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Marburg An Hessens Theatern wird wieder geprobt
Marburg An Hessens Theatern wird wieder geprobt
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15:00 13.03.2021
Dürfen wir wieder raus? Dürfen wir wieder auf die Bühne? Das Foto zeigt eine Szene aus dem Stück „Es ist doch eine schöne Sache, über Kanzlerkandidaten zu reden und dabei Blutwurst zu essen“, das 2019 am Hessischen Landestheater zu sehen war.
Dürfen wir wieder raus? Dürfen wir wieder auf die Bühne? Das Foto zeigt eine Szene aus dem Stück „Es ist doch eine schöne Sache, über Kanzlerkandidaten zu reden und dabei Blutwurst zu essen“, das 2019 am Hessischen Landestheater zu sehen war. Quelle: Jan Bosch
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Marburg

Gibt es für Hessens Theater Licht am Ende des Corona-Tunnels? Zumindest dürfen sie wieder proben. Hessens Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) teilte jetzt mit: Die drei hessischen Staatstheater in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden, das Hessische Landestheater Marburg und das Stadttheater Gießen nehmen den Probebetrieb unter Wahrung des Infektions- und Arbeitsschutzes wieder auf. Ziel sei die Vorbereitung der Öffnung, sobald es die Pandemielage und die Corona-Verordnung des Landes zuließen.

Voraussetzung: Stabile Inzidenz unter 100

Vereinbart haben dies die Leitungen der fünf Theater, die stark vom Land Hessen subventioniert werden, gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. Die aktuelle Beschlusslage der Regierungschefinnen und -chefs der Länder und der Bundeskanzlerin sehe eine Öffnungsmöglichkeit frühestens für Ende März vor.

Voraussetzung dafür sei, dass der Sieben-Tage-Inzidenzwert weiterhin stabil unter 100 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner liege. Zudem müssten Besucherinnen und Besucher der Theater „ein tagesaktuelles negatives Ergebnis eines Covid-19-Tests vorlegen“.

„Viele Menschen sehnen sich danach, wieder an Kultur teilzuhaben. Die Erfolge beim Impfen und die Fortschritte bei der Versorgung mit Tests ermöglichen vorsichtige Schritte zurück zur Normalität. Wir hoffen, dass wir mit den Theatern möglichst bald dabei sind. Die Theater bereiten sich nun künstlerisch und administrativ so vor, dass sie Ende März öffnen könnten“, teilte Ministerin Dorn mit. Sie schränkte gleichzeitig ein: „Zugleich müssen wir die Infektionszahlen genau im Auge behalten, denn die besonders ansteckenden Virus-Varianten bereiten uns Sorgen.“

Im Januar hatten die Intendanzen der fünf hessischen Theater gemeinsam mit der Ministerin noch vereinbart, den Probenbetrieb weitestgehend ruhen zu lassen. Schon damals wurde die Osterwoche Anfang April ins Auge gefasst, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, sofern es „die Pandemielage zulässt“.

Spielbetrieb ruht seit November

Das Hessische Landestheater Marburg hatte den Spielbetrieb im November eingestellt. Sechs Premieren sind seither ausgefallen: Michael Frayns Komödienhit „Der nackte Wahnsinn“ (November), das Weihnachtsstück „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (November) – normalerweise ein Publikumsrenner –, die Uraufführung des Politstücks „Hannah! Das Erwachen eines politischen Bewusstseins“ (November), der Liederabend „Soundtrack eines Lebens“ (Dezember), Max Frischs politischer Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ (Januar) und der groß im Erwin-Piscator-Haus geplante szenische Rio-Reiser-Liederabend „Mensch. Lass uns ein Wunder sein“ (Februar). Was passiert mit den Inszenierungen, die zum Teil fertig produziert waren? Und wann kann es in Marburg losgehen?

„Wir planen mit der ersten Premiere am Gründonnerstag. Allerdings ist unsere Information, dass die Politik nun die Entwicklung der Inzidenzzahlen nach den Öffnungen, die der Stufenplan vorsieht, abwarten möchte; und tatsächlich werden wir erst nach den nächsten Beratungen der Bund-Länder-Konferenzen und des Hessischen Corona-Kabinetts wissen, ob wir tatsächlich öffnen dürfen“, teilten die Intendantinnen des Hessischen Landestheaters, Eva Lange und Carola Unser, auf Anfrage der OP mit.

Wenn es die Pandemielage zulasse, werde das HLTM mit „Soundtrack eines Lebens“ wiedereröffnen. Die Intendantinnen zeigten sich zudem begeistert von der jungen Regisseurin Milena Mönch, die auf Basis des Schutzkonzepts die Proben zu „Biedermann“ wieder aufnehmen werde. Sie hoffen auf eine Premiere Mitte oder Ende April. Auch „Der nackte Wahnsinn“ sei fast fertig. Die Intendantinnen prüfen und hoffen, die Komödie in dieser Spielzeit noch auf die Bühne zu bringen.

Das Weihnachtsstück dagegen sei interessierten Schulen schon exklusiv per Stream im Dezember und Januar gezeigt worden. „Wir werden es in der kommenden Spielzeit für bereits längst vereinbarte Gastspiele wieder aufnehmen.“ Aber in Marburg kommt im Spätherbst eine neue Produktion.

Die Probensituation sei unter den geltenden Corona-Schutzmaßnahmen schwierig. Die Proberäume im Historischen Schwanhof seien dafür „absolut ungeeignet, da zu klein“. Das Team nutze natürlich die Bühne im Großen Tasch sowie das Kleine Tasch für Proben. Sobald die Witterung es zulasse, „werden wir auch wieder open air proben“.

Von Uwe Badouin

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