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Marburg Aufbrüche zu neuen Ufern
Marburg Aufbrüche zu neuen Ufern
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12:58 10.08.2021
Die Marburger Studentin Katharina Deppermann hält die Anthologie „Zu neuen Ufern“ in der Hand, zu der sie eine Geschichte beigesteuert hat.
Die Marburger Studentin Katharina Deppermann hält die Anthologie „Zu neuen Ufern“ in der Hand, zu der sie eine Geschichte beigesteuert hat. Quelle: Foto: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Doch an diesem Abend ist etwas anders in ihrer Stimmung. Denn eine von ihnen – die mit den rosa Haaren – wird für ein Jahr die Stadt verlassen, um ihr Au-Pair-Jahr in einem fremden Land zu absolvieren.

Wie die drei Freundinnen das auch als eine Art Abschied von der Jugendzeit empfinden, und wie sich Melancholie und Weltschmerz mit Aufbruchsgedanken und Neugier auf das zukünftige Leben in einer bittersüßen Melange mischen, das hat die Marburger Studentin Katharina Deppermann mit viel Sympathie für ihre Protagonistinnen in einer Kurzgeschichte beschrieben.

Unter rund 200 bundesweiten Einsendungen wurde ihr Text als eine von 41 Geschichten für eine Buchveröffentlichung des Schreiblust-Verlags unter dem Titel „Zu neuen Ufern“ ausgewählt. Es geht beim Generalthema der Anthologie um die Lust an Veränderungen und am Fremden, um die Hoffnung auf einschneidende Erlebnisse und folgenreiche Begegnungen und vielleicht auch um die Lust, ganz reale neue Ufer und bisher unbekannte Gefilde zu entdecken,

Seit 2017 studiert die 1997 geborene Katharina Deppermann aus Blomberg (Lippe) in Marburg Deutsch und Biologie auf Lehramt. Und auch, wenn natürlich jedes Studium an einem Ort weit weg von dem Heimatort eine Art speziellen Aufbruch zu neuen Ufern darstellt, so kann die Studentin doch schon auf ein weit größeres Abenteuer zurückblicken.

Denn nach dem Abitur absolvierte sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr in einer kleinen Stadt in Togo mitten in Afrika. Ursprünglich hatte sie eigentlich vorgehabt, sich dafür um einen Platz in Israel zu bewerben. Doch ihre Mutter riet ihr davon wegen der doch zu explosiven politischen Lage im Nahen Osten dringend ab. Und die Tochter hielt sich dann an den mütterlichen Rat.

Die bei dem Aufenthalt in Afrika gewonnenen Erfahrungen dienten ihr auch als Inspirationsquelle für ihre Geschichte über den Aufbruch zu neuen Ufern. Die 18-Jährige half bei ihrem von einer Hilfsorganisation organisierten Sozialen Jahr in Togo dort in der Schule und im Kindergarten und war auch in die kirchliche Gemeindearbeit eingebunden.

Die dort gesammelten Erfahrungen will sie nicht mehr missen. „Es war großartig. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt“, berichtet sie im Nachhinein. Solch einen speziellen Aufbruch auf Zeit in einen ganz anderen Kulturkreis könne sie nur jedem empfehlen, bilanziert Katharina Deppermann. Natürlich sei sie als große weiße junge Frau in der kleinstädtischen Umgebung schon sehr aufgefallen. Aber mit Hilfe von Tipps und Tricks aus ihrer Gastfamilie habe sie sich doch relativ schnell an den Alltag der Kleinstadt in Togo angepasst.

Jedenfalls habe sie persönlich nie gedacht, dass es besonders mutig sei, von zu Hause wegzugehen. In ihrer jetzt in dem Sammelband veröffentlichten Kurzgeschichte „Zwei Gründe“ nennt das zukünftige Au-Pair-Mädchen zwei Gründe für das Weggehen: etwas Sehen-Wollen und zu wissen, dass man wiederkommen kann.

Preisgekrönte Gedichte und ein Blog

Mit Schreiben die Welt entdecken: Das hat die Studentin und Hobby-Autorin schon in ihrer Schulzeit gemacht. Auf Geschichten um Tiere und Kinder folgten preisgekrönte Gedichte. Und im Geschichten-Blog „Story One“ hat sie jetzt schon mehrere kurze Geschichten eingestellt. Und auch einige Romanideen hätte sie, wie sie auf Nachfrage erzählt – am liebsten für ein Kinderbuch. Allerdings fehlt ihr zur Verwirklichung dieser Ideen die Zeit. Einerseits wegen der Endphase ihres Studiums. Und andererseits, weil es für sie auch trotz Corona-Pandemie einiges zu tun gibt.

So ist sie Barkeeperin in ihrem Studentenwohnheim und empfiehlt als klassischen Sommer-Cocktail eine fruchtige Pina Colada. Außerdem hat sie einen kleinen Lesezirkel initiiert, bei dem auch in Corona-Zeiten gemeinsam Geschichten gelesen werden. Zudem spielt sie Geige im Studenten-Sinfonie-Orchester und macht auch gerne bei einer Volkstanzgruppe mit.

Ob sie in der Zukunft noch zu neuen Ufern außerhalb ihrer Studienstadt Marburg aufbrechen wird, das allerdings steht noch in den Sternen.

Katharina Joanowitsch (Herausgeberin): Zu neuen Ufern – 41 Geschichten, die Grenzen überschreiten. Schreiblust-Verlag Juli 2021. 328 Seiten. 11,90 Euro.

Von Manfred Hitzeroth

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