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Marburg Anatomie-Neubau schreitet voran
Marburg Anatomie-Neubau schreitet voran
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11:58 03.01.2021
Der Rohbau für den Neubau des Anatomie-Institutes auf den Lahnbergen steht. Quelle: Markus Farnung
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Marburg

Auch auf den Lahnbergen gibt es Baufortschritte zu vermelden. Das Institut für Anatomie und Zellbiologie erhält ein neues Institutsgebäude mit Lehr- und Laborräumen auf dem Campus Lahnberge.

Der Rohbau ist jetzt weitgehend fertiggestellt. Das geplante Richtfest musste aber wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Voraussichtlich zum Wintersemester 2022 / 23 soll das Gebäude in Betrieb genommen werden.

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In erster Linie sollen dort Praktika für das Studium der Human- und Zahnmedizin stattfinden. Die Forschungslabore und die Büros der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden im benachbarten Synmikro-Modulbau untergebracht. Synmikro, das Zentrum für synthetische Mikrobiologie, wird voraussichtlich schon im kommenden Jahr den neuen Forschungsbau – ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft – beziehen.

Nach jetzigem Stand wird der neue Anatomie-Bau inklusive der Ersteinrichtung insgesamt rund 17 Millionen Euro kosten. Es entstehen knapp 1 700 Quadratmeter Nutzfläche. Die Philipps-Universität Marburg hat die Bauherrschaft übernommen.

Das Gebäude für das Institut für Anatomie und Zellbiologie sei ein weiterer aus den „Heureka-Mitteln finanzierter Neubau“, erläutert Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). „Mit der Verlagerung des Instituts aus der Stadtmitte heraus stärken wir weiter die Medizinfakultät auf dem Campus Lahnberge“, betonte die Ministerin. „Besonders freut mich dabei, dass die Universität dieses Projekt im Rahmen ihrer Teilbauautonomie erfolgreich meistert.“

Der Neubau für die Anatomie wurde aufgrund einer neuen Festsetzung der Formaldehyd-Grenzwerte dringend erforderlich. Das bestehende, im Jahr 1902 fertiggestellte Anatomie-Gebäude in der Robert-Koch-Straße in der Marburger Innenstadt kann aus statischen Gründen nicht mit der notwendigen Lüftungs- und Absaugtechnik nachgerüstet werden.

Im Neubau wird eine neue Technologie realisiert, die die Einhaltung der Formaldehyd-Grenzwerte in den Unterrichtsräumen ermöglicht.

„Der Neubau der Anatomie wird eine Lern- und Forschungsumgebung auf neuestem Stand bieten. Wir freuen uns, dass der Bau bald für die Ausbildung im Medizin-Studium sowie für Wissenschaftler zur Verfügung stehen wird“, sagt die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause.

Der Bau wird zwei Präpariersäle, einen Histologiesaal, Seminarräume, eine Prosektur zur Konservierung und Vorbereitung der Körperspenden sowie Räumlichkeiten für die Haustechnik beherbergen. Wegen des Gefälles im Baugelände erscheint der Bau nach Norden hin zweigeschossig, nach Süden sind drei Geschosse sichtbar. Im Westen entsteht ein Vorplatz, der mit einer Freitreppe die unterschiedlichen Ebenen verbindet.

Die Stahlbetonkonstruktion des Gebäudes erhält eine Klinker-Fassade, die teilweise durch großflächige, glatte Fassadenelemente unterbrochen wird. Fenster und Wetterschutzgitter werden durch Alublechrahmen eingefasst und strukturieren das Fassadenbild linear.

Das Projekt wurde wegen seiner Dringlichkeit im Vorgriff auf die Finanzmittel aus dem „Heureka II“-Programm der hessischen Landesregierung finanziert.