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Marburg „Alexa“ darf nicht im Homeoffice stehen
Marburg „Alexa“ darf nicht im Homeoffice stehen
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08:58 05.04.2020
Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice. Was ist bei der Arbeit wichtig – auch in Puncto Sicherheit? Dazu gibt Arwid Zang wertvolle Tipps. Quelle: Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Marburg

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um Homeoffice einzurichten? 

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Arwid Zang, CEO des IT-Sicherheitsunternehmens „greenhats​ GmbH“: Die technische Voraussetzung ist neben der Hardware – je nach Ansprüchen – lediglich ein Internetanschluss. 

Zusätzlich müssen rechtliche Vorgaben eingehalten werden, insbesondere die des Arbeits- und Datenschutzes. Neben korrekter Beleuchtung und abschließbaren Räumlichkeiten gehört auch dazu, den Arbeitsplatz nicht im Erdgeschoss vor einem Fenster ohne Blickschutz einzurichten. 

Wer sich unsicher ist, kann sich in der Verordnung für Telearbeitsplätze schlau machen. 

Apropos Datensicherheit: Wie ist die zu gewährleisten? Worauf müssen Mitarbeiter und Betrieb achten? 

Für Mitarbeiter gilt nahezu alles, was in der Firma gilt, auch zu Hause. Zum Beispiel sollte man den Rechner sperren, bevor der Arbeitsplatz verlassen wird. Smart-Home-Geräte, welche dauerhaft „lauschen“ – wie beispielsweise Alexa – sollten nicht im Arbeitsraum stehen. 

Der Betrieb muss darauf achten, dass Mitarbeiter nur per sicher konfiguriertem VPN Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk haben. Auf die Nutzung privater Geräte (insbesondere PCs) sollte vollständig verzichtet werden. 

Der wichtigste Aspekt ist allerdings die Schulung der Mitarbeiter in Sicherheitsthemen. Aktuell steigt die Zahl der Angriffe, die per E-Mail direkt auf Angestellte im Homeoffice abzielen, drastisch an. Hat ein Unternehmen seine Mitarbeiter nicht entsprechend geschult, helfen technische Sicherheitsmaßnahmen nur bedingt. 

Wie können Mitarbeiter sicher etwa zu Konferenzen zusammen telefonieren?

Dafür gibt es zahlreiche Software-Lösungen. Es sollte darauf geachtet werden, solche einzusetzen, die tatsächlich für den Einsatz im Unternehmen ausgelegt sind, zum Beispiel Business-Lösungen wie Google Meet, Microsoft Teams, GoToMeeting oder ähnliche Produkte. Technisch versierte Unternehmen können sich derartige Dienste auch selbst aufsetzen – beispielsweise mithilfe der kostenfreien Software Nextcloud Talk. 

Wichtig ist nur, dass den Mitarbeitern eine solche Lösung an die Hand gegeben wird. Passiert das nicht, greifen diese im Bedarfsfall auf WhatsApp und Co. zurück – was zu direkten Verstößen gegen geltendes Datenschutzrecht führen kann. 

Wie können Firmen ihre Mitarbeiter im Homeoffice lenken? 

Wichtig sind feste Strukturen im Arbeitsablauf, die denen im Betrieb ähneln. Von Versammlungen bis hin zu spontanen Meetings an der Kaffeemaschine oder im Pausenraum kann vieles virtuell nachgestellt werden. 

Wir selbst beispielsweise verlangen permanente Erreichbarkeit über eine Voice-Call-App. In der entsprechenden Software hat jeder Mitarbeiter seinen virtuellen Raum (Channel) und kann so per Klick andere Räume besuchen oder besucht werden. Wer Tastatur oder PC verlässt, muss dies eindeutig signalisieren, beispielsweise indem er oder sie in den virtuellen Pausenraum wechselt. 

Auf diese Weise besteht der Kontakt untereinander genauso weiter wie im Büro. Alle kommunizieren miteinander und konzentrieren sich weiter auf ihre Arbeit.

Neue Arbeitsanweisungen können wir sekundenschnell erteilen, indem wir alle in den virtuellen Konferenzraum bewegen und miteinander sprechen.

Von Till Conrad

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