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Marburg Sperrzone um Spätis
Marburg Sperrzone um Spätis
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07:57 30.06.2020
Wer im Späti alkoholische Getränke kauft, soll sie künftig nicht mehr in der direkten Umgebung trinken dürfen. Quelle: Symbolfoto: Angelika Warmuth/dpa
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Marburg

Schon im Haupt- und Finanzausschuss zeichnete sich ab, dass ein „Nachtrag zur Gefahrenabwehr über die Sicherheit auf und an den Straßen der Universitätsstadt“ vom Stadtparlament angenommen wird.

Hinter der in nüchternem Beamtendeutsch gehaltenen Formulierung auf der Tagesordnung verbirgt sich das schlichte Verbot, gekaufte alkoholische Getränke im 20-Meter-Umkreis sogenannter Spätis zu verzehren.

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Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) beschrieb die Spätis als „Geschäfte, die sich zu Kneipen entwickelt haben“. Und deshalb, so der Christdemokrat, gebe es regelmäßig Ärger mit Anwohnern.

Ein Verzehrverbot sei also „dringend geboten“, betonte er auch im Stadtparlament am Freitag, 26. Juni, zumal Auftritte von Mitarbeitern des Ordnungsamtes nur kurzfristige Besserung bei den Kunden bewirkten. Kürzlich wurden diese in einer Nacht sechs Mal zum Späti an der Wasserscheide gerufen.

Verbot gilt auch im Umkreis von Supermärkten

Auslöser sei ein einziger Problemfall in der Oberstadt, das Verbot gelte aber auch im Umkreis von Supermärkten, zum Beispiel am Erlenring, antwortete Stötzel auf Hanke Bokelmanns (FDP) Nachfrage, der im Haupt- und Finanzausschuss noch seine Zweifel an diesem Verbot hatte.

Nach einem längeren Gespräch mit dem Bürgermeister stimmte er in der Stadtverordnetensitzung dann allerdings auch für das Verbot. Jens Seipp (CDU) sagte im Stadtparlament: „Das ist tatsächlich ein ernstes Thema. Wir reden hier über Lebensqualität.“ Bluetooth-Boxen würden den Lärm in die Schlafzimmer tragen, „das müssen wir unterbinden“.

Das sah auch Stefanie Wittich so, die das Problem lieber mit Kommunikation geklärt hätte. Allerdings sind die Hinterlassenschaften schon „eklig“ und der „private Betreiber profitiert auf Kosten der Allgemeinheit. Die Leidtragenden sind alle“, so das Mitglied des Ortsbeirats Altstadt, der sich schon des Öfteren mit diesem Thema beschäftigen musste. Dem Verzehrverbot im Umkreis von 20 Metern wurde mehrheitlich zugestimmt.

Von Gianfranco Fain und Katja Peters

29.06.2020
29.06.2020
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