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Marburg Ausweichquartier für die Uni Frankfurt
Marburg Ausweichquartier für die Uni Frankfurt
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19:58 13.08.2019
Die Buchregale in der alten Uni-Bibliothek an der Stadtautobahn sind derzeit noch leer. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Seit Anfang 2018 stand der Magazinturm des ­„Silberwürfels“, der alten Uni-Bibliothek, leer. Damals erfolgte der große Umzug der Bücher an den neuen Standort, die im Mai 2018 offiziell eröffnete Zentralbibliothek am Pilgrimstein.

Jetzt wird ein Großteil der zehn Stockwerke des Magazinturms in der alten UB wieder als Aufbewahrungsort für Bücher genutzt. Das bestätigte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause der OP auf Anfrage. Auf 32.000 Regalmetern sollen Bücher aus der Uni-Bibliothek Frankfurt gelagert werden. Sie zählen zu einem Bestand, der in Frankfurt selten genutzt wird. Der Umzug aus Frankfurt soll im September starten und zum Jahresende abgeschlossen werden.  

"Speicherbibliothek" für Frankfurter Uni

Genutzt wird die Fläche vom zweiten bis zum neunten Stockwerk für die Bücher aus Frankfurt, wie die Uni-Pressestelle auf OP-Anfrage mitteilt. Mit der Vereinbarung, für die die Universitäten einen Vertrag unterzeichnet haben, wird die Idee einer Art Speicherbibliothek verwirklicht, die schon vor einigen Jahren als Idee für eine Nachnutzung der von der Uni Marburg nicht mehr benötigten Bibliothek ins Spiel gebracht worden war.

Betreut werden soll der Bestand bei Bedarf von ­Bibliothekspersonal aus Frankfurt, beispielsweise wenn Bücher von Nutzern aus Frankfurt bestellt werden würden. Nach Angaben von Krause handelt es sich bei den Büchern nicht um Doubletten, sondern um ältere Bestände, die derzeit selten ausgeliehen oder genutzt werden. „Sie könnten aber irgendwann wieder von größerem Interesse sein“, erklärt Krause. Auch in Marburg werden bereits teilweise Bibliotheksflächen in kleinerem Maßstab, ähnlicher Weise als Ausweichquartier genutzt, wie beispielsweise im Magazin der ­Bibliothek der Wirtschaftswissenschaften.

Mehr als 100.000 Euro Miete

Die Frankfurter Uni-Bibliothek ist die größte Universitätsbibliothek in Hessen. Der Frankfurter Bibliotheksbestand war zuvor aufgrund des Umbaus der Bibliothek schon in einem Ausweichquartier in Frankfurt gelagert worden. Nachdem das dortige Mietverhältnis nicht weitergeführt werden konnte, sei die Idee für die Auslagerung nach Marburg schließlich in mehreren Gesprächsrunden im Wissenschaftsministerium in Wiesbaden entstanden, betonte Krause. Für das Entgegenkommen der Uni Marburg zahle die Uni Frankfurt ein anteiliges Nutzungsentgelt. Die Höhe der Zahlung umfasse pro Jahr einen Betrag im niedrigen sechsstelligen Bereich, also auf jeden Fall mehr als 100.000 Euro jährlich.

Der Vertrag gelte für einen Zeitraum von zehn Jahren. Das bedeutet also, dass das Gebäude der alten UB also mindestens bis 2029 weitergenutzt werden wird. Unabhängig von der Vereinbarung mit der Frankfurter Universität gilt nach wie vor, dass die Bibliothek des Fachbereichs Jura – das Juristische Seminar – ab dem kommenden Jahr für die Zeit der geplanten Sanierung des Savigny-Hauses in der Universitätsstraße ebenfalls in die alte UB ausgelagert werden soll, wie die Präsidentin auf OP-Anfrage bestätigte.

So solle der große Freihand-Bereich der Rechtswissenschaftler im ehemaligen Lesesaal aufgestellt und dort für die Jura-Studierenden zugänglich werden. Zudem ist die erste Etage des Magazin-Turms für weitere Bücher und Zeitschriften der ­Juristen reserviert.

Zudem werden Büroflächen im früheren Verwaltungstrakt im Gebäude der alten Uni-Bibliothek bereits seit einiger Zeit für Zwecke der Universität genutzt, erläuterte Krause.

von Manfred Hitzeroth