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Marburg Mit torffreien Erden die Umwelt schützen
Marburg Mit torffreien Erden die Umwelt schützen
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15:00 16.04.2022
Präsentieren die torffreie Erde der MEG: Geschäftsführer Jürgen Wiegand (von links), Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster, Bürgermeisterin und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Nadine Bernshausen und der Leiter der MEG-Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar, Sven Bratek.
Präsentieren die torffreie Erde der MEG: Geschäftsführer Jürgen Wiegand (von links), Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster, Bürgermeisterin und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Nadine Bernshausen und der Leiter der MEG-Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar, Sven Bratek. Quelle: Stadtwerke Marburg/Jonas Becker
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Marburg

Torf ist ein gängiger Bestandteil vieler Blumenerden, der das Wachstum von Pflanzen fördern soll. Das Problem dabei: Für dessen Abbau werden ökologisch wertvolle Moore zerstört, die einen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere bieten und als CO2-Speicher zum Klimaschutz beitragen. Eine umweltfreundliche Alternative bieten Erden, bei denen vollständig auf den Zusatz von Torf verzichtet wird.

Hergestellt wird die torffreie Variante auf der Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar. „Der Verzicht auf Torf in Blumenerde ist ein wichtiger Beitrag, um Moore als CO2-Speicher und als ökologisch wertvollen Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen zu erhalten“, erklärte Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Marburg, Nadine Bernshausen. Gerade in Zeiten der globalen Klimakrise sei das ein wichtiger Schritt.

Einer der Vorreiter in Hessen

Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Holger Armbrüster, erklärte, dass der Anteil torffreier Erden im vergangenen Jahr bei rund 80 Prozent gelegen habe. Mittlerweile habe man vollständig auf eine torffreie Herstellung umgestellt. „Dadurch löse ich ein Versprechen ein, das ich im vergangenen Jahr im Rahmen des Gartenbauseminars der MEG gegeben habe. Wir verzichten in der Eigenproduktion komplett auf Torf“, sagte Armbrüster.

„Damit gehören wir in Hessen zu den Vorreitern“, ergänzte Jürgen Wiegand, Geschäftsführer der Marburger Entsorgungs-GmbH (MEG). Seine Freude darüber teilte er mit Sven Bratek, dem Leiter der Kompostierungsanlage. Bratek erklärte, was die neue Erde so besonders macht: „Anstatt Torf werden zur Herstellung andere organische Materialien verwendet, wie etwa Grünschnittkompost oder Rindenhumus. Die Rohstoffe kommen ausschließlich aus der Region, wodurch eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft betrieben wird.“

Dabei ist der Agraringenieur von den Eigenschaften der umweltfreundlichen Alternative überzeugt. „Unsere torffreien Erden bieten die notwendigen Nährstoffe und haben aufgrund beigemischter Holzfasern eine lockere Struktur, die für eine gute Durchlüftung des Bodens sorgt. Wegen der speziellen Zusammensetzung können die Erden auch ohne Torf genügend Wasser speichern. Im Einklang mit den zugesetzten Düngemitteln ermöglicht das eine einfache Handhabung und hervorragende Resultate im Garten“, sagte Bratek.

Damit die hohe ökologische Qualität der Erden gewährleistet bleibt, wird diese regelmäßig von unabhängiger Stelle geprüft. Die für die Kompostierungsanlage zuständige MEG produziert im Zuge des geschützten Markennamens „Floratop“. Der Name steht deutschlandweit für hochwertige regionale Erden und Dünger auf Kompostbasis.

Die torffreien Erden sind bei der Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar erhältlich, die unter der Telefonnummer 0 64 21 / 9 30 90 erreichbar ist. Informationen zu den Öffnungszeiten sind online unter www.entsorger-marburg.de zu finden.

Von unseren Redakteuren