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Marburg Beats und Bässe für Gäste auf Ibiza
Marburg Beats und Bässe für Gäste auf Ibiza
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12:00 01.09.2021
Die 16-jährige Amelie Larsen bastelt an ihrer DJane-Karriere. Dreimal wöchentlich übt sie konzentriert und probiert neue Mixes und Playlists aus.
Die 16-jährige Amelie Larsen bastelt an ihrer DJane-Karriere. Dreimal wöchentlich übt sie konzentriert und probiert neue Mixes und Playlists aus. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Mal laut, mal leise, mal ruhig, mal schnell: Musik spricht mit ihrer Vielfalt jede Menge Leute an und bewegt sie. Genau das möchte auch Amelie Larsen mit ihrer Musik schaffen. Die Marburgerin ist 16 Jahre alt und DJane. Kürzlich hat sie auf Ibiza aufgelegt und möchte mit der Musik weiter vorankommen.

Doch wer bei Ibiza an nächtliche Partys mit tausenden von Leuten denkt, liegt nicht immer ganz richtig. DJane zu sein, heißt auch, ruhige Musik zu machen. „Ich habe dort über den Tag Chill- und Deep-House gespielt. Das war mein größter Auftritt“, erzählt sie stolz. „In dem Moment konnte ich das nicht glauben. Das Meer, die Musik, die Menschen. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Für mich war es ein persönlicher Erfolg, das zu erleben. Das will ich weiter machen“, erzählt Amelie Larsen mit einem Lächeln im Gesicht.

Die 16-jährige Amelie Larsen beginnt ihre DJane-Karriere.  Quelle: Privatfoto

Zu dem Auftritt auf der Baleareninsel kam es durch die „Marburger Clubs United“ (MCU) – ein ehrenamtlicher Zusammenschluss von DJs und Künstlern, die während der Pandemie regelmäßig Musik-Livestreams veranstaltet haben. „Jemand hatte auf Ibiza eine Strandbar und suchte eine DJane“, sagt sie.

Vor gut eineinhalb Jahren hat die Gymnasiastin ihr Hobby als DJane begonnen. „Es hat mit der Corona-Pandemie angefangen. Tennis konnte ich nicht mehr spielen“, erzählt sie.

So kam ihr die Idee, selbst Musik zu machen. Sie stellte sich die Frage: „Warum nicht? Man kann es ja einmal ausprobieren. Musik hat immer eine Rolle in meinem Leben gespielt. Es läuft immer Musik bei mir.“

Beigebracht hat sich Amelie Larsen das Mischen von Musik, das bei ihr komplett digital und ohne LPs abläuft, selbst. „Ich habe mir Youtube-Tutorials angeschaut“, erklärt sie. Ein zentraler Punkt sei auch die regelmäßige Übung. „Drei Mal die Woche übe ich den ganzen Abend. Dabei vergeht die Zeit schnell, man ist sehr konzentriert.“ Derzeit ersetze die Musik das Tennis. „Es nimmt viel Zeit in Anspruch“, sagt die 16-Jährige.

Vorbereitung ist wichtig

Ihre Playlisten mit verschiedenen Songs stelle sie selbst zusammen. Auf ein bestimmtes Genre habe sie sich dabei noch nicht festgelegt. „Ich versuche noch meine Musikrichtung zu finden. Aber es macht auch Spaß, zu variieren“, erzählt die DJane lächelnd.

Von Chill- und Deep-House – also Musik, „die im Hintergrund läuft“, wie sie erklärt – über Musik aus den 2000er-Jahren bis hin zu EDM (Electronic Dance Music, zu deutsch: Elektronische Tanzmusik) interessiere sie sich für viele Stile. Musik aus den 2000er-Jahren sei zum Beispiel „schwierig zu mischen und sehr fordernd. Man kann viel ausprobieren und es macht mir im Moment sehr viel Spaß“, sagt sie.

Bevor sie bei einer Veranstaltung, von denen wieder mehr anstehen, auflegt, bereitet sie sich vor. „Ich mache mir vorher einen Plan. Ich mische die ganze Zeit selbst und nicht jedes Lied ist gleich schwierig zu mischen“, erklärt die DJane. „Ich habe noch nie ein Set doppelt gespielt.“ Beim Auflegen „ist es wichtig, Stimmung zu machen“. Die Antwort auf die Frage, wie sie die richtigen Töne trifft, sodass ihre Musik stimmig klingt, kenne sie nicht richtig. „Ich kann das nicht beschreiben. Das kommt einfach. Man hört das“, erklärt Amelie Larsen. Eine potenzielle Erklärung findet sie dann doch. „Ich habe früher Geige gespielt, Unterricht gehabt und Notenlesen gelernt“, sagt sie.

Schule, Studium und Träume

Ihr Hobby und die MCU bedeuten der jungen DJane viel. „Es ist cool, ein Teil davon zu sein. Es macht so einen Spaß, sich mit den Leuten zu unterhalten“, meint Amelie Larsen. Ihre Eltern unterstützen sie bei ihrem Hobby. „Meine Eltern fanden die Idee super und mögen die Musik“, erzählt die 16-jährige Gymnasiastin, die ihr Hobby in Zukunft weiter voranbringen möchte. „Ich habe Spaß daran und würde das gerne als Beruf machen“, sagt Amelie Larsen.

Trotzdem verliert sie nicht den Blick auf die Schule. Im Jahr 2024 möchte sie ihr Abitur machen. „Es sollte mit der Schule klappen“, erklärt sie selbstbewusst. Einen Studienwunsch habe sie auch schon. „Eventmanagement ist schon der Plan“, und damit könne sie ihre DJ-Leidenschaft auch verbinden.

Einen Traum, wo sie einmal auflegen möchte, gibt es auch. „So etwas wie den World Club Dome fände ich schon cool. Das hätte was“, sagt die 16-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht. Der World Club Dome ist ein EDM-Festival in Frankfurt. Zudem plane sie, eigene Lieder zu produzieren. „Das ist schwierig und braucht Zeit“, erzählt die DJane mit Blick in die Zukunft. „Ich möchte größer werden und ein Publikum bewegen.“ Träume zu haben, ist nie verkehrt.

Von Lucas Heinisch