich hier um eine Ausnahmesituation und die unmittelbare Hilfe für Menschen in großer Not“, betonte Zachow.