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Marburg Arbeitsmarkt hat sich trotz Corona stabilisiert
Marburg Arbeitsmarkt hat sich trotz Corona stabilisiert
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19:17 04.01.2022
Der Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie stabilisiert.
Der Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie stabilisiert. Quelle: Ole Spata
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Marburg

Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg, blickt auf ein „gutes Jahr 2021 für den Arbeitsmarkt“ zurück. Denn trotz Pandemie habe es im Durchschnitt 5 320 Arbeitslose je Monat gegeben – im Vorjahr waren es noch 5 847 gewesen, „das sind 9 Prozent weniger – das Ergebnis zeigt, dass der Arbeitsmarkt trotz aller Widrigkeiten sich doch gut stabilisiert hat“.

Im Dezember waren 4 659 Menschen im Landkreis arbeitslos – ein Rückgang um 17,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresdezember. Entsprechend sank die Arbeitslosenquote binnen Jahresfrist von 4,2 auf 3,5 Prozent, „das ist ein ordentliches Pfund“, wie Breustedt sagt. Auch Ältere ab 50 Jahren (-10,9 Prozent), Ausländer (-17 Prozent), Langzeitarbeitslose (-6,9 Prozent) und Menschen mit einer Schwerbehinderung (-4,9 Prozent) hätten von der Entwicklung profitiert. Doch hätten diese „kritischen Gruppen“ nicht so stark an der positiven Entwicklung teilgenommen, wie der Rest der Arbeitslosen.

Alles in allem zeige sich der Arbeitsmarkt jedoch weiterhin als aufnahmefähig. Nun gelte es zu beobachten, ob sich die positive Entwicklung auch auf die schwieriger zu vermittelnden Personengruppen ausweiten lasse.

Dezember ist ein „nicht so absatzstarker Monat“

Der Zugang von Arbeitslosen aus Erwerb sei im Dezember mit 525 Personen um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. „Das ist ein guter Wert“, kommentierte Breustedt, schränkte jedoch ein: „Allerdings haben wir auch eine gewisse Stagnation bei den Abgängen in Erwerb mit einem Minus von 4,6 Prozent – der Dezember ist also ein nicht so absatzstarker Monat“. Dies sei jedoch im Winter üblich.

1 255 Personen meldeten sich arbeitslos, das waren 249 oder rund 25 Prozent mehr als im November, gegenüber dem Vorjahresmonat waren es 20 oder 1,6 Prozent mehr. Parallel dazu meldeten sich 1 144 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab – 23 oder 2 Prozent weniger als im November und 25 oder 2,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Im Dezember wurden der Marburger Arbeitsagentur 545 neue Arbeitsstellen gemeldet, 86 oder rund 19 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gegenüber dem November waren es jedoch 141 oder 20,6 Prozent weniger. Insgesamt seien der Agentur im vergangenen Jahr 7 107 neue Stellen gemeldet worden – was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 35,7 Prozent oder 1 869 Stellen entspricht.

Positiv stimmt den Agenturleiter vorerst der Rückgang der Kurzarbeit. Denn: Waren im Mai vergangenen Jahres noch 4 400 Menschen aus 720 Betrieben in Kurzarbeit (Quote: 4,7 Prozent), so sank die Zahl im August, dem letzten greifbaren Statistik-Wert, auf 1 439 Kurzarbeiter in 246 Unternehmen – die Quote betrug 1,5 Prozent.

Allerdings würden die Zeichen nun wieder auf ein Steigen der Kurzarbeit hindeuten – „es gibt bereits wieder Meldungen von Gastronomiebetrieben, wo sich beispielsweise das Weihnachtsgeschäft in Luft aufgelöst hat“, sagt Breustedt.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in der Zuständigkeit des Kreisjobcenters (KJC) hat sich im Vergleich zum Vormonat nahezu nicht verändert. Demnach waren 2 750 erwerbsfähige Leistungsberechtigte als arbeitslos registriert – eine Person mehr, als im November. Gegenüber dem Vorjahres-Dezember sank die Zahl um 196 Personen oder 7,7 Prozent. Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger an den zivilen Erwerbspersonen liegt bei 2,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 2,2 Prozent.

Omikron-Variante sorgt für Verunsicherung

„Insgesamt setzt sich die Erholung des Arbeitsmarktes fort. Das stimmt für das neue Jahr zuversichtlich“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Marian Zachow (CDU). Die Corona-Pandemie mit der Omikron-Variante sorge allerdings nach wie vor für Verunsicherung.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften liegt mit 5 808 um 48 oder 0,8 Prozent höher, als im November. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 16 oder 0,3 Prozent. Auch die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen – um 62 Personen oder 0,8 Prozent auf 7 657 Personen.

Von Andreas Schmidt