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Marburg Alles für den Wow-Effekt
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19:26 29.01.2021
Licht, Stimmung, Emotionen wecken, dafür sorgen die Licht-Designer der loop light GmbH aus Marburg, hier etwa beim Rea Garvey Konzert.
Licht, Stimmung, Emotionen wecken, dafür sorgen die Licht-Designer der loop light GmbH aus Marburg, hier etwa beim Rea Garvey Konzert. Quelle: Foto: Christian Glatthor
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Knallige Effekte, perfektes Lichtspiel und das richtige Timing – das macht eine gute Show, ein echtes Event maßgeblich aus. Dass die ganze Technik auf der Bühne im richtigen Moment ihre Arbeit macht, harmonisch auf das Programm abgestimmt wird, dafür sorgen Spezialisten als kreative Designer hinter den Kulissen. Sie sind die Dienstleister der unter den Pandemie-Bestimmungen ächzenden Event-Veranstalter. Die Marburger loop light GmbH gehört dazu und will die Flaute mit Kreativität bekämpfen.

Was macht man in dem Job? Geschäftsführer Matt Finke beschreibt das so: „Wir sind technisch kreative Spezialdienstleister, ein visuelles Unternehmen – wir haben aber keine Lautsprecher und keine Scheinwerfer.“ Vielmehr setzt seine Arbeit dann an, wenn die Technik schon da ist. Denn es geht um deren perfekten Einsatz, das Zusammenspiel aller einzelnen Faktoren. Dafür sorgen die Licht-Designer, sie sitzen zwischen Steuerpult und Beamer, übernehmen die Regie des Ganzen, geben technische Beratung und sorgen für die richtige Dosierung von Software und Elektronik.

Und die wird immer vielseitiger, fast vergessen sind alte Formate, wo einfach ein Bild auf irgendeine weiße Fläche geworfen wurde: „Die Zeit des 16:9-Quadrats an der Wand ist vorbei – wir steuern das Licht, entwerfen Licht-Designs, packen Video-Stücke in die Show, alles dient dazu, Emotionen zu transportieren und zu verstärken“, zählt Finke auf. Je nachdem, was die Kunden für das Event, die Messe, die Präsentation der neuesten Edelkarosse oder die große Musik-Show eben wollen.

Der gelernte Feinmechaniker und gebürtige Marburger lebt mittlerweile in Hochheim am Main, seine Firma hat ihren Sitz weiterhin in Cappel, wo zehn seiner Mitarbeiter tüfteln, vom Grafikdesigner bis zum Programmierer. Die Firma gründete er bereits 1994, erst als Licht-Design-Unternehmen, später kamen Video-Design und die Filmproduktion dazu. Der 46-Jährige hat schon tausende Events weltweit begleitet, begeistert sich noch immer für jeden neuen Job, „es ist niemals dieselbe Arbeit, nie dieselbe Herausforderung“.

Neue Überlebensstrategie durch Pandemie

Große Spektakel fallen nun seit Monaten der Pandemie zum Opfer, ein harter Einschnitt im Geschäft, „wir leiden sehr, unser Job ist eigentlich, Menschen glücklich zu machen, das können wir aber gerade nicht“, ärgert sich Finke. Virtuelle Plattformen seien für ihn nicht die Lösung, „das ist nicht die Zukunft der Veranstaltung“. Ein Event lebt von direkten zwischenmenschlichen Begegnungen, „das ist durch kein Werkzeug und nicht durch Technik zu ersetzen“.

Was tun, wenn das Kerngeschäft fast still steht? Eine neue Firma gründen: Mitten in der Pandemie hat Finke mit einem österreichischen Partner ein neues Unternehmen aufgebaut, produziert moderne Lichttechnik und entwickelt neue Produkte. Ein Rettungsanker, der die Flaute überbrückt, ihn auch in Bewegung hält. „Stillstand ist gar nichts für mich, ich bin ein sehr agiler Typ“, verrät Finke lachend, der tatsächlich unglaublich schnell sprechen kann und sichtlich vor neuen Ideen übersprudelt.

Eine davon – geboren aus den Pandemie-Bestimmungen – hat er bereits in Marburg installiert, einen Besucherzähler für Einlasskontrollen samt Ampel-System. „Wir wollten etwas entwickeln, was dem Einzelhandel hilft, den Besucherfluss zu kontrollieren, simpel, aber effizient“, erklärt Finke. Manuell oder mittels selbst zählendem Sensor wird so die ein- und ausgehende Kundschaft gezählt. Ein LED-Ampellicht zeigt dann automatisch an, wie voll der Laden ist.

Die Idee entstammt quasi der Kategorie „ins Neuland wagen – das machen wir gerne“, sagt der 46-Jährige. Und er versucht weitere Standbeine, so weit es geht, umzusetzen, „das Boot darf ja nicht untergehen, wir müssen das gemeinsam durchstehen“.

Von Ina Tannert

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