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Marburg Auch der Nikolaus ist geimpft
Marburg Auch der Nikolaus ist geimpft
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17:00 21.11.2021
Der Nikolaus lehnt am Schild der Arbeitsagentur – er freut sich auf die Familien, doch laufen seine Besuche unter Corona-Bedingungen erneut anders als seit vielen Jahren gewohnt ab.
Der Nikolaus lehnt am Schild der Arbeitsagentur – er freut sich auf die Familien, doch laufen seine Besuche unter Corona-Bedingungen erneut anders als seit vielen Jahren gewohnt ab. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Marburg

Alle Jahre wieder – vermittelt die Arbeitsagentur Marburg Nikoläuse. Einer der bärtigen Gesellen ist schon seit gut zwei Jahrzehnten im Geschäft – und hat jede Menge Stammkundschaft. „Bei vielen Familien gehöre ich schon lange zur Weihnachtszeit“, erzählt der Nikolaus. „Dort habe ich die Kinder aufwachsen sehen, die mittlerweile selbst schon Kinder haben und mich buchen.“

Der Nikolaus zelebriert die Vorweihnachtszeit, „es ist die schönste Zeit des Jahres“, sagt er. Und er hatte insgeheim gehofft, dass er seine Besuche von ungefähr Mitte November bis mindestens Heiligabend – ob bei Familien, in Altenheimen, Krankenhäusern oder auch Sportvereinen – dieses Jahr nicht mehr unter Corona-Bedingungen absolvieren muss. „Daraus wird jetzt leider nichts“, sagt er. „Selbstverständlich bin ich bereits doppelt geimpft und wollte auch schon gerne die Booster-Impfung haben.“ Doch in der vergangenen Woche, als er danach gefragt hatte, da war sein halbes Jahr Wartezeit noch nicht um. Jedoch gebe es nun neue Hoffnung durch die beschlossenen Änderungen.

Denn eines ist dem Nikolaus extrem wichtig: „Sicherheit nicht nur für mich, sondern vor allem für alle, die ich besuche.“ Er hat den Vorteil, dass er bereits vergangenes Jahr umfangreiche Erfahrungen unter Corona-Bedingungen sammeln konnte. „Ich habe alles Erdenkliche unternommen, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen“, sagt er – und das hält er auch dieses Jahr so.

Unter dem Bart herrscht quasi Maskenpflicht, „ich habe mehrere Paar Handschuhe, die Kinder dürfen dem Nikolaus oder Weihnachtsmann nicht zu nahe kommen, um die Geschenke abzuholen – sondern ich habe sie dann separat beispielsweise unter dem Weihnachtsbaum abgelegt“, erzählt er.

Auch war der Nikolaus häufig draußen, wo es sich angeboten hat. Das heißt: Der Nikolaus hat beispielsweise durch die Balkontür agiert oder die Familie komplett im Freien besucht. Und er hat auch schon im Vorfeld dafür gesorgt, dass nicht so viele Menschen anwesend sind – draußen maximal zehn, „und wenn ich Kinder drinnen besucht habe, dann mit maximal vier Personen“. Eine weitere Bedingung: Das Zimmer musste vorher gut gelüftet werden, „und nach spätestens zehn, zwölf Minuten bin ich wieder gegangen“.

Der Nikolaus habe auch vor seinen Besuchen bereits in seinem „Schlitten“ alles für die Hygiene getan: „Vor jedem Besuch desinfiziert, die weißen Stoff-Handschuhe gewechselt – und darunter zusätzlich Einweghandschuhe getragen.“

Corona wirbelte Routine durcheinander

Der Nikolaus-Besuch unter Coronabedingungen sei für alle Beteiligten auch eine Herausforderung gewesen. „Aber ich habe im Nachhinein häufig gehört, dass es sehr gut war, dass ich da gewesen sei – um in diese bewegte Zeit doch ein bisschen Ruhe zu bringen, und dass ich den Kindern auch ein Stück Alltag gebracht habe.“ Da wurde „die Routine nach 20 Jahren doch stark durcheinandergewirbelt – vergangenes Jahr war auch für mich alles neu“.

Ganz kalt gelassen hat ihn die Situation auch nicht. „Alleine schon der zeitliche Druck, immer auf die Uhr schauen zu müssen, wann die zehn, maximal zwölf Minuten um sind – das ist nicht leicht“, sagt er. Sonst habe er seine Besuche zelebriert, „eben immer so, wie es die Situation ergeben hat“ – um beispielsweise detailliert aus seinem „Goldenen Buch“ vorzulesen, was die Kinder im vergangenen Jahr so erlebt hätten. „Das war vergangenes Jahr immer nur ganz kurz gehalten und muss dann auch dieses Jahr wieder so sein – sehr schade.“

Die stark gestiegenen Infektionszahlen bereiten ihm trotz aller gesammelten Corona-Erfahrungen und Sicherheitsvorkehrungen dennoch Sorgen. Und das, obwohl er schon sehr viele Buchungen habe. Er könne verstehen, wenn nun Besuche abgesagt würden. Dennoch wolle er auch dieses Jahr alles dafür tun, Kindern als Nikolaus oder Weihnachtsmann eine schöne Zeit zu bereiten – und das mit Sicherheit.

Wer eine Anfrage hat, erreicht den Nikolaus unter nikolausro68@gmx.de – und auch die Arbeitsagentur vermittelt „bärtige Gesellen“ unter der kostenfreien Telefonnummer 08 00 / 4 55 55 20

Von Andreas Schmidt