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Marburg Arzt will Impfpraxis eröffnen
Marburg Arzt will Impfpraxis eröffnen
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15:00 19.12.2021
Der Arzt Mahmut-Mortaza Mostakiem will in der Gutenbergstraße 15 eine Praxis eröffnen, in der er Impfungen gegen Corona und Corona-Schnelltests anbietet. 
Der Arzt Mahmut-Mortaza Mostakiem will in der Gutenbergstraße 15 eine Praxis eröffnen, in der er Impfungen gegen Corona und Corona-Schnelltests anbietet.  Quelle: Foto: Stefan Dietrich
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Marburg

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist derzeit offensichtlich riesig – ob bei den Impfpunkten, bei den mobilen Impfteams, den offenen Impfaktionen der Universität oder bei Haus- und Betriebsärzten. Künftig soll es in Marburg noch ein weiteres Impfangebot geben: Der Arzt Mahmut-Mortaza Mostakiem will in der Gutenbergstraße 15 eine private Impfpraxis eröffnen, in der er neben Corona-Impfungen auch Schnelltests anbieten wird. Voraussichtlich am Dienstag, 21. Dezember, will er mit den Impfungen beginnen – sofern die Impfstoff-Lieferung wie geplant am Montag ankommt.

„Ich habe aufgrund der aktuellen Lage und der Nachfrage entschieden, dass ich eine private Impfpraxis eröffne“, sagt Mostakiem. „Die Impfzentren sind überlaufen, die Hausärzte können nur ihren eigenen Patientenstamm impfen – da will ich Abhilfe schaffen“, begründet er, warum er einen Bedarf für sein Angebot sieht. Es solle sich um eine „Walk-in-Praxis“ handeln, in der sich jeder impfen lassen kann. Sie werde täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet sein, „auch an Sonn- und Feiertagen, damit die erste Impfwelle schnell abgearbeitet werden kann“, kündigt Mostakiem an.

Testen und impfen ist für Patienten kostenlos

Nach seinem Medizin-Studium in Düsseldorf, Frankfurt und Gießen habe er in einer Praxis im Bereich der ästhetischen Medizin gearbeitet, berichtet Mostakiem. Er hat also keinen Kassenarzt-Sitz, deshalb handelt es sich um eine Privatpraxis. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Impfung Geld kostet oder nur für Privatpatienten zur Verfügung steht: „Sowohl Testen als auch Impfen ist komplett kostenlos“, versichert der Arzt. Wer geimpft werden will, müsse nur einen Impf- und Personalausweis mitbringen.

Wie sehen die niedergelassenen Ärzte, die in ihren Praxen auch impfen, das neue Angebot? Dr. Ortwin Schuchardt, Sprecher der Ärztegenossenschaft Prima, hat dazu eine differenzierte Meinung: „Grundsätzlich sind wir der Meinung: Hauptsache geimpft. Wenn wir damit erreichen, dass Menschen noch vor Weihnachten geimpft werden können – gut“, sagt er auf OP-Anfrage. Er fügt aber hinzu: „Wichtig wäre, dass der Kollege auch zur Verfügung steht, wenn jemand eine Impfreaktion hat.

Biontech-Impfstoff steht nur begrenzt zur Verfügung

Das Impfen ist das eine, die andere Frage ist: Was ist, wenn etwas passiert?“ Wenn der Patient dann doch bei seinem Hausarzt vor der Praxis stehe, könne das den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sauer aufstoßen. Zudem stelle er sich die Frage, wo die private Impfpraxis genug Impfstoff herbekomme, wenn die Hausarztpraxen immer nur einen Teil dessen bekommen, was sie bestellen, sagt Schuchardt.

Auch Mostakiem sagt, der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei „von der Bundesregierung streng limitiert“: Jeder Arzt bekomme pro Woche maximal fünf Biontech-Impfdosen, aus denen maximal 30 Impfungen möglich sind. Mostakiem will nicht allein, sondern mit einem Team von Ärzten impfen, sodass er entsprechend mehr Impfdosen bekommen kann. Eine weitere Ärztin wird auf jeden Fall von Anfang an dabei sein. Biontech werde von der Stiko derzeit für Unter-30-Jährige und Schwangere empfohlen. Mostakiem will außerdem mit dem mRNA-Impfstoff von Moderna und dem Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson impfen. Von diesen Impfstoffen könne man beliebig viel bestellen.

Neben Ärzten wird in der Praxis weiteres medizinisches und nicht-medizinisches Personal tätig sein. „Am Anfang werden jeden Tag fünf bis sechs Leute hier arbeiten, das werden wir dann entsprechend der Nachfrage hochfahren“, sagt Mostakiem. 100 bis 200 Impfungen am Tag seien nicht unrealistisch, es könnten aber am ersten Tag auch 500 oder nur 50 sein. Die Räumlichkeiten habe er zunächst für sechs Monate angemietet, mit der Option, um weitere sechs Monate zu verlängern.

Von Stefan Dietrich

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