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Marburg An Aufhören ist noch nicht zu denken
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08:58 29.08.2021
Lydia Pohl bringt seit 25 Jahren Kindern das Schwimmen bei.
Lydia Pohl bringt seit 25 Jahren Kindern das Schwimmen bei. Quelle: Foto: Lucas Heinisch
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Wehrda

Man hört ein „Platsch“, Kinderlachen, und dann geht es von vorne los: Unter der Aufsicht von Lydia Pohl rutschen die Kinder die kleine Wasserrutsche herunter, laufen über Schwimmmatten oder tauchen und schwimmen im warmen Wasser des Hallenbades des Kinderzentrums Weißer Stein in Wehrda.

Seit 25 Jahren bietet die 60-jährige Lydia Pohl dort und in Heskem private Schwimmkurse für Kinder an. Jüngst feierte sie das Jubiläum mit der Familie und den Kindern aus dem Schwimmkurs.

Der Start im Jahr 1996 war jedoch nicht einfach. Zu dieser Zeit war Lydia Pohl ohne Arbeit. „Da habe ich mir überlegt, was kann ich und was macht mir Spaß“, erzählt sie. So kam ihr die Idee, verschiedene Schwimmkurse wie Babyschwimmen oder Aquafitness anzubieten.

„Geschwommen bin ich schon lange und ich komme aus dem Schwimmsport“, sagt Pohl. „Ich habe mich dann selbstständig gemacht.“ Nach vier Jahren kam dann auch der Lehrerjob hinzu, den sie auch heute noch als Sport- und Englischlehrerin ausübt.

Ihre Schwimmkurse sind gut besucht. „Pro Gruppe sind es acht bis zehn Kinder ab fünf Jahren“, erzählt die 60-Jährige. Wartelisten habe es schon immer gegeben, doch inzwischen „hat es sich verstärkt“, erklärt sie. Für ihre Kurse gebe es „ein halbes Jahr Wartezeit“.

Mehr als 1 000 Kindern das Schwimmen beigebracht

Wie vielen Kindern sie schon das Schwimmen beigebracht hat, kann die Schwimmlehrerin nach so vielen Schwimmkursen und Jahren nur überschlagen. „Das ist schwierig zu beantworten. Aber mehr als 1 000 sind es bestimmt“, sagt sie lächelnd nach einer kurzen Rechenpause.

Manch ehemalige Schwimmschülerin oder Schwimmschüler kommt auch zu Pohls Schwimmkursen wieder zurück. Allerdings nicht, um einen Kurs zu besuchen, sondern um die eigenen Kinder vorbeizubringen. „Kinder, denen ich das Schwimmen beigebracht habe, bringen ihre Kinder auch wieder zum Lernen zu mir“, erzählt Pohl. Für dieses Vertrauen ist sie dankbar.

Das Vergnügen bei den Schwimmkursen ist Pohl stets sehr wichtig. „Die Kinder sollen Spaß haben. Das ist das wichtigste“, erklärt sie. Ihr selbst bereitet es immer wieder eine Freude, „zu sehen, dass die Kinder Spaß haben und dass sie etwas lernen.“ Für das Schwimmenlernen bedarf es aber auch noch mehr. „Routine ist das A und O. Die Kinder müssen immer wieder üben. Sie sollen alle schwimmen lernen“, sagt Pohl, die sich gleichzeitig als erste Vorsitzende im Marburger Schwimmverein engagiert. Sie setzt ebenfalls auf eine freie Gestaltung der Lernstunden. „Die Kinder helfen sich auch gegenseitig. Man muss ihnen Freiraum geben“, so Pohl.

Bei ihrer Arbeit als Schwimmlehrerin kann sie auf ihre Familie zählen. „Meine Kinder und mein Mann helfen mir. Alle sind mit dabei“, erzählt sie. Und das auch schon von Anfang an. „Meine Kinder haben bei mir schwimmen gelernt“, sagt die 60-Jährige mit einem Lächeln.

Auch nach den 25 Jahren brennt Lydia Pohl noch immer für die Arbeit als Schwimmlehrerin. „Es macht Spaß, den Kindern etwas beizubringen“, sagt sie mit Überzeugung. Wie lange sie noch weitermacht, wisse sie noch nicht. Sie sei mit großer Freude dabei, und „ich habe mir keine Grenze gesetzt. Es ist nach oben offen“, erzählt Lydia Pohl.

Von Lucas Heinisch