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Marburg Die kleine Höhle der Löwen
Marburg Die kleine Höhle der Löwen
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10:00 30.10.2019
Vertreter von Stadt, Landkreis und Wirtschaft stellten das Event vor: Anna Kaczmarek-Kolb (von links), Dr. Stefan Blümling, Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow, Dr. Frank Hüttemann, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Dr. Christine Amend-Wegmann, Organisator Stefan Oberhansl und Oskar Edelmann von der IHK Kassel-Marburg. Quelle: Patricia Grähling/Stadt Marburg
Marburg

Nachwuchs trifft auf „alte Hasen“: Im Wettbewerb um die beste Unternehmensidee werfen heimische ­Start-ups beim Gründungs- und Netzwerkevent „Futur@ 2019“ ihren Hut in den Ring. Das Ziel: Netzwerken, Gründer und Investoren zusammenbringen.

„Wir wollen ein Start-up-Ökosystem in Marburg – im Vordergrund stehen Reichweite, Zugang zum gesamten Netzwerk, Kontakte und Wissensvermittlung“, fasst Stefan Oberhansl, Vorstandsmitglied der Gerina AG und Organisator des Netzwerktreffens, zusammen. Organisiert er somit ein Gründer-Format wie die bekannte TV-Show „Die Höhle der Löwen?“ „Jein, nicht so ganz“, sagt Oberhansl.

Es bestehen – abgesehen von der fehlenden TV-Übertragung – zwar gewisse Parallelen, doch setze die Marburger Version auf weitere Schwerpunkte. Allen voran die Vermittlung von Hintergrundwissen für die angehenden, vor allem jungen Gründer, von juristischen Sachthemen bis zu exemplarischen Positiv-Beispielen bereits erfolgreicher Unternehmen. „Der Mensch braucht Vorbilder, denen er folgen kann, ebenso wie Fachwissen.“

Während des Events werden sich angehende Jungunternehmer mit ihren neuen Ideen bei sogenannten „Pitches“ den potentiellen Partnern präsentieren. Dafür haben die Bewerberteams jeweils maximal sieben Minuten Zeit. Zugleich nimmt der Nachwuchs am Wettbewerb um das beste Unternehmenskonzept teil. Bis zu 16 Gründer können sich anmelden, alle Teilnehmer erhalten am Ende eine Platzierung.

"Riesiges Potential an jungen und kreativen Menschen"

Die Marburger Gründerszene ist eng mit der Philipps-Universität vernetzt, auf der Bewerberseite werden daher Start-ups des „Marburger Instituts für Innovationsforschung und Existenzgründungsförderung“, kurz Mafex, teilnehmen. Darunter das Projekt „Edon“, das ein digitales Tool für einfache, transparente Onlinespenden entwickelt hat. Ebenso stellt das Projektteam „Syntex“ neue Forschungsansätze zu einer Algenart als „Prototyp der Pflanzenforschung“ vor.

Umrahmt werden die Wettbewerbsrunden von Fachvorträgen, Gruppenarbeiten der Gründer sowie Erfahrungsberichten erfolgreicher Unternehmen, die einst selber als Start-ups anfingen. Nicht nur die Gründer, auch die Investoren präsentieren sich und ihre Erwartungen an potentielle neue Unternehmer. Und davon dürften es nicht alle bis zur Marktreife schaffen, das zeige die Erfahrung, sagt Oberhansl. Dennoch brauche es immer frische Ideen für den Markt.

Und dazu sei die „Futur@“ ein wichtiges Zugpferd, „in Marburg und dem Landkreis haben wir hervorragende Voraussetzungen für erfolgreiche Gründungen – und wir haben ein riesiges Potential an jungen und kreativen Menschen“, lobte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Das Event wird unter anderem von der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes Hessen, den Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis sowie der IHK Kassel-Marburg und dem Regionalmanagement Mittelhessen unterstützt.

  • Die Bewerbungsfrist für Gründer läuft noch bis zum 14. November. Weitere Informationen unter www.futura-marburg.de

von Ina Tannert

Programm Futur@ 2019

Das Gründerevent startet am Freitag, 15. November, ab 18 Uhr im Marburger Rathaus. Nach Grußworten von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne folgt der Impulsvortrag „Hessen – Unternehmensgründungen im Zentrum Europas“ von Staatssekretär Dr. Philipp Nimmermann vom Hessischen Wirtschaftsministerium. Im Anschluss wird um 18.45 Uhr Dr. Hubertus Porschen, Geschäftsführer der App-Arena GmbH, im Rahmen seines Vortrags „Smart City oder digitaler Suizid?“ zur Diskussion laden. Es folgt die Vorstellung der Gründer, Mentoren, Referenten und Investoren mit anschließendem „get-together“ ab 20.30 Uhr.

Am Samstag, 16. November, geht es zwischen 9 und etwa 20 Uhr im Technologie- und Tagungszentrum weiter. Nach der Begrüßung durch Landrätin Kirsten Fründt findet um 10 Uhr der „Investoren-Pitch“ statt.
Jeweils um 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 14.15 Uhr und 15.15 Uhr laufen die Pitches der Gründer.

  • Um 11 Uhr stellt sich das Unternehmen „der kleine Gourmet“ vor, dessen Gründerinnen einen ersten Platz im Businessplanwettbewerb „promotion Nordhessen“ erhielten.
  • Um 12 Uhr folgt der Impulsvortrag der Stadtwerke „Wasser – frisch, lecker, klimafreundlich – die Blue Community Marburg“.
  • Um 13.30 Uhr stellt sich das Mafex-Lab der Philipps-Universität unter dem Motto „aus der Uni in die Wirtschaft“ vor. Um 14 Uhr berichtet das Marburger Uni-Team, das am internationalen Studentenwettbewerb „iGEM“ teilnahm, über neue Forschungsansätze in der synthetischen Biologie.

Es folgt um 14.45 Uhr der Fachdialog zu Recht und Steuern „Venture-Capital-Beteiligungen erfolgreich gestalten“. Ab 16 Uhr findet die Podiumsdiskussion „Gründen im Marburger Raum“ statt. Gegen 16.45 Uhr werden die Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben. Am Abend folgt dann die Sieger- und Abschlussparty.