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Marburg Aquamar nach Sanierung wieder geöffnet
Marburg Aquamar nach Sanierung wieder geöffnet
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21:20 01.07.2021
Frank und Sonja Kaiser mit Jakob (3 Jahre) und Julius (6 Jahre) nutzten den ersten Tag der Wiederöffnung des Spaßbades Aquamar.
Frank und Sonja Kaiser mit Jakob (3 Jahre) und Julius (6 Jahre) nutzten den ersten Tag der Wiederöffnung des Spaßbades Aquamar. Quelle: Thorsten Richter
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Während im Foyer des Aquamar Vertreter der Stadt, des Ingenieurbüros und der Gewerbetreibenden in kleiner Runde die Wiedereröffnung nach rund anderthalbjähriger Schließung des Bades feiern, warten vor dem Eingang die nächsten Badegäste auf den Einlass für ihr Zeitfenster. Obwohl die Terminbelegung laut den Damen an der Kasse „langsam anläuft“, stehen rund zehn Badegäste am Einlass an. Vorneweg Frank Kaiser mit seiner Familie. Sie reisten aus Griedelbach im Lahn-Dill-Kreis an, um „mal zu schauen, wie das Bad nach der Renovierung aussieht“. Probleme, einen Badetermin am ersten Öffnungstag zu ergattern, hatten sie wie alle anderen Anstehenden nicht. Unter ihnen ist auch Stammgast Uschi Mankel. Die Marburgerin freut sich, dass die Zeit des Ausweichens nach Stadtallendorf oder auch ins Freibad an der Sommerbadstraße vorbei ist.

„Bestes Badewetter“

Am Tag der Wiedereröffnung herrscht ja auch „bestes Hallenbadwetter“, betonen Stadträtin Kirsten Dinnebier und Bürgermeister Wieland Stötzel bei ihren Begrüßungen. Eigentlich sollte das Aquamar nach der Renovierung mit einer großen Feier wiedereröffnet werden, sagt die Bäderdezernentin, doch die Corona-Pandemie habe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Letztlich habe das Zusammenfallen der Sanierung mit der Zeit der Pandemie auch etwas Gutes gehabt, fügt der Baudezernent an, denn das Bad hätte wegen der Corona-Schutzauflagen in der Zeit sowieso geschlossen bleiben müssen. Dem pflichtete Bäderchef Rolf Klinge bei, der an die Zeit der je nach Pandemielage periodischen Öffnungen und Schließungen des Restbades erinnerte.

Dass die Wiedereröffnung nun wie ein normaler Badetag unter Corona-Bedingungen stattfinde, sei auch der Pandemie geschuldet. Badegäste müssen online ein festgelegtes Zeitfenster reservieren und ebenso wie für einen Saunagang einen Nachweis vorzeigen, dass sie gänzlich geimpft, negativ getestet oder genesen sind. Dies gilt nicht für Kinder unter sechs Jahren. Für den Besuch des Freibades ist ein Negativtest empfohlen, aber nicht Voraussetzung. Kirsten Dinnebier dankte noch den Vereinen und Schulen, die während der Schließung „gut zusammenrückten und auch auf andere Bäder auswichen“. Dies war nötig, weil bei der anstehenden regelmäßigen Kontrolle der städtischen Sonderbauten in der Dachkonstruktion des Aquamar Risse im Leimholzgebinde über dem Schwimm-, Lehrschwimm- und Sprungbecken entdeckt wurden. Als Ursache des Schadens vermuten Experten eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Die Sanierungsarbeiten kosten die Stadt rund 1,4 Millionen Euro. Dafür sind aber nicht nur die Balken, sondern auch die Lüftung erneuert und das Gebäude abgedichtet worden, erklärt Baudezernent Stötzel. Da es vom Land Hessen einen Zuschuss in Höhe von 400 000 Euro aus dem Schwimmbadinvestitionsprogramm gab, bezeichnet Bürgermeister Stötzel die Sanierung als „kostenmäßig vertretbar“.

Von Gianfranco Fain

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