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Marburg Anwohner sollen Zusatzkosten für Müll tragen
Marburg Anwohner sollen Zusatzkosten für Müll tragen
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09:59 01.10.2021
Sperrmüll in der Sudetenstraße am Marburger Richtsberg.
Sperrmüll in der Sudetenstraße am Marburger Richtsberg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Mieter am Richtsberg müssen möglicherweise die Entsorgung des Mülls zumindest zum Teil selbst bezahlen. Das sagte der scheidende Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) auf der Stadtparlamentssitzung vergangenen Freitag auf Nachfrage der Stadtverordneten Tanja Bauer-Wöhr (Marburger Linke).

Seit Jahren kämpft die Stadt mit wilden Müllablagerungen, wild abgestelltem Sperrmüll und der Vermüllung der Stellplätze (die OP berichtete). Zu Abfalltrennungs- und Abfallproblemen im Stadtgebiet finden ein- bis zweimal im Jahr Abstimmungsgespräche zwischen Vertretern der Wohnungsbaugesellschaften und dem Magistrat statt.

Bei dem letzten Abstimmungsgespräch im September stellten die Gesprächspartner fest, dass sich die Müllprobleme insgesamt im letzten Jahr deutlich entspannt haben. Zwar seien einige Ablagerungsprobleme (wie Sperrmüll und Elektroschrott) immer wiederkehrend und nicht dauerhaft lösbar, aber die Probleme würden zeitnah (innerhalb von drei bis fünf Tagen) angegangen und gelöst, sagte Stötzel. Das sei auch Ergebnis der inzwischen erfolgten Auftragsvergabe seitens der Wohnungsbaugesellschaften an private Unternehmen zur Abfalltrennung und Sortierung.

„Für Abfalltrennung sind die Bewohnerinnen und Bewohner zuständig“

Die Marburger Kommunalentsorgungs-GmbH (MKG) führt im ganzen Stadtgebiet die Leerung der Wertstoff- und Abfallgefäße an den in den Abfallkalendern angegebenen Terminen durch. Die MKG benötigt hierfür freien Zugang zu den Sammelstandorten und den einzelnen Gefäßen sowie sortenrein befüllte Abfall- und Wertstofftonnen. „Für die Abfalltrennung vor Ort sind die Bewohnerinnen und Bewohner zuständig“, betonte Stötzel.

Trotz der intensiven Information seitens aller Beteiligten komme es im Stadtgebiet immer wieder zu unsachgemäßen Befüllungen der Sammelgefäße an den Sammelstandorten und zusätzlich zu Ablagerung von Sperrmüll ohne Terminvereinbarung. Seitens der Wohnungsbaugesellschaften wurden Firmen beauftragt, an den Stellplätzen die Abfall- und Wertstofftrennung zu prüfen, bei Bedarf nachträglich zu sortieren und wild abgelegte Abfälle in die vorgesehenen Gefäße zu geben. Durch die Tätigkeit dieser „Aufräumfirmen“ werde unter anderem sichergestellt, dass Störungen (Beistellungen, Vermüllungen) vor den Leerungsterminen beseitigt werden können.

Insbesondere die ohne Abfuhrtermin oder weit vor einem Abfuhrtermin bereitgestellten Sperrgüter beeinträchtigen aber immer wieder das Erscheinungsbild des Wohnquartiers. Auch seitens der MKG werden für die Entsorgung der „wilden Sperrmüllbeistellungen“ Sonderabgabe- und Sonderabholungstermine mit den Wohnungsbaugesellschaften vereinbart. Dennoch sind die spontanen Sperrmüllablagerungen nicht immer sofort zu beseitigen.

Aus Sicht der Stadt Marburg ist das jetzt gewählte Vorgehen der Wohnungsbaugesellschaften, externe Firmen zu beauftragen, zielführend und unverzichtbar, um die Abfallprobleme vor Ort zu lösen. „Die anfallenden Kosten seien nicht den Abfallgebühren der Stadt Marburg zuzuordnen und müssten von den Wohnungsbaugesellschaften über die Betriebskosten auf alle Mietparteien umverteilt werden“, teilte Stötzel mit.

Von Till Conrad

30.09.2021
30.09.2021