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Marburg Ärztlicher Notdienst muss weichen
Marburg Ärztlicher Notdienst muss weichen
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21:06 04.05.2010
Notfallpatienten müssen sich ab Juli an eine neue Adresse gewöhnen: Der Ärztliche Notdienst muss dem Kreisjobcenter weichen.
Notfallpatienten müssen sich ab Juli an eine neue Adresse gewöhnen: Der Ärztliche Notdienst muss dem Kreisjobcenter weichen. Quelle: Matthias Mayer
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Marburg. Diese Vermutung lässt zumindest das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zu.

Das Gremium billigte mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen den Kauf des Hauses der Kassenärztlichen Vereinigung zum 1. Juni 2010, in dem das Kreisjobcenter untergebracht werden soll. Derzeit werden die Klienten, die auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) angewiesen sind, noch in angemieteten Räumen in der Uferstraße betreut.

Gegen das Vorhaben stellte sich die Linkspartei, die SPD stimmte nicht mit ab, weil sie die erst kurz vor der Sitzung eingegangenen Antworten des Kreisausschusses auf ihren Fragenkatalog zu Folgekosten, Wirtschaftlichkeit und langfristiger Auslastung zuvor mit der ganzen Fraktion beraten wolle, wie Norbert Schüren erklärte.

Keine Zukunft wird der Ärztliche Notdienst an seinem angestammten Standort im Untergeschoss des Hauses Raiffeisenstraße 6 haben. „Wir brauchen das Gebäude in Gänze und haben deshalb mit der Kassenärztlichen Vereinigung vereinbart, dass das Haus ,entmietet‘ an uns übergeben wird“, antwortete Landrat Robert Fischbach auf eine entsprechende Frage von Karin Szeder (SPD). Laut Fischbach sei es kein Problem, für den Ärztlichen Notdienst eine geeignete Liegenschaft zu finden. In der Marburger Hauptfeuerwache seien Räume frei geworden, und auch in den Gebäuden der Bundesvereinigung der Lebenshilfe finde sich genügend Platz.

Der Landrat räumte ein, dass die Zahl der vom Kreisjobcenter zu betreuenden Klienten in den nächsten 5 bis 8 Jahren um 20 bis 30 Prozent sinken werde. Leerstand in dem „energetisch hochwertig ausgestatteten Haus“ sei jedoch nicht zu befürchten. Die Bausubstanz des als Gesundheitsamt bekannt gewordenen Kreisgebäudes in der Schwanallee sei so schlecht, dass eine Sanierung nicht lohne. Ein Umzug in die Raiffeisenstraße sei eine gute Lösung.

von Matthias Mayer