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Marburg Augenblicke an der Lahn
Marburg Augenblicke an der Lahn
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08:59 19.09.2021
Eine Aufnahme aus dem Biergarten des alten Wirtshauses an der Lahn, die in den Nachkriegsjahren entstanden ist. Marburger Unternehmer sitzen mit ihren Frauen zusammen. Von vorne rechts nach links um den Tisch sitzen: Ein Herr Bösch, damals Leiter der Marburger Molkerei, mit seiner Frau. Daneben sitzt das Ehepaar Karl Funke, das ein Malergeschäft führte. Außerdem Heinrich Schneider von einer Tiefbau-Firma mit seiner Ehefrau und das Ehepaar Karl Bachmann, das ein Feinkostgeschäft hatte. Der Name des Mannes daneben ist unbekannt.
Eine Aufnahme aus dem Biergarten des alten Wirtshauses an der Lahn, die in den Nachkriegsjahren entstanden ist. Marburger Unternehmer sitzen mit ihren Frauen zusammen. Von vorne rechts nach links um den Tisch sitzen: Ein Herr Bösch, damals Leiter der Marburger Molkerei, mit seiner Frau. Daneben sitzt das Ehepaar Karl Funke, das ein Malergeschäft führte. Außerdem Heinrich Schneider von einer Tiefbau-Firma mit seiner Ehefrau und das Ehepaar Karl Bachmann, das ein Feinkostgeschäft hatte. Der Name des Mannes daneben ist unbekannt. Quelle: Privat
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Marburg

Auf einen harten Lebensabschnitt vorbereiten oder das Leben einfach für einen Moment genießen – ein Kontrast, den diese beiden sehr unterschiedlichen Bilder vor dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich machen.

Auf dem ersten Bild sehen wir eine Gruppe Schüler der Marburger Oberrealschule mit Reformrealgymnasium, heute die Martin-Luther-Schule. Dieses Klassenfoto ist besonders alt und stammt noch aus dem Jahr 1911. Albert Schmidt hat uns das Bild aus seinem reichen Fundus zur Verfügung gestellt.

Schüler der Marburger Oberrealschule mit Reformrealgymnasium, heute die Martin-Luther-Schule. Auf dem Bild aus dem Jahr 1911 zu sehen ist unter anderem Ferdinand Schmidt (oben links mit Pfeil) mit der Obertertia bei einem Ausflug an die Lahnquelle. Quelle: Privat

Die Aufnahme zeigt seinen Vater Ferdinand Schmidt (oben links mit Pfeil) mit der Obertertia der Oberrealschule mit Reformrealgymnasium i. E. zu Marburg an der Lahn.

Alle Schüler tragen die damals üblichen Schülermützen und Krawatten. Ein Schüler trägt außerdem eine weiße Matrosenbluse, ein weiterer in der Mitte des Fotos hat sein Musikinstrument, ein Horn, mitgebracht. Oben in der Mitte steht Klassenlehrer Professor Nau.

Die Klasse war da gerade auf einem Ausflug an der Lahnquelle, eigentlich ein schöner Anlass: Sein Vater wirke jedoch „recht nachdenklich und der Gesichtsausdruck der meisten Schüler ist ziemlich mürrisch, als ahnten sie bereits, was nur drei Jahre später in aller Härte auf sie zukommen wird“, hebt Albert Schmidt hervor.

Denn im Jahr 1914 zog sein Vater mit seinen Mitschülern als Kriegsfreiwilliger in den Ersten Weltkrieg. „Bereits nach kurzer Zeit waren vier seiner Klassenkameraden, die auf diesem Foto noch zu sehen sind, gefallen. Er selbst nahm unter anderem an den erbittert geführten Gefechten am Hartmannsweilerkopf in den Vogesen teil, wurde schwer verwundet, war 1917 in Türkheim im Lazarett und kehrte absolut schwerhörig in sein Elternhaus in Marburg zurück“, berichtet der Sohn.

Vor diesem Hintergrund erscheint das Bild eines schönen Klassenausflugs durchaus in einem anderen Licht, auch Albert Schmidt sieht es daher „mit anderen Augen“.

Genuss in der Nachkriegszeit

Machen wir einen großen Zeitsprung nach vorne in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und von der Lahnquelle zum Wirtshaus an der Lahn: Auf dem zweiten Bild, das in den Nachkriegsjahren entstand, sehen wir eine fröhliche Runde im Biergarten des alten Wirtshauses. Die Aufnahme aufgehoben hat Hans Bachmann, der uns diesen Schnappschuss zur Verfügung stellte.

Eine Aufnahme aus dem Biergarten des alten Wirtshauses an der Lahn, die in den Nachkriegsjahren entstanden ist. Marburger Unternehmer sitzen mit ihren Frauen zusammen. Von vorne rechts nach links um den Tisch sitzen: Ein Herr Bösch, damals Leiter der Marburger Molkerei, mit seiner Frau. Daneben sitzt das Ehepaar Karl Funke, das ein Malergeschäft führte. Außerdem Heinrich Schneider von einer Tiefbau-Firma mit seiner Ehefrau und das Ehepaar Karl Bachmann, das ein Feinkostgeschäft hatte. Der Name des Mannes daneben ist unbekannt. Quelle: Privat

Im Vordergrund sieht man die zur damaligen Zeit in der Gisselberger Straße ansässigen Unternehmer, die mit ihren Frauen ausgegangen sind. Sie bilden eine entspannt wirkende Runde, die sicherlich sowohl das Kriegsende wie den Feierabend genießt.

Repros historischer Bilder für die OP-Serie können weiterhin per E-Mail an geschichte@op-marburg.de eingereicht werden

Von Ina Tannert

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