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Marburg Ärzte der Kinderklinik schlagen Alarm
Marburg Ärzte der Kinderklinik schlagen Alarm
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19:19 14.04.2010
Auf einer Kinder-Intensivstation eines deutschen Krankenhauses wird ein „Frühchen" behandelt. Marburger Oberärzte sehen die Qualität in der Uni-Kinderklinik gefährdet.
Auf einer Kinder-Intensivstation eines deutschen Krankenhauses wird ein „Frühchen" behandelt. Marburger Oberärzte sehen die Qualität in der Uni-Kinderklinik gefährdet.
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Marburg. In einem dreiseitigen Schreiben an die Geschäftsführung der Uni-Klinikum Marburg und Gießen GmbH, das der OP seit Mittwoch vorliegt, weisen die Kinder- und Jugendmediziner darauf hin, dass es nach einer massiven Leistungserweiterung im Intensivbereich versäumt worden sei, genügend Arztstellen bereitzustellen. Die Folge seien immer schlechtere Arbeitsbedingungen. In den vergangenen beiden Jahren hätten deswegen 18 von 31 Ärzten die Uni-Kinderklinik verlassen. Als Ersatz seien weitgehend junge Assistzenzärzte ohne Berufserfahrung angestellt worden.

Die Ärzte schlagen Alarm und beklagen unter anderem, dass es zu wenig ärztliches Personal für den Schichtdienst auf den beiden Intensivstationen gibt. Auch Spezialambulanzen könnten wegen der Personalknappheit nur begrenzt betrieben werden. Beklagt werden in dem Schreiben der Oberärzte zudem schlechte Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und das Fehlen eines Personalentwicklungsplans. Gefordert werden vier zusätzliche Arzt-Stellen.

Die öffentliche Reaktion der Geschäftsführung fiel auf Anfrage der OP am Mittwoch knapp aus. Professor Rolf Felix Maier, der Chef der Kinderklinik, verwies auf die Geschäftsführung. „Selbstverständlich nehmen wir die Hinweise unserer Mitarbeiter sehr ernst und werden in enger Abstimmung mit den Oberärzten die organisatorische Situation in der Marburger Kinderklinik erörtern und gemeinsam Lösungen finden“, ließ Josef Rohrer, Geschäftsführer des Uni-Klinikums, der OP schriftlich mitteilen.

von Manfred Hitzeroth

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten OP.