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Marburg Podcastreihe mit Karin Kirchhain
Marburg Podcastreihe mit Karin Kirchhain
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20:51 18.12.2020
Quelle: Foto: stock.adobe.com
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Marburg

Jahrhundertelang haben sich Menschen in allen Kulturkreisen früher Märchen erzählt. Sie handeln von Hexen und Zauberern, Wichteln und Wölfen, Riesen und Zwergen, Prinzessinnen und Prinzen. In vielen spielen Tiere eine große Rolle. Die bekanntesten hierzulande sind sicherlich die Volksmärchen der Brüder Grimm. Sie wurden oft verfilmt und von Hollywood fast immer stark verfremdet.

Mit dem Aufkommen neuer Medien wie Film, Kassetten oder CDs verschwand das klassische Märchenerzählen aus dem Fokus der Menschen. Sie konnten die Märchen ja zu Hause sehen oder hören. Und doch gibt es sie noch: professionelle Märchenerzählerinnen und -erzähler.

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Eine davon ist Karin Kirchhain aus Moischt. Sie ist die Marburger Märchenerzählerin. Sie tritt auf bei Kulturveranstaltungen, in Schulen, in Alteneinrichtungen. Karin Kirchhain liest die Märchen nicht vor – sie erzählt sie. Das ist etwas ganz anderes, wie OP-Leserinnen und -Leser ab heute in der OP-Märchenzeit feststellen können. Zum Auftakt gibt es drei winterliche Märchen: „Zwei Bärenjungen und der Käse“ aus Russland, „Wie der Schnee seine Farbe bekam“ aus dem europäischen Kulturkreis und das Grimm’sche Märchen „Schuster und Wichtel“. Weitere Märchen werden folgen.

Karin Kirchhain hat ein Repertoire von rund 130 Märchen und Geschichten – aus Europa, aus Asien, aus Afrika, aus Amerika. Zur professionellen Bühnenerzählerin wurde sie 2006/07. Damals machte sie eine Ausbildung in Hannover, um Haltung, Stimme, Bühnenpräsenz zu schulen.

Die Marburger Märchenerzählerin hat viele Talente und Fähigkeiten. In ihrer Jugend war sie die erste ausgebildete Rettungssanitäterin beim DRK. Sie studierte in Marburg außereuropäische Ethnologie, Musik- und Religionswissenschaft, ist ausgebildete Bankkauffrau, spielt klassische Gitarre, Klavier und Kirchenorgel. Und sie tanzt. Zudem ist sie staatlich geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einer eigenen Praxis.

Ihre Liebe aber gilt den Märchen. „Ich bin eine Erzählerin mit Leidenschaft. Meine Lieblingsgeschichte ist immer die, die ich gerade erzähle“, sagt die offizielle anerkannte Frau-Holle-Botschafterin im Gespräch mit der OP. „Wenn ich erzähle, bin ich Schneewittchen und jeder einzelne Zwerg.“

Im Repertoire hat sie natürlich „die großen 20“, Märchen wie „Dornröschen“, „Schneewittchen“, „Rapunzel“ oder „Frau Holle“. Doch die wurden so oft verfilmt, dass sie gegen die Film-Bilder in den Köpfen ihrer Zuhörer anspielen muss. Sie erzähle daher gern auch eher unbekannte Märchen. Und was macht den Reiz von Märchen aus? „Die Bilder in den alten Märchen sprechen direkt unser Inneres an, sie drängen sich nicht auf, sie trösten und machen Mut. Und sie sind zeitlos und zeigen uns, dass auch unsere Gefühle zeitlos sind.“

Von Uwe Badouin

So funktioniert es

Die Märchen der Marburger Märchenerzählerin Karin Kirchhain sind als sogenannte Podcasts zu hören. Podcasts sind eine noch recht junge Entwicklung. Es sind Hör- oder auch Videodateien, die über das Internet abgerufen werden können – mit einem Smartphone, einem Tablet oder einem Computer. Man braucht dafür kein physisches Medium mehr, wie es früher Hörkassetten oder CDs waren. Der Vorteil: Man kann einen Podcast überall hören – im Zug, zu Hause, im Bus. Der Nachteil: Man braucht einen Internetzugang.

Abrufen können Sie die OP-Märchenzeit auf der Homepage der Oberhessischen Presse unter: www.op-marburg.de/maerchenzeit

Den Zugang zum OP-Weihnachts-Special finden Sie unter: www.op-marburg.de/weihnachten